
Varianten:
Tein sidhe, Tein sionnic, Seán na gealaige, Liam na Lasoige
Die
Sheerie (diese Wortform zeichnet sowohl den Singular als auch den
Plural aus) ist eine der außergewöhnlichsten und zugleich
die gefährlichste der irischen Elfen. Sheerie sind bizarre Geschöpfe,
die sowohl Elemente menschlicher als auch elfischer Natur miteinander
verbinden.
Es
gibt zwei Arten der Sherrie. Zum einen sind da die Wasser-Sheerie
(Watershee), die Sumpf- und Küstengegenden bewohnen, und die
Land-Sheerie, die in der Nähe einsamer und verwahrloster Gebäude,
etwa Bauernhöfe oder Mühlen, den Menschen auflauern.
An
Orten, die mit heidnischen Riten und Traditionen in Verbindung gebracht
werden, wie zum Beispiel Ringforts, Erdwälle oder Grabhügel,
sind ebenfalls ein beliebter Aufenthaltsort der Land-Sherrie. Zudem
sind diese Wesen während der Zeit um Beltane (30.April) oder
Samhain (31.Oktober) am aktivsten. Diese Sherrie-Art beherrscht keine
Sprachen im üblichen Sinne, sie können lediglich hohe, spitze
und sehr schrille Schreie ausstoßen, die bei Menschen die Wirkung
hat, als ob das Blut in den Ohren rauscht.

Beide
Sherrie-Spezien besitzen die gefährliche Macht, jeden Menschen,
der ihnen begegnet, für eine Weile in den Wahnsinn zu treiben.
Es wird von Personen berichtet, die sich verlaufen haben und zunehmend
hysterisch und verwirrter wurden und sinnlose Redensarten von sich
gaben. Diese Wirrnis der Menschen bereitet den Sherrie besonders große
Freude
Viele Menschen erkennen die Wasser-Sherrie oft nicht als solche, da
diese sehr helle, lichte Wesen sind, die meist mit brennenden Sumpfgasen
verwechselt werden. Doch diesem Argument ist entgegenzusetzen, dass
Gas sich nicht von allein entzündet und nicht aus eigenem Impuls
umherstreift. Ein sehr altes Gebet aus Connemara * besagt: "Vor
Gespenstern, Geistern und den Sherrie, O Herr, schütze uns."
Die
Wasser-Sherrie, so sagt man, ist von allen Elfenarten die gefährlichste
und tückischste. Diese Geschöpfe leben meist in den vielen
Sumpfgebieten Irlands und entsprechen wohl am ehesten unseren vorgefertigten
Vorstellungen einer Fee - klein, zierlich mit hauchdünnen Flügeln.
Oft tritt sie jedoch als schöne Frau auf, um Wanderer mit ihrem
sanften Aussehen oder mit ihrem süssen Gesang in die Moore und
Seen zu locken, um sie dort zu ertränken. Die Wasser-Sherrie
ist ein gefährlicher todbringender Geist. Und glaubt man den
Erzählungen, so verzehrt sie die Seele der Sterbenden. Nur ein
Kreuz, ein heiliges Amulett oder ein ehrliches Gebet kann gegen diese
Bedrohung wirken. Auch Weihwasser soll die Sherrie vertreiben, allerdings
nur für kurze Zeit.
*(Connemara (irisch: Conamara), der Name stammt
ursprünglich von Conmhaicne Mara (Nachkomme von Conmhac), ist
eine Region im Westen Irlands in der Grafschaft Galway.)