Mit
diesen Worten wollen wir Ihnen eine Geschichte darlegen, die sich
1862 tatsächlich in Stans zugetragen hat!
Melchior
Joller ein angesehener Anwalt, Nationalrat und Vater, berichtet in
seinem Tagebuch über mysteriöse Spukphänomene, die
ihm und seiner Familie zugestoßen sind!

Melchior
Joller und Familie
Am 5. Juni 1862
nahm
die Tragödie ihren Lauf, als Oskar - der Sohn von Melchior Joller
- nicht zum Abendessen erschien. Als die Familie ihn suchte, fand
man den Jungen ohnmächtig in einer Kammer liegen.
Als
er wieder erwachte, berichtete er davon, dass es dreimal an die Türe
klopfte und diese sich dann öffnete. Er sah eine weißlich
unförmige Gestalt in die Kammer eintreten, kurz darauf verließen
ihn die Sinne und er wurde ohnmächtig.
Die Kammer heute
Am
4. Juli 1862
wird
Joller selbst Zeuge eines mysteriösen Ereignisses, welches selbst
er sich nicht erklären konnte. Nach
Beendigung eines Gerichtstermins kam Joller nach Hause. Kurze Zeit
später rief ihn seine Frau zu sich ins Treppenhaus. Kaum im Treppenhaus,
vernahm Joller auch schon seltsame Klopfgeräusche, die aus dem
Inneren des Treppenhauses bzw. aus den Wänden zu kommen schienen!
Er hörte zwölf mäßige Klopfgeräusche, die
sich scheinbar bewegten. Sein erster Gedanke galt an Ungeziefer, doch
wie er selbst gegen die Wand klopfte um etwaige Ratten zu verscheuchen,
bekam er eine Art klopfende Antwort zurück.
Kurze
Zeit später gab es dunkle Schläge als würde jemand
mit der Faust zuschlagen und dann ertönte ein Klopfen an die
Stubentüre. Joller dachte, jemand verlangte Eintritt, ging zur
Türe und öffnete diese. Jedoch war dort niemand zu sehen.

Die
Stube
Am 16. August 1862
ist
Joller davon überzeugt, dass man ein böses Spiel mit ihm
treibt. Er wälzte Bücher über Experimentalphysik, um
dem anhaltenden Klopfgeräusch auf die Schliche zu kommen. Seine
Bücher gaben ihm keine Antworten auf seine Fragen. So ging er
nun selbst und bewaffnet mit einem Stilett in seinen Keller. Er selbst
war der festen Überzeugung, jemand habe möglicherweise Apparaturen
im Keller angebracht.
Doch
so sorgfältig Joller auch den Keller absuchte, er fand nichts,
was auf die seltsamen Ereignisse im Haus zurückzuführen
wäre.
Am 26. August 1862
spitzte
sich die Lage zu, als das Dienstmädchen und eines seiner Töchter
ein schreckliches Erlebnis hatten. Beide
befanden sich im Obergeschoss des Hauses, als sie im Gang schwere
Tritte gegen die Tür vernahmen. Als sie nachschauten sahen sie,
wie sich der schwere Eisenriegel bewegte und die Türe sich langsam
von alleine öffnete.
Vor
Angst gepeinigt, sprangen sie aus dem oberen Stockwerk hinunter und
zogen sich leichte Fußverletzungen zu.
Der
kleine Gang
Am
3. September 1862
waren
die Ereignisse, die sich im Hause Joller zutrugen, nicht mehr geheim.
Die
Zeitungen schrieben bereits schon überregional, was sich bei
den Jollers zutrug. Auch die Gemeinde ließ sich nicht abhalten
am Hause der Jollers zu stehen und sich zu bekreuzigen, angelockt
von den Schlägen, die sie aus dem Hause kommen hörten.
Joller
selber hatte bereits Angst um das Haus, da die Schläge und das
Klopfen immer lauter wurden. Die Schläge waren so laut und fest,
dass sogar der schwere Eichentisch, einige Zentimeter vom Boden abhob
und die Gegenstände die darauf lagen, hinunter fielen. Joller
hatte schon die Befürchtungen, dass das Haus unter diesem Grollen
einstürzen könnte.

Am 16. September 1862
Schlimmer
für die Familie waren nicht nur das Poltern, sondern das nebst
ihnen auch der Besuch Berührungen verspüren konnte, dessen
Ursprung nicht auszumachen war!
Eines
nachts spürte Melchior Joller die Hand eines Kindes, welches
ihm über die Wange strich. Noch im Halbschlaf ergriff er die
Hand des Kindes und erschrak sich, denn diese Hand fühlte sich
nicht wie die warme gesunde Hand seines Sohnes an!
Als
er letztendlich ziemlich erschrocken die Augen öffnete, war sein
Sohn nicht da.

Das
Schlafgemach
Am 18. September 1862
Die
Situation, welche sich im Hause zu trugen, spitzten sich von Tag zu
Tag zu, so dass Melchior Joller nicht mal mehr seinem Beruf nachgehen
konnte.
Seine
Familie hatte nunmehr Angst am helllichten Tage alleine in dem Haus
zu sein, da nicht nur das Gepoltere und die Berührungen von Tag
zu Tag mehr wurden. Nun verschwanden Dinge vor ihren Augen und tauchten
an anderer Stelle wieder auf.

Am 21.September 1862
Nun
wurde eine Dreier-Kommission einberufen, die sich dem Geschehen im
Hause Joller annehmen sollten. Dazu war es nötig, dass die gesamte
Familie Joller für drei Tage in das Hotel Engel ziehen sollte.
Die
Kommission war nunmehr drei Tage und Nächte im besagten Hause,
doch von einem Poltern und Grollen oder verschwindenden Gegenständen
bis hin zu wundersamen Berührungen, tat sich nichts im Hause
Joller. Und
der Kommission blieb nichts anderes übrig, als in ihrem Bericht
festzuhalten, dass keinerlei mysteriöse Vorkommnisse geschehen
sind. Die Untersuchungen wurden eingestellt und der Fall ad acta gelegt. Die
Familie Joller zog des nachts noch in ihr Haus zurück.
Am
22. September 1862
Kaum
hatte die Familie Joller die Stube verlassen, vernahmen sie auch schon
schnelle Schritte. Es klang fast so, als würde ein Schar von
Leuten in Socken in der Stube herumtanzen. Um zu lauschen weilte Melchior
Joller kurz vor der Tür, als er diese dann öffnete.
Die
Familie war verwundert über den Anblick, der sich ihnen mit der
geöffneten Türe bot. Der Tisch und die Stühle waren
nicht mehr an ihrem gewohnten Platz, sondern es bot sich ein heilloses
durcheinander.
Der
Tisch lag auf seiner Tischplatte und die Stühle wurden ebenfalls
mit der Sitzfläche nach unten auf dem Tisch positioniert. Dies
alles geschah binnen einer Minute.

Der
Bericht der Dreier-Kommission
Am
2. Oktober 1862
Melchior
Joller beobachtete am frühen Morgen, wie sich ein Apfel verselbstständigte,
indem dieser die Treppe herunterhüpfte. Von dort an der Haustüre
vorbei in die Stube, dort kurz verweilte und dann weiter in die Küche
hüpfte.
Die
Magd nahm den hüpfenden Apfel und warf ihn dann zum Fenster hinaus.
Der
Apfel kam durchs selbige Fenster wieder herein geflogen und lag dann
auf dem Küchentisch. Als Melchior Joller später wieder in
die Küche kam, schlug eine Birne direkt neben ihm auf den Boden
auf. Diese Birne schien von der Decke gekommen zu sein.
Der
Tisch und die Stühle - ein seltsames Bild
Am 12. Oktober 1862
Melchior Joller fügte folgende Worte in sein Tagebuch:
"Wer das Unglück hat, von einem solchen Ereignis berührt
zu werden, den schützt weder Familienglück noch Ansehen
und unbefleckter Name. Ich
habe vieles ertragen, das fürchterliche Poltern und Lärmen,
die mächtigen Erschütterungen, die geisterhaften Erscheinungen
und die Ängste um Leib und Leben unserer Familie. Ich habe den
Tumult und die Sensationsgier ums Haus ertragen und dass die staatlichen
Stellen mich allein gelassen haben.
Ich
habe auch ertragen, dass die zahlreichen Zeugen von ihren Aussagen
abrückten und sich nicht mehr erinnern wollten. Eines aber konnte
ich nicht ertragen: Die anonymen Angriffe in den Zeitungen, die feigen
Gerüchte, den Hohn und Spott, ausgerechnet aus den Reihen meiner
Freunde. Das war ein Angriff auf meine Ehre und die meiner Familie
und hat mir am Ende das Fundament für das Bleiben in meiner geliebten
Heimat entzogen."
Diese
Tragödie war letztendlich der Grund, warum ein angesehener Mann
nebst seiner Familie, all ihre Zelte abbrechen mussten um der Schmach
zu entgehen.

Der
Apfel macht sich selbstständig
Das
Tagebuch gibt es nun auch zu kaufen!
Melchior Joller: Das Spukhaus von Stans
Nachwort: Brigitt Flüeler
Verlag: edition b
ISBN 3-033-00961-1 / 978-3-033-00961-5
25 SFR / 18 Euro
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Das Spukhaus von Stans
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