Die
Sèance
So,
nachdem die "Regeln" wohl allen erklärt wurde, fängt das ganze
Prozedere an. Man nimmt am Tisch platz und legt die Finger aufs Glas.
Ein Führsprecher wird in der Runde auserkoren, der das Wort erhebt
und nachfragt "Ist jemand da?" Einige werden wohl noch am
Kichern sein, doch dieses Gekichere wird sich in Staunen umwandeln,
wenn erst einmal das Glas in Bewegung gerät.
Und
jetzt, wo das Glas in Bewegung, die Teilnehmer in Erregung und die
Atmosphäre in Spannung geschlagen ist, geht es erst richtig los.
Es werden Fragen über Fragen gestellt, meist ist es am Anfang
nur Buchstabengewirr und nur ganz langsam scheint sich eine richtige
Kommunikation zu entwickeln.
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Verschiedene
Theorien
Nun
stellt sich die Frage: Hat man denn wirklich Kontakt zu einem Feinstofflichen,
oder ist es nicht doch das kollektive Bewusstsein aller Teilnehmer,
das die Antworten gibt?

William
Benjamin Carpenter (1813 - 1885)
Es
könnte sich dabei auch um den Carpenter Effekt handeln, der diese
Sèance in Schwung bringt. Der
Begriff "*Carpenter Effekt"
wurde 1852 vom englischen Physiologen und Naturwissenschaftler, William
Benjamin Carpenter geprägt. Es beschreibt eine ungesehene Kontraktion
der eigenen Muskeln, die das Glas bewegen kann.
Man
kann beim Gläserrücken auch von einer art Massensuggestion
sprechen. Man
stellt eine Frage und weiß die Antwort darauf selbst, denn sonst
würde man ja keine Frage stellen, wenn man nicht nachweisen könnte,
dass die Antwort, wenn sie gegeben wird, richtig ist! In dem Moment,
in dem sich das Glas in Bewegung setzt, hat man die ganze Zeit die
Antwort im Kopf. Ungeahnt ist es nun möglich, das Glas in die
entsprechende Richtung zu lenken.
Wenn
man z.B. nach einem bestimmten Namen fragt und drei von vier Teilnehmern
wissen welche Person gemeint ist, so ist es möglich, dass alle
ungeahnt das Glas richtig lenken. Hier war keine böse/gute Macht
am Werk, sondern schlichtweg das kollektive Bewusstsein aller Beteiligten!
*Auch
als ideomotorisches Gesetz bekannt.
~*~
Weitere
Theorien
Man
könnte Gläserrücken bzw. die Kommunikation auch so
betrachten:
80
% ist eine Unterhaltung mit dem eigenen Unterbewusstsein.
15
% davon ist ein Neck-/Foppgeist, eine niedere Wesenheit (vielleicht
ist es eine Wesenheit, die durch das eigene Unterbewusstsein ins Leben
gerufen wurde? Wer weiß schon, woher diese niederen Wesenheiten
kommen?!)
5
% könnte tatsächlich ein Geist sein, der sich öffnen
will.
~*~
Schutz
oder Aberglauben?
Wenn
man Gläserrücken praktiziert und sich schützen will,
stellt sich hier die Frage "Wovor will man sich denn schützen?!"

Bildquelle: www.wdr.de
Desweiteren stellt sich die Frage: "Gibt es denn wirklichen einen
effektiven Schutz für abgehaltene Séancen, um sich unbeliebte
Gäste vom Leib zu halten?!!"
Wenn
man eine Séance unterhält und sich vor "Wesenheiten"
schützt, weil jemand behauptet hat, man könnte sich mit
Räucherwerk die "Wesenheiten" vom Leib halten, wer
sagt dann, dass dieser Schutz ausschlaggebend dafür ist, dass
bestimmte "Wesenheiten" fernbleiben? Wenn
man sich durch Räuchern etc. angeblich die "Wesenheiten"
vom Hals halten, oder gar mit verschiedenen Dingen "vertreiben"
kann, wie ist es dann möglich einen Kontakt zu diesen "Wesenheiten"
herzustellen?!
Stellen
Sie sich selbst einmal die Frage, was es mit diesem "Schutz"
so auf sich hat. Kann es sich nicht dabei eher um eine Art Placeboeffekt
handeln? Wenn
man fest davon überzeugt ist, dass man sich jetzt ausreichend
geschützt hat, geht man doch viel lockerer und vielleicht sogar
sorgloser an das Thema heran und stürzt sich in etwas hinein,
was man besser gelassen hätte!
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Sinnestäuschungen,
Fantasie und Selbsterfüllende Prophezeiungen
Wenn
man über das Gläserrücken spricht, ist es, als würde
sich eine urbane Legende auftun. Jeder kommt mit einer kleinen Horrorstory:
"Und
dann fiel das Glas um und es war auf einmal eiskalt im Zimmer und
wir haben einen schwarzen Schatten mit leuchtend roten Augen gesehen."
"Das
Todesdatum kam, dann fiel das Glas um, wir haben sofort Schluss gemacht,
ohne uns zu verabschieden und als mein Freund die Tür rausgehen
wollte, flog eine Schere durchs Zimmer und blieb in Kopfhöhe
von meinem Freund in der Tür stecken!!"
"Jemand
hat nach seinem Todesdatum gefragt und eine Antwort darauf erhalten,
er wurde wahnsinnig und musste in eine Psychiatrie."
Viele, die Gläserrücken praktiziert haben, kennen jemanden,
der nach dem Erhalt des nachgefragten Todesdatums, auch wirklich verstarb. Seltsam
nur, dass es dann auf einmal der Freund des Freundes, dessen Schwester
die Cousine ihrer besten Freundin war. Es ist einfach so, dass negative
gegebene Antworten grade bei den Teenies psychische Belastungen hervorrufen!
Hierbei handelt es sich wohl um eine *Selbsterfüllende
Prophezeiung. Es sind bestimmt Unfälle geschehen, weil die betreffende
Person davon überzeugt war: "Heute ist der Tag, an dem ich
sterben werde!"
Durch
Gläserrücken oder Ouija ist noch keiner ums Leben gekommen
bzw. hat kein Geist Hand angelegt und dafür gesorgt, dass es
so sein wird! Und wenn dem so war, so ist es und wird es wohl nie
bekannt werden. Denn wer soll schon davon berichten können?
*Robert
K. Merton prägte unter anderem die Begriffe selbsterfüllende
Prophezeiung (englisch: self-fulfilling prophecy), ebenso wie ihr
logisches Gegenstück (self-destroying prophecy). Sie ist eine
Vorhersage, die sich erfüllt, nur weil sie vorhergesagt bzw.
erwartet wurde.
Quelle: Wikipedia
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Erläuterungen für oft gestellte Fragen
Beim Gläserrücken
darf unter keinen Umständen das Glas umfallen:
Was
soll denn schon passieren?? Es sitzt kein/e Geist/Wesenheit/Bewusstsein
im Glas. Was auch immer da ist, es ist um einem herum.
Man muss sich auf jeden Fall verabschieden, nur wenn der Geist ebenfalls
"Auf Wiedersehen" sagt, ist die Sèance zu Ende:
Man
muss sich nicht unbedingt verabschieden, es ist auch nicht nötig
zu warten, bis derdie/das Geist/Wesenheit/Bewusstsein sich verabschiedet.
Was würde man denn machen, wenn der Geist eben nicht "Auf
Wiedersehen" sagt?? Würde man da wirklich bis "Sankt
Nimmerleins-Tag" dasitzen? Man
macht es wohl eher aus Etikette oder weil man meint, man müsste
dem/der Geist/Wesenheit/Bewusstsein höflich gegenüber treten,
schließlich hat er sich ja die Mühe gemacht und Stunden
mit uns verbracht und unsere Sinne schwinden lassen!
Man darf Kontaktaufnahmen nur im abgedunkelten Raum oder bei Nacht
vollziehen:
Alles
was man zusätzlich zur Kontaktaufnahme macht, macht man, um sich
selbst sicherer und besser zu fühlen. Der/Dem Wesenheit/Bewusstsein
ist es einerlei, wie spät es ist, für sie existiert die
Zeit einfach nicht. Es ist egal, ob es draußen taghell oder
absolute Finsternis herrscht!
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Eine ernste Gefahr von Gläserrücken
"Was
erwarte ich? Und was erwartet mich, wenn ich Gläserrücken
betreibe??" Es werden sich Neck-/Foppgeister-/Wesenheiten oder das Bewusstsein
zu Wort melden, je nachdem was man glaubt, die die innersten Ängste und Sehnsüchte
kennen und entsprechend dem, was man erwartet, wird die Sèance
ablaufen!
Was kann dieses "Etwas" mit mir tun?
Es
wird Ihnen sympathisch sein.
Es wird Ihnen Angst machen.
Es wird Ihnen Freudentränen bereiten.
Es wird Ihnen die innersten Sehnsüchte und Wünsche hochkommen
lassen.
Es wird Sie Stück für Stück um den Daumen wickeln.
Es wird alles versuchen, um Sie psychisch in die Knie zu zwingen.
Das
ist es, was vorzugsweise beim Gläserrücken oder Ouija
geschieht! Es wird Lügen über Lügen vorgaukeln und man
wird diese bitteren Pillen liebend gerne schlucken. Wenn man keine
Notbremse zieht und nicht erkennt, was um einen herum passiert, wird
man diesem hörig werden! Das ist es, was Gläserrücken so
gefährlich macht! Ganz zu schweigen was einer Person geschehen
kann, die labil ist. Es ist möglich, dass man sich nach einer
erfolgten Sèance in Therapie begeben muss, weil man mit dem
Erlebten nicht zurecht kommt.