Auch
in der deutschen Mythologie haben Phantomhunde ihren Platz. Zwar sind
in den Berichten die Übergänge zu Werfwölfen oft schwimmend,
aber die charakteristischen Merkmale aus den Legenden von Großbritannien
sind deutlich auch bei uns vertreten. Oft im Zusammenhang bekannt
als Schatzhüter, "Aufhocker" oder als Überbringer
von Unglück und Tot. Meist ist in den neueren Sagen das alte
Motiv des Hundes in der Gestalt des Teufels aufgenommen. Eins waren
Hunde in der christlichen Vorstellung missachtet und verrufen.
Baden-Württemberg
Alte
Burg - Kissleg (Landkreis Ravensburg)
Einem Arzt, der um Mitternacht zu einem Kranken unterwegs war, begegnete
in der alten Burg ein großer Pudel mit feurigen Augen. Der Hund
sprang vor dem Wagen umher, bis das Kreuz geschlagen wurde, dann soll
der Spuk verschwunden sein. Auch anderen Leuten soll sich dieser Phantomhund
angeschlossen haben und ihnen wenige Meter bis zum "Hahnensteiger
Weiher" nachgelaufen sein. Hier springt er dann mit einem großen
Satz ins Wasser.
Burg
Achalm - Reutlingen
Die Schätze im Inneren von Achalm werden von zwei riesigen schwarzen
Pudeln mit glühenden Augen bewacht, die alle Versuche diese zu
beheben, verhindert haben.

Burg Achalm (heute ist nicht mehr viel davon übrig
geblieben)
Bussenburg - Offingen (Lkr. Biberach)
In Bussen soll ein Schatz begraben liegen, der von einer feuerspeienden
Schlange und einem schwarzen Pudel mit glühenden Augen bewacht
wird. Wer ihn haben will, muss nachts um zwölf Uhr durch den
Turm hinabsteigen.
Tübingen
Ranzenpuffer ist der Name eines in den Wäldern Tübingens
(Süddeutschland) spukenden "grünen Jägers",
der die Leute durch Brüllen und sonstigem Spuk erschreckt. Er
kann sich in Tiere verwandeln, unter anderem auch in einen schwarzen
Hund.
Burg
auf dem Schnellerts, im Odenwald
Hier auf der Burg geht ein schwarzer Hund um.
Bayern
Georgibichl
- Ascholding (Lkr. Bad Tölz-Wöfratshausen)
Im Georgibichl, auch Birnberg oder Birn genannt, gilt seit langer
Zeit als unheimlicher Ort. Hier soll sich ein Geisterhund mit Augen
wie glühende Kohlen herumtreiben.
Glonn
- Lkr. Ebersberg
Hier am Sühnekreuz soll man einen schwarzen Hund mit feurigen
Augen gesehen haben. Laut Volksglauben irren Menschen in Tiergestalt,
ohne Kopf, oder als Irrlichter umher, weil sie keine Ruhe finden können.
Es sind Opfer von Mord oder Unglück, die so vorzeitig aus dem
Leben gerissen worden sind.
Strasshof
Gundamsried - Pfaffenhofen an der Ilm
Hier wurden früher die Bauern immer von einem großen schwarzen
Hund erschreckt, der vor ihnen über die Straße lief. Die
Pferde waren dann jedes Mal so verstört, dass man sie nur mit
Mühe zum Weitergehen brachte.
Hessen
Die
Ulmbach-Brücke
Etwa 500m vor Holzhausen nach rechts, führt eine kleine Straße
ab. Sie führt über eine Brücke über den Ulmbach.
Auf dieser Brücke soll ein großer unheimlicher Hund sein
Unwesen getrieben haben. Er erschreckte Leute und sprang ihnen auf
den Rücken. Wer den Weg über die Brücke nehmen musste,
wurde mit den Worten gewarnt: "Sei vorsichtig und gib Acht, dass
dich der Brückenhund nicht erwischt!"
Darmstadt
Im 13. Jahrhundert machte ein großes schwarzes Tier die Region
um Darmstadt unsicher. Es soll viele Leute getötet haben, bis
der Baron von Frankenstein das bösartige Vieh erschlug. Angeblich
soll er bei diesem Kampf Wunden davongetragen haben, an dessen Folgen
er schließlich starb.
"Hinter dem Graben" - Ein Flurstück im Haiger
Nördlich der B 227 befindet sich der "Hinterm Graben".
Der Sage nach soll hier früher ein riesiger Hund sein Unwesen
getrieben haben. Wegen seiner tellergroßen, furchtbaren Augen
hieß er der "Dellerhund". Wer sich nicht an die örtlichen
Bewässerungsregeln hielt, dem sprang der "Dellerhund"
auf den Rücken und ließ sich erst im Aubach wieder abschütteln.
Nordrhein-Westfalen
Die
"Fünf-Bogen-Brücke" in Kamen
Hier an der Brücke sah man ab und zu feurige Lichter wie Augen
(oder feurige Augen wie Lichter) in der Dunkelheit. Mitunter zeigte
sich nachts am Damm ein großer Hund, der sich weder durch Schläge,
noch durch Schüsse einschüchtern ließ und keine einzige
Wunde davontrug.
Ein Bahnwärter aus Kurl eilte in der Nacht von seinem Posten
an den Gleisen nach Hause, als der Hammer Zug (ist das der Zug aus
Hammer oder war das ein hammermäßig toller Zug? Ist das
erste der Fall, dann stimmt dir Schreibweise. Ich frag eh nur, weil
ich die deutschen Städte nicht kenne hihi) an ihm vorbeirollte.
Plötzlich sprang ein Hase neben ihm auf, der viel größer
war, als es von einem Langohr gewohnt ist. Der Eisenbahnwärter
schlug mit dem Stock nach ihm, doch das Tier wuchs und wurde so groß
wie ein Hund. Da wurde es dem Wärter unheimlich zumute. Immer
noch wuchs das Tier, sprang davon und lärmte sonderbar im Gebüsch.
Erst am nächsten Tag wurde dem Mann klar, das ihn ein Spuk genarrt
hatte.

Bild: Die "Fünf-Bogen-Brücke"
in Kamen
Haus
Wilbring (Walttrop)
Um das ehemalige Adelshaus ranken sich etliche schaurige Geschichten.
So soll es dort einen riesigen schwarzen Hund mit tellergroßen
Augen gegeben haben, der besonders zur Fastenzeit in der Burg auftauchte.
Zuerst hielt sich die Bestie im Keller auf. Jede Nacht aber stieg
es immer etwas höher den Bergfried hinauf, bis es endlich am
Aschermittwoch den Dachboden des Turmes erreicht hatte. Wer den schaurigen
Hund vertreiben wollte, musste scheitern: Der Hund war unberührbar.
Wer auf ihn schoss, war dem Tod geweiht, denn die Kugel prallte an
dem schwarzen Fell ab und traf den Schützen. Erst einige Nächte
nach Aschermittwoch verschwand die grausige Gestalt.
Schwerter Mühle (Schwerte - Kreis Unna)
Wie die Sage berichtet, soll es in der Mühle gespukt haben. Eines
Tages meldete sich ein mutiger, kräftiger Bursche, der sich nicht
davon bange machen ließ. Als er um Mitternacht seine Arbeit
tat, schlichen sich einige Katzen in seinen Raum, eine größer
als die andere, die letzte so groß wie ein Ungeheuer mit glühenden
Augen. Fauchend kreisten sie den Burschen ein, leckten sich das Maul
und wollten ihn fressen. Der Knecht aber griff nach einer Kelle kochenden
Wassers und begoss die Tiere damit. Die Katzen kreischten höllisch
auf und jagten davon. Aber der letzten konnte der Bursche noch eine
Tatze abschlagen. Am nächsten Morgen wunderte sich der Müller
sehr über seinen gutgelaunten Gesellen. Die Müllersfrau
aber lag mit einer abgeschlagenen Hand im Bett. Als der Knecht das
erfuhr, sorgte er dafür, dass die Müllerin verurteilt und
auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde.
Der Schwarze Hund in Süchteln
Der Spukpesch, ein vormals kleines Hochwäldchen am Heidweg, ist
wohl der unheimlichste Ort im ganzen Städtchen. Hier treiben
gleich drei Gespenster ihr Unwesen. In grauer Vorzeit wohnte in Süchteln
ein reicher Mann, der sein großes Vermögen hauptsächlich
durch Betrug erworben hatte. Als er fühlte, daß er bald
sterben würde, vergrub er sein ganzes Geld in diesem kleinen
Wäldchen am Heidweg. Nach seinem Tode erschien er, in einen großen
schwarzen Hund mit feurigen Augen verwandelt, am Spukpesch und muß
nun auf alle Zeiten in der Geisterstunde um den verborgenen Schatz
herumschleichen, um ihn zu bewachen. Auch spukt dort ein großer
schwarzer Vogel, der unbefugten Jägern solange um den Kopf fliegt
und sie nicht von der Stelle läßt, bis daß der Tag
anbricht. Und wer dort unerlaubterweise Holz sammelt, dem wird dieses
von unsichtbarer Hand entrissen.
Quelle: Süchtelner Spukgeschichten, http://www.soetele.de
Rheinland-Pfalz
Im Jahre 856 soll während eines heftigen Gewitters ein riesiger
schwarzer Hund in einer Trier Kirche erschienen sein. 867 taucht ein
ähnlicher Hund in Sachsen auf.

Die
Stadt Görlitz an der Neiße
Sachsen
Der schwarze Hund in Görlitz
Bis vor wenigen Jahren war in Görlitz an der Ecke der Juden-
und Büttnergasse im Pflaster ein großes Abzugsloch. Früher
nannte man es "das Hundeloch". Der Grund ist die folgende
Legende:
Ein großer schwarzer Hund soll in Görlitz zwischen zwölf
und ein Uhr in der Weihnachtsnacht spuken. Dieser kriecht aus einem
Wasserloch am Jakobshospital (heute etwa vor der Adler-Apotheke) ,
läuft zum Frauentore, bis an dieses Loch, wo er verschwindet.
Nach einer Weile kommt er wieder heraus und zieht von Dannen. Damals
ließen die Soldaten am Frauentore stets die Pforten auf, weil
sie Angst hatten, seinen Weg zu hindern. Eines Tages beschloss ein
Spötter diesem Hund entgegen zu treten. Es war an einem stürmischen
Weihnachtsabend. Die Soldaten saßen in ihrer Wachstube, als
dieser die Pforte schloss und sich mit aufgestecktem Bajonett (eine
auf den Gewehrlauf aufsteckbare Stoßwaffe in Form eines langen
Dorns) an der Innenseite aufstellte.
Kaum
hatte es zwölf Uhr geschlagen, da kam auch schon der große
schwarze Hund. Als dieser das Tor nicht geöffnet vorfand, schüttelte
er sich zornig und machte große feurige Augen. Mit einem gewaltigen
Sprung setzte er über das hohe Gitter hinweg. Als die Soldaten
ein furchtbares Schnauben und Krachen hörten, schauten sie nach
und fanden ihren Kameraden leblos im Schilderhause liegen. Seine Flinte
war zusammengedreht wie eine Schraube. Als der Soldat später
erwachte, erzählte er ihnen, was ihm wiederfahren war. Doch vollständig
gesund wurde er nicht mehr, denn schon nach drei Wochen war er tot.