Der
Phönix, ein sagenhafter Vogel, der mit der Mythologie des Nahen
Ostens in Verbindung gebracht wird, ist ein Symbol der Auferstehung.
Dies hat seinen besonderen Grund.
Die
Legende erzählt
Sein
wunderbares Nest hat er im alten Ägypten hoch oben auf einer
Palme aus aromatischen Blättern erbaut. Als die Pferde des
Sonnengottes mit seinem strahlenden Wagen an ihm vorbeiziehen, fängt
der Phönix unglücklicherweise Feuer, das von den Funken
ausgelöst wird, die von den Hufen der Pferde fliegen. Die Flammen
lodern hoch und das Nest wird völlig zerstört. Inmitten
dieses schrecklichen Infernos breitet der Phönix seine Schwingen
aus und verbrennt zusammen mit seinem Nest zu schwelender Asche.
500
Jahre vergehen und ein neuer Phönix wird aus dieser Asche geboren.
Er sammelt die verbrannten Überreste auf, verpackt sie in den
Blättern der Myrrhe und umhüllt das Päckchen mit
einer weiteren Schicht und so entsteht ein eiförmiges Gebilde.
Damit fliegt er zum Tempel der Sonne in Helipolis. Hier legt er
das Bündchen als heilige Gabe auf den Altar und fliegt danach
ins Paradies, von wo er nach 500 Jahren wieder zur Erde zurückkehrt.
Dann beginnt erneut derselbe Kreislauf von Selbstzerstörung
und Auferstehung.
Von
dieser wunderbaren Legende existieren viele verschiedene Versionen.
Sie hat irgendwann die Phantasie der Wissenschaftler beeinflusst,
worauf diese ernsthafte Versuche unternahmen, um herauszufinden,
ob zumindest ein Körnchen Wahrheit darin steckt. Im Laufe der
jahrhundertelangen Forschungen und Diskussionen entdeckte man unzählige
Möglichkeiten für die Identität des Vogels. Angefangen
von einem purpurfarbenen Reiher, einem goldenen Fasan und einem
goldenen Adler, bis zu einem Pfau, verschiedenen exotischen Papageienarten
und sogar Saatkrähen, die ihre Flügel über rauchendes
Stroh halten, um sich dadurch zu stimulieren.
Der
Phönix von Neuguinea
In
den 50er Jahren entdeckte schließlich ein australisches Team
aus Wissenschaftlern, das nach Neuguinea gekommen war, die mögliche
Antwort. Es handelt sich dabei wohl um die Paradiesvögel von
Neuguinea, die zur Familie der Krähen gehören und aufgrund
ihres farbenprächtigen Gefieders, das vor allem die Männchen
der verschiedenen Gattungen aufweisen, berühmt sind. Diese
Vogelart wurde erst im 16. Jahrhundert durch die Wissenschaft entdeckt.

Der
Paradiesvogel "Paradisea raggiana"
Die
Wissenschaftler fanden heraus, dass die Einwohner der Insel schon
seit 1000 v. Chr. mit den Federn dieser Vögel Handel betrieben
haben. Immer wieder kamen zu dieser Zeit Seefahrer aus der Heimat
des Phönix (Phönizien) nach Neuguinea. Die empfindlichen
Häute der Vögel wurden mitsamt den Federn in Myrrhe gewickelt,
so dass ein eiförmiges Päckchen entstand. Diese Methode
zum Schutz der Federn erinnert sehr stark an die Weise, wie der
legendäre Phönix sein Geschenk für den Sonnengott
vorbereitete.
Es
handelte sich hierbei um den Paradiesvogel "Paradisea raggiana".
Das Männchen dieser Gattung besitzt ein üppiges, purpurrotes
Federkleid, das es, ähnlich einem Pfau, beim Balzen aufstellt.
Da er dabei das Weibchen umtanzt, wirkt es, als würde er sich
inmitten von Flammen befinden. Die Wissenschaftler sind zweifelsohne
der Meinung, dass über diesen außergewöhnlichen
Paarungstanz auch in Phönizien berichtet wurde, wobei die eiförmigen
Federpäckchen als handfester Beweis für die Existenz des
Paradiesvogels dienten. Dadurch entstand schließlich die Sage
vom Phönix, der aus der Asche steigt.