Ich
wohnte übergangsweise in der Wohnung eines Freundes, bis meine
Wohnung fertig renoviert war. Ich weiß nicht wieso, aber ich
fühlte mich im Schlafzimmer nicht sonderlich wohl - vielleicht
lag es auch nur an dem riesigen Spiegelschrank, der das Schlafzimmer
zierte!
Nun
eines Tages ging ich spät ins Bett und hoffte schnell einzuschlafen,
als ich hörte, wie die Musikanlage im Wohnzimmer ansprang und
die Lautstärke doch schon recht laut war. Ich
dachte mir nichts dabei und sprang aus dem Bett, um die Musik abzustellen
und bildete mir ein, dass es sich wohl um "Stromschwankungen"
handeln musste - eine andere plausible Erklärung fiel mir dazu
nicht ein.
Ich
kehrte zurück ins Schlafzimmer und legte mich ins Bett. Ich drehte
mich auf die linke Seite, sodass ich jetzt freien Blick auf das Schlafzimmerfenster
hatte. Plötzlich wurde mir Angst und Bange, mein Herz klopfte
mir bis zum Hals, mein Atem ging nur noch sehr flach, ich hatte Beklemmungen
auf der Brust und wollte meine Augen nicht öffnen. Meine
Nasenspitze war so kalt wie ein Eiszapfen und obwohl es eigentlich
im Schlafzimmer sehr warm war, hatte ich das Gefühl, ich läge
in einem Gefrierschrank. Ich zog die Decke über den Kopf und
hoffte, mich selbst mit meinem Atem, etwas zu wärmen. Doch leider
war dies ohne Erfolg - die Angst wurde immer größer und
die Kälte im Raum blieb - insbesondere an mir!
Ich
weiß nicht wie lange ich so da lag, doch plötzlich ging
der Radiowecker an, er spielte eine ganz besondere Melodie. Diese
Melodie hatte ich einige Zeit zuvor mal im TV gehört, es war
die Schlussmelodie eines Films, in dem Marianne Sägebrecht mitspielte.
Leider erinnere ich mich nicht mehr an den Titel des Films. Ich
dachte, das kann es ja nicht geben, wie kann der Radiowecker diese
Melodie spielen, wo überhaupt kein Sender eingestellt war? Außerdem
war es ein Song aus einem Film, der schon einige Jahre alt und der
ganz bestimmt noch in keinem Radio zu hören war!
Wer
wusste denn, dass mir dieses Lied so sehr gefällt? Und wer ist
es, der in meinem Zimmer ist und mir solche Angst macht? Ich
wusste innerlich, ich darf mich nicht umdrehen, ich darf nicht an
mein Bettende schauen. Dort steht jemand - jemand, der mit keinen
sonderlich guten Absichten zu mir gekommen ist!
Ich
lag bestimmt einige Stunden so da - regungslos, total verstört,
hoffend, dass dieser Alptraum bald ein Ende haben würde! Endlich
- ich glaube es waren ca. 2 Stunden vergangen - kehrte Wärme
in meine Nasenspitze und somit in meinen Körper zurück.
Ich
fiel in einen unruhigen Schlaf und dennoch war dieser Schlaf eine
Erlösung für mich!
Am nächsten
Morgen - schon sehr zeitig - bekam ich einen Anruf von meiner besten
Freundin. Sie klang sehr aufgeregt und fragte mich, wie es mir denn
ginge. Ich
antwortete ihr, dass es mir ganz gut ginge und verschwieg, was ich
in der Nacht durchgemacht hatte. Doch das war nicht nötig gewesen,
denn prompt sagte meine Freundin, sie sei in der Nacht bei mir in
der Wohnung gewesen. Sie habe einen alten Mann mit einem Spazierstock/Krückstock
an meinem Bettende stehen sehen, der unheimlich wirkte. Sie
erzählte mir, dass sie die ganze Zeit in meiner Nähe stand
und mich inständig anflehte, mich nicht umzudrehen und nicht
nachzuschauen, wer an meinem Bett stünde.
Ich
war geschockt, denn sie erzählte mir von dem Schlafzimmer und
der Wohnung. Sie sagte mir, wie sie die Wohnung betreten habe, kam
sie nicht durch die Tür, sondern durchs Fenster rein. Alles was
sie erzählte stimmte überein, nur war ihre Sicht Spiegelverkehrt
gewesen. Sie war niemals in dieser Wohnung, woher kannte sie die Räumlichkeiten?
Nachdem
meine Freundin geendet hatte, sagte ich ihr die Wahrheit: Dass meine
Nacht ein absoluter Horror war und ich Angst hatte, dass ich sogar
sterben würde, wenn ich nur meinen Kopf einen Zentimeter bewegen
würde! Meine
Freundin sagte mir, dass sie nicht wüsste warum und wie sie letztendlich
in mein Schlafzimmer gekommen ist. Sie musste geträumt und gespürt
haben, dass ich Hilfe benötige. Sie wusste, sie musste mich vor
diesem Mann schützen, er stellte für sie das pure Böse
dar.
Und
diesmal war ich für unsere enge Verbundenheit so unendlich dankbar!
Wer weiß was geschehen wäre, wenn meine Freundin in dieser
Nacht nicht zu mir gekommen wäre?!
- Nicky
-