Der
Computer-Code
Der
Computer-Code als Test für ein "Leben nach dem Tod"
Die
Frage, ob es jemals einen Beweis für ein Leben nach dem Tod
gibt und demnach auch die Möglichkeit einer Kommunikation
mit Verstorbenen, ist für die Spiritisten längst positiv
entschieden. Die Animisten allerdings, und die Entdeckung von
immer phantastischeren normalpsychischen Fähigkeiten Lebender,
lässt jedoch viele angebliche Beweise wie Seifenblasen platzen.
Nach wie vor versucht man deshalb den "unumstößlichen
Beweis" dadurch zu finden, dass über ein Medium ein
Code geknackt wird, dessen Lösung der Verstorbene mit ins
Grab genommen hat.
Die
neueste Version dieser Experimente bedient sich der Möglichkeit
moderner Computer. Wer einen PC besitzt kann unschwer die Software
für einen Codierungs-Algorithmus erwerben. Eines der besten
Cryptosysteme dafür heißt PGP (Pretty Good Privacy).
Es läuft unter MS-DOS und wurde von Philip Zimmermann entwickelt.

Philip
Zimmermann
Ein einfaches Beispiel für die Erzeugung einer Kodierung:
1.
Man erzeugt eine Datei mit einer längeren Nachricht.
2.
Erstellt eine Passwort-Phrase, die mindestens die Länge eines
Satzes haben sollte. Am besten ist ein Satz der sich schwer erraten
lässt, aber lange in Erinnerung behalten werden kann.
3.
Das PGP erstellt daraufhin eine Datei, dessen Nachricht verschlüsselt
wird und dadurch als eine Kette von unvollständigen Zeichen
erscheint. Diese Zeichenkette soll nun veröffentlicht werden.
Nach
dem Ableben des Erzeugers der Datei, ist nirgends mehr die Passwort-Phase
erhalten. Wenn jemand Zugang zu der Information in der Datei erhalten
will, muss er zwangsläufig die Passwort-Phrase kennen. Sie zufällig
zu erraten ist bei der Länge ein Ding der Unmöglichkeit.
Auf der anderen Seite ist der Codierungs-Algorithmus derart komplex,
dass der Zugang durch eine Decodierung durch computerunterstützte
Mittel ebenfalls so gut wie ausgeschlossen ist.
Erst
durch eine "Kommunikation" mit dem Verstorbenen kann die
richtige Passwort Phrase übermittelt werden, wodurch erst das
Programm den Originaltext der Nachricht wiederherstellt.
Diese
Technik besitzt unbestreitbare Vorteile gegenüber dem von Thouless,
einen selbst erfundenen Code zu lösen. Denn beim Thouless-Code
weiß man nicht, ob er auch eine zweite Lösung haben kann,
oder ob eine einmal gefundene Lösung auch mit der von ihm gemeinten
übereinstimmt. In unserem Fall wird die Originalnachricht automatisch
hergestellt, aber nur dann, wenn die einzig mögliche Passwort-Phrase
richtig eingegeben wird. Zum anderen können für ein solches
Experiment viele Versuche, den Code zu knacken, durchgeführt
werden, ohne dass
sich die Grundbedingungen ändern.
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