Phantomhunde
wurden in weiten Teilen Großbrittaniens gesichtet, jedoch überwiegend
in England und hier vornehmlich im Gebiet Lincolnshire. Aus diesem
Grund werden sie im Allgemeinen als ein britisches Phänomen betrachtet.
Desto trotz tauchen sie in einigen Variationen auch in den Überlieferungen
aus Irland, Frankreich, Deutschland, Österreich, Polen, Italien,
Kroatien, Skandinavien und in den USA und Kanada auf.
Von
"schwarzen Hunden" sagt man, dass sie sich häufig an
Plätzen aufhalten sollen, an den schlimme Verbrechen stattgefunden
haben. Hauptsächlich erscheinen sie an einsamen Straßen,
Kreuzungen, Feldwegen, Brücken, Bundesstraßen, Feldern,
hinter Hecken und Büschen, an Schatzorten, an Gräbern am
Wegesrand, an Friedhöfen, in der Nähe von Galgen und unter
bestimmten Bäumen. Man sagt, dass auf Kreuzwegen Schätze
begraben liegen und diese ein schwarzer Hund mit goldenem Halsband
und feurigen Augen bewacht. Des Weiteren wird erwähnt, dass sich
"schwarze Hunde" gerne in der Nähe von Wasser, z.B.
am Meer, an Seen, Teichen und Flüssen aufhalten - gerne bevorzugt
sind historische Schauplätze.

Die
"St. Marys Church" in Bungay
Der erste englische Bericht über eine Erscheinung taucht in der
angelsächsischen Chronik aus dem Jahre 1127 auf (übersetzt
von McEwan´s Zitat, 1986):
"Lasst euch nicht von der Wahrheit erschrecken, von dem wir euch
jetzt erzählen werden. Alle im ganzen Land gelangten davon in
Kenntnis, als der Abt Henry von Poitou vom Kloster von Peterborough
eintraf. Es war Sonntag als die Gemeinde in der Kirche "Exurge
Quare o, D" sang. Dann hörten sie merkwürdigen Lärm
und als sie nachsahen, erblickten sie eine große Schar von schwarzen
Jägern, die an ihnen vorbeizog. Die Gestalten waren unheimlich
groß und schwarz. Sie ritten auf riesigen schwarzen Pferden
und wurden von Jagdhunden begleitet, die stahl-schwarz und mit großen
schrecklichen Augen waren. Die unheimlichen Jäger wurden im Rotwildpark
der Stadt von Peterborough und in den Wäldern gesehen, die sich
von hier bis zu Stanford ausdehnen und in der Nacht hörten die
Mönche den Klag ihrer Jagdhörner. Vertrauenswürdige
Zeugen, die das ganze Spektakel in der Nacht beobachten durften, erklärten,
es müssen etwa 20 bis 30 schwarze Jäger gewesen sein. Darüber
wurde überall im Land, quer bis zum Osten gesprochen
"
Eine alte
Aufzeichnung aus England berichtet von der Bekanntmachung einer Festnahme
des Rebellen Jack Cade im Jahre 1450 bei Dartford/Kent. Als dieser beschuldigt
wurde einen schwarzen Hund heraufbeschworen zu haben. Es hieß,
er beschwöre dieser Art Tiere und halte sie - mittels Hexerei -
wie Vertraute. Er selbst war aber nicht Teil dieses Mythos oder nahm
dessen Gestalt an.
Zwei der
berühmtesten schwarzen Hundesichtungen ereigneten sich in Suffolk,
am Sonntag, den 4. August 1577. Kurz nach 9 Uhr am Morgen gab es ein
schreckliches Unwetter in Bungay, als ein schwarzer Hund vor der Gemeinde
in der "St. Marys Church" erschien. Der Hund lief durch die
Kirche und eine Anzahl der Gemeindemitglieder wurden anscheinend durch
den Hund verletzt und angeblich auch getötet. Später wurde
die Bestie in der "Blythburgh Church" gesehen, wo sie weitere
drei Leute angegriffen und umgebracht haben soll.

An der Kirchentür sollen angeblich Kratzspuren des "schwarzen
Hundes" zu sehen sein.

Die betreffende Stelle aus der Nähe
Am 4.August 1577 schlug ein Blitz in die "Blythburgh Church"
ein. Dadurch stürzte die Kirchturmspitze ein und beschädigte
das Taufbecken. Da sich die Nordtür unter dem Turm befindet, ist
es möglich, dass die Beschädigungen durch den Blitz oder durch
den eingestürzten Turm dem schwarzen Hund zugeschrieben werden.
Der
Bericht über den "schwarzen Hund" wurde später durch
Abraham Fleming, einem Geistlichen, verfasst. Veröffentlich wurde
der Artikel in der Broschüre "A Strange and Terrible Wunder
wrought very late in the parish Church of Bungay." (In jüngster
Zeit ereigneten sich seltsame und schreckliche Geschehnisse in der Gemeindekirche
von Bungay). Nach Ansicht des lokalen Historikers, Christopher Reeve
(1988), lebte Fleming in London, also bezweifelt Reeve, dass er jemals
in Bungay war. Er merkt auch an, dass - nachdem was man so hört
- einige Aspekte in Felming's Bericht, durch gewisse Ereignisse in Bungay
und Blythurgh bestätigt werden, z.B. der schreckliche Sturm, jedoch
keine Erwähnung von einem schwarzen Hund.
Der schwarze Hund ist heutzutage ein Symbol von Bungay geworden und
erscheint auf dem Wappen der Stadt und am Tor des lokalen Museums. Seinen
Namen verbindet man auch mit einem lokalen Betrieb, einer Fußballmannschaft
und einem jährlichen Marathon, das hier stattfindet.

"A
Strange and Terrible Wonder wrought in the Parish Church of St. Mary"
Das Cover der Broschüre über den schwarzen Hund (erhältlich
in der Kirche von Bungay).
"Shuck
der Hundeteufel": Viele Leute in East Norfolk und auch in Cambridgeshire,
die dieses Phantom gesichtet haben sollen, beschreiben ihn als einen
schwarzen zottigen Hund mit feurigen Augen und einer immensen Größe.
Er sucht um Mitternacht die Friedhöfe auf."
(Reverent E. S. Taylor von Martham. Das Original
wurde in 'Norfolk Chronicle' oder 'Norwich Gazette' am 01.Juni 1805
veröffentlicht.) Vom
Zusammenhang des Inhalts wird deutlich, dass die Kenntnis darüber
offensichtlich schon länger vor diesem Datum bekannt gewesen sein
muss. Jedoch weiß niemand, wie lange schon.
Dann
gibt es einen Fall aus dem Jahre 1645, die sich im Suffolk ereignet
hat. Hier wird eine Hexe beschuldigt, sich mit einem "schwarzen
Hund" - oder des Teufels in dessen Form - getroffen und vereinigt
haben soll.
In der Geschichte von Foxley Miller aus dem Jahre 1603 geht es um einen
Mann (offensichtlich soll er der Teufel persönlich gewesen sein),
der seine Form verändern konnte. Dieser konnte sich in einen Hund
oder Eber und wieder zu einem Menschen verwandeln. Insbesondere die
Verwandlung in einen Hund besitzt den satanischen Aspekt.
Einige dieser Eigenschaften werden ziemlich sorgfältig durch einen
Fall veranschaulicht, der im Journal 1908 von Miles berichtet wird.
Der Bericht war ein Teil einer Untersuchung der merkwürdigen Tiererscheinungen,
die auf dem Pfad zur Laburnham Landhaus berichtet worden waren. Man
glaubte zunächst, bei den Erscheinungen handle es sich um den Geist
des lokalen Landwirtes, der sich ungefähr ein Jahrhundert zuvor
in einem Nebengebäude erhängt hatte. Einer der Dorfbewohner
berichtet folgendes darüber:
"Anfang
Januar 1905, ungefähr halb sieben am Abend, auf dem Heimweg von
Halfway (ein Wirtshaus), sah ich plötzlich ein Tier, das schien,
wie ein großer, schwarzer Hund zu sein. Es tauchte plötzlich
aus der Hecke auf, rannte ziemlich nahe vor mir über die Straße
heraus. Ich dachte, dass es der Hund war, der dem Kuraten (Hilfsgeistlicher)
gehört. Ich wollte dem Hund nachrufen, um ihn nach Hause zu schicken,
als er plötzlich seine Form änderte und sich zu einem schwarzen
Esel verwandelte, der auf seinen Hinterbeinen steht. Dieses Geschöpf
hatte zwei glühende Augen, die zu mir schauten, fast so groß
wie Untertassen schienen sie zu sein. Ich betrachtete das Wesen erstaunt,
bis es nach einer Minute oder so plötzlich verschwand.
Erst als ich zuhause ankam, traf mich der Schock über meine Sichtung.
Denn der Anblick dieses Geschöpfes mit den großen glänzenden
Augen gab mir einen Schlag. Der Abend war ungewöhnlich hell für
die Jahreszeit gewesen."
Die
Pension "The Old Black Dog" in Uplyme
In Uplyme (Devon-Dorset) gibt es sogar eine Pension, die sich "The
old Black Dog" nennt. Die Legende besagt, dass hier ein Mann regelmäßig
durch einen schwarzen Hund heimgesucht wurde, so dass er es satt hatte.
Er jagte das Wesen mit einem Stock bis zum Dachboden. Hier entwischte
ihm der Hund, aber der Stock wurde zerstört und bröckelte
zu einem riesigen Haufen Geldmünzen. Daraufhin baute der Mann diese
Pension und nannte sie "The old Black Dog" , wie der Geist.
(welcher Geist?)
Eine andere Geschichte besagt, dass ein schwarzer Hund im "Haye
Lane" (vorher genannt "Dog Lane") in der Dämmerung
herum spukte. Über den Hund sagt man, er habe ganz normal ausgesehen,
aber wenn er in die Nähe einer Person kam, wurde er riesig, schlug
zu und verschwand plötzlich. Einige Anwohner sollen diesen Weg
völlig meiden. Es gibt sogar Warnungen an Hundehalter, ihren Hund
nicht alleine im "Haye Lane" herumschlendern zu lassen. Man
sagt, in der Vergangenheit sind so einige Hunde die dort herumgelaufen
sind, auf geheimnisvoller Weise für immer verschwunden.

Es
gibt noch zahlreiche ähnliche Geschichten hier in Umplyme, die
sich um den "schwarzen Hund" ranken.
Mehr über die Pension in Uplyme: http://www.oldblackdog.co.uk/
Der Höllenhund von Norfolk
Der
Legende nach sprang ein schauderhaftes Etwas von den Klippen und sein
wildes Bellen durchdrang alles um ihn herum. Seine Augen hatten das
Glühen des Feuers - das war die Erscheinung des Höllenhundes
von Norfolk.
Es
gibt so viele Mythen, Geschichten, Legenden und Sichtungen dieser furchterregenden
Erscheinung. Eine Lokale Legende erklärt von einem sehr großen
Jagdhund, der die Größe eines kleinen Kalbs besitzt und regelmäßig
mit flammenden Augen um den Küstenweg zwischen Sheringham und Overstrand
herumstreicht.
Nichtsahnende
Nachtwanderer wollen erst die Geräusche seiner Tatzen wahrnehmen,
bevor ihnen der "schwarze Hund" erst bewusst wird. Aus ihren
Augenwinkeln erblicken sie einen schwarzen Schatten, dessen Umriss sich
langsam in einen sehr großen Hund verwandelt. Man sagt, er lauere
in der Nacht den Schritten seiner Opfer hinterher. Jener Unglücklicher,
der sich umdreht und in seine glühenden Augen blickt, wird innerhalb
von zwölf Monaten sterben.
1890
wurde ein kleiner Junge aus dem Nordsee gerettet. Er erzählte,
dass er durch einen sehr großen schwarzen Hund ins Meer gejagt
worden war und so gezwungen wurde, immer weiter hinaus zu schwimmen.
Selbst
in den zwanziger und dreißiger Jahren, gab es Berichte von Fischern
aus Sheringham, die auf der Klippe in den stürmischen Nächten
einen schwarzen Hund heulen gehört haben wollen. Im Jahre 1970
füllte eine Schlagzeile die lokalen Tageszeitungen. Ein großer
"schwarzer Hund" war am Strand von "Greath Yarmouth"
gesichtet worden. 1980 behauptete eine junge Frau, in der Nähe
von "Wisebach", einen "schwarzen Hund" mit gelben
Augen gesichtet zu haben, während sie mit ihrem kleinen Sohn spazieren
ging.
~*~
Eine
andere Spur des "schwarzen Hundes" zieht sich durch den heutigen
"Mill Lane" bis zum Gebiet des "Cromer Hall". Man
sagt, dass dies die bestimmte Stelle ist, worauf sich die Geschichte
von "Arthur Conan Doyle's "Der Hund von Baskerville"
basiert.
Infos dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Hund_von_Baskerville
~*~
Erscheinungen
von schwarzen Hunden
Bericht von Dr. SIMON SHERWOOD, Dozent der Universität
von Nordhampton
"Mein
Interesse an diesen Erscheinungen resultiert aus einem persönlichen
Erlebnis, welches ich im Alter von vier Jahren hatte. Später, im
Alter von neun oder zehn, schrieb ich darüber einen Artikel für
unser Schulbuch.
Es war das Jahr 1974. Ich lag bereits einige Stunden im Bett. Ich wachte
auf, weil ich tappende Fußschritte hörte, schaute auf und
dachte, dass mein Hund wieder einmal im Zimmer war, doch zu meinem Entsetzen
sah ich stattdessen ein riesiges schwarzes Tier im Zimmer stehen. Vermutlich
hatte es Hörner oder es waren vielleicht auch die Ohren, die so
wirkten wie Hörner. Es galoppierte durch das Zimmer auf mich zu!
Ich versuchte zu schreien, aber es war einfach nicht möglich. Ich
bekam keinen Ton heraus! Die Augen der Kreatur waren strahlend Gelb
und schienen mir so groß wie Untertassen. Das Tier lief zu meiner
Zimmertüre und verschwand so plötzlich, wie es aufgetaucht
war. Damals versuchten meine Eltern mich zu beruhigen, indem sie mir
rationale Erklärungen dafür lieferten, was die Erscheinung
tatsächlich gewesen sein könnte. Wie auch immer, später
schrieb ich folgendes in mein Schulbuch:
"Ich glaubte an die Erklärungen meiner Eltern, bis ich einige
Jahre später darüber einen Artikel in der lokalen Tageszeitung
entdeckte. Es handelte sich um ein frequentiertes Rathaus, welches angeblich
von einem Poltergeist bewohnt wurde. Es wurde berichtet, dass das Baby
der Familie von verschiedenen Gegenständen regelrecht beschossen
wurde. Der Vater des Kindes behauptete, ein schwarzer Hund würde
sich immer auf ihn stürzen und sich in Luft auflösen. Er behauptete
zudem eine schwarze Ziege durch das Haus rennend gesehen zu haben
.
Nachdem ich diesen Bericht gelesen hatte, war ich überzeugt, dass
was ich vor einigen Jahren geglaubt hatte gesehen zu haben, war tatsächlich
so passiert.
Seitdem habe ich versucht diesen Bericht im Zeitungsartikel zu überprüfen,
jedoch ohne Erfolg, obwohl ein Mitarbeiter der Tagszeitung für
mich einige Details des Falles zusammengestellt hatte. Ich vermutete
jedoch, dass ein Geistlicher vom angrenzenden/benachbarten Dorf dorthin
geschickt worden ist, um einen Exorzismus durchzuführen. Leider
bin ich nicht in der Lage gewesen, dieses zu überprüfen."

Dr. Simon Sherwood
Auf der Suche nach weiteren Informationen über ähnliche Fälle,
setzte Dr. Simon Sherwood 1993 eine Anzeige in die "The Psi Researcher",
in der er nach weiteren Informationen über Tier-Erscheinungen -
insbesondere über die der schwarzen Hunde - suchte. Er erhielt
einige sehr nützliche Antworten und ging vielen Hinweisen nach."
Dieses
Erlebnis führte unter anderem dazu, dass sein Interesse für
das Paranormale geweckt wurde. Dr. Simon Sharewood hat diese Erfahrung
im "Exceptional Human Experiences (EHE) Journal" und in "The
Journal Of The American Society for Psychical Research" im Jahre
2000 veröffentlicht.
Mehr Informationen über das Phänomen "schwarze Hunde"
und zu seiner Person:
http://nli.northampton.ac.uk
http://www.parapsych.org/members/s_sherwood.html
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