GeisterNet-Interview mit Volker Anding


GeisterNet:
Seit 1986 sind Sie bereits im Filmgeschäft tätig, ihr Schwerpunkt liegt im Dokumentationsbereich. Wann haben Sie die Grenzwissenschaften für sich entdeckt und was möchten Sie mit ihren Dokumentationen den Menschen näher bringen?

Volker Anding:
Die Parapsychologie hat mich im Fernsehen in den 70er Jahren kalt erwischt. Dort sah ich Prof. Bender und den Fall Rosenheim. Da fragte ich mich, ob an den Erlebnissen, die Edgar A. Poe, Stevenson etc. erzählen, vielleicht doch etwas Wahres dran ist.


GeisterNet:
Wie sind Sie auf den Fall "Spukhaus in Stans" bzw. Melchior Joller aufmerksam geworden und was war es, das Sie dazu veranlasste, der Geschichte der Familie Joller auf den Grund zu gehen?

Volker Anding:
Ich entdeckte in einem Antiquariat in Leipzig SPUK - EIN RÄTSEL DER MENSCHHEIT von Fanny Moser. Dort ist das Tagebuch von Melchior Joller abgedruckt. Die Geschichte zog mir schlicht die Schuhe aus. Ich habe mir sofort ein Bahnticket gekauft und bin hingefahren.


GeisterNet:
Wie lange haben Sie für die Recherchen "Das Spukhaus in Stans" gebraucht, um letztendlich mit Ihrem Dokumentarfilm anfangen zu können?

Volker Anding:
Ich habe mir vor der Reise eine DV-Kamera gekauft und die Recherche sofort mitgedreht. Davon ist auch einiges im Film gelandet. Als ich dort erfuhr, dass das "Spukhaus" bald abgerissen werden soll, habe ich mich sehr beeilt und versucht, mit meinem Filmkonzept ZDF/ARTE zu interessieren - mit Erfolg!


GeisterNet:
In der Dokumentation ist auch Dr. Walter von Lucadou zu sehen. Wie haben Sie Dr. Walter von Lucadou kennen gelernt und was denken Sie über seine Arbeit als Parapsychologe?


Volker Anding:
Der Film "Geister sind auch nur Menschen" ist ein Portrait über seine Arbeit. Er ist ein kreativer Wissenschaftler, der nie seinen Humor verliert.

 


GeisterNet:
In der Dokumentation sind einige seltsame Begebenheiten zu sehn, unter anderem, wie sich des Nachts eine Tür wie von Geisterhand öffnet! Was haben Sie gedacht, als Sie die Auswertungen des Filmmaterials vorgenommen hatten?


Volker Anding:
Ein Geschenk für jeden Dokumentarfilmer!

 

GeisterNet:
Ist es Ihrer Meinung nach wirklich möglich, dass Orte oder Personen von "Geistern" heimgesucht werden, oder sind Sie davon überzeugt, dass alles eine natürliche Ursache haben kann?


Volker Anding:
Überzeugt bin ich davon, dass wir trotz wissenschaftlicher Fortschritte
mehr Fragen als Antworten haben. Ich glaube nicht an Übernatürliches.
Wenn es Spuk gibt - tausende von Erfahrungen sprechen dafür - dann gehört es zur Natur, wie Blitz und Donner. Den Kugelblitz hat man bis heute noch nicht vollständig erklärt. Weil Kugelblitze selten sind und es wenige Zeugen gibt, werden sie von vielen Wissenschaftlern angezweifelt. Die Geschichte der Menschheit zeigt, dass man Phänomene, die man nicht erklären konnte, oft als Teufelswerk bezeichnet hat. So war es noch vor 200 Jahren sehr gefährlich zu behaupten, dass manchmal Steine vom Himmel fallen. Heute weiß jedes Kind, dass es Meteoriten gibt.


GeisterNet:
Wie wird es mit "Das Spukhaus in Stans" weiter gehen? Wird es eine weitere Dokumentation mit einem möglichen Ende bzw. des Rätsels Lösung geben?


Volker Anding:
Hoffentlich gibt es eine Lösung des Rätsels! Dokumentarfilm ist leider kein Wunschkonzert. Aber Rätsel ziehen mich immer schon magisch an und lassen mich nicht mehr los. Ich bleibe dran...

 

GeisterNet:
Sind von Ihnen noch weitere Dokumentationen im Bereich der Grenzwissenschaften geplant und wenn ja darf man erfahren, was uns erwarten darf?


Volker Anding:
Siehe oben: Ich habe, seitdem der Film fertig ist, schon wieder mindesten 6 Stunden Filmmaterial gedreht. Sobald ich das Rätsel löse, beginnt sofort der offizielle zweite Teil des Films. Vielleicht wirkt ja die Neu-Edition des Tagebuchs von Melchior Joller wie ein Kick für die "Wächter des Archivs" in Rom.


GeisterNet:
Abschließend noch eine Frage. Glauben Sie an ein Leben nach dem Tode? Oder sind Sie der Überzeugung, dass mit dem Ableben wirklich alles vorbei ist?


Volker Anding:
Ich bin überzeugt davon, dass man es nicht herausfinden kann; denn sonst wüsste man es hier und jetzt ja schon. Ich lass mich überraschen.


~*~

Das GeisterNet-Team möchte Ihnen für das Interview danken und wünscht Ihnen für ihre weiteren Projekte alles Gute!


GeisterNet-Buch-Tip



"Das Spukhaus von Stans" ist die originalgetreue Neuedition der Erzählung von Melchior Joller aus dem Jahr 1863 mit einem Nachwort von Brigitt Flüeler.

Zu beziehen bei:

Bücher von Matt
Postfach 1072
CH-6371 Stans

Tel: +41 (0)41 619 77 77
Fax: +41 (0)41 619 77 78

Melchior Joller: Das Spukhaus von Stans
ISBN: 3-033-00961-1 / 978-3-033-00961-5

Der Preis beträgt sFr. 25.-

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Joller, Melchior;
Das Spukhaus von Stans

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Stand: Januar 2007


 

 


 

 


Volker Anding

Spukfälle