Beelitzer Heilstätten
2. Der Besuch

Beelitzer Heilstätten


"Warum sind wir, Mermaidnixe und Silentnurse, auf Beelitz Heilstätten aufmerksam geworden?"
"Alsoooo, Nixi ist aus der Zeitung (Berliner Kurier, Datum) auf dieses verlassende Krankenhausgelände aufmerksam geworden. Die Bilder in der Zeitung hätten geradewegs aus einem Steven King-Film entstammen können und es mutete dort sehr mysteriös und unheimlich an. Und da alte Krankenhäuser ja einen gewissen Ruf für Paranormales haben, und Nixi und ich uns ja für sowas interessieren, sind wir dahin gefahren. "Bewaffnet" mit Kamera, Taschenlampen und Abenteuerlust, machten wir uns auf den Weg nach Beelitz und waren sehr gespannt auf das, was uns da erwartet.

Wir also hin! Als wir dort ankamen, waren wir sehr überrascht über das Feeling, welches das Gelände ausstrahlt und über komische Gefühle, die es hervorbringt. Die Gebäude begrüßten uns mit einer erdrückenden Atmosphäre und die offenen, nur noch mit Glassplittern bedeckten, Fenster beäugten uns gerade zu misstrauisch - wie dunkle hohle Augen. Das Gelände war groß und viele Wege zweigten in verschiedene Bereiche der Krankenhaussektion ab. Die Gebäude waren verfallen und alt, aber auf irgend eine Weise bedrohlich. Als wir uns durch das Gestrüpp zu dem Hintereingang des ersten Gebäudes gekämpft hatten, entdeckten wir sofort alte verstaubte Fernseher und eine Heizung direkt vor morschen Treppenstufen. Die Treppe hinab in den Keller führte in die schier endlose Finsternis einer verborgene Welt. Der Schein der Taschenlampe verlor sich in der Finsternis. Die Eiseskälte, die in diesem Gebäude Einzug gefunden hatte, begrüßte uns und ließ und frösteln.

Als wir uns die Treppe hinab wagten, fiel der Leuchtkegel unserer Taschenlampen auf alte Stühle und Regale, bestückt mit alten Utensilien aus einer längst vergangener Zeit. Wir schmunzelten über mindestens 50 Konservendosen von Erbsen und Bohnen mit einem Verfallsdatum, das schon seit Urzeiten überschritten war. Die Adams-Family hätte sich sicher gefreut über derlei Delikatessen. Ergo bestand kein Zweifel, in was für ein Gebäude wir uns derzeitig befanden. Es war das Küchenhaus - eine Vermutung, die sich bei späteren Recherchen bestätigte. Es war das Küchenhaus in der Frauen-Sektion. Es war stockfinster und eisig und wir beide waren ruhig und gebannt. Jedoch waren wir ein wenig erzürnt, da unsere Digitalkameras nicht in der Lage waren, diese schaurigen Momente für immer festzuhalten.


Geister


Die Dunkelheit und die fröstelnde Beklemmung trieben uns zunächst weiter, da unser Forscherdrang erst recht geweckt war. Wir stiegen die Stufen hinauf, warfen einen letzten Blick in das Gebäude hinein, mit der Gewissheit, es noch einmal ausführlich zu begutachten, was wir dann auch mehrfach taten, und kämpften uns wieder durch das Unterholz zurück auf den Hauptweg. Es galt noch eine Menge Gebäude in Augenschein zu nehmen. Gebäude hinter deren bedrohliche Fenster man totenblasse Gesichter vermutete.


Am Hauptweg rechts und links befanden sich zwei Gebäude, welches links die Kinderklinik war und rechts ein normales Bettenhaus. Dem zufolge befanden wir uns - wie wir später herausfanden - auf der Seite der Frauen und ihren Sanatorien. Um in die Kinderklinik zu gelangen, mussten wir uns durch einen Seiteneingang drängeln. Auch dieses Haus wirkte bedrückend, eiskalt und was uns so auffiel, war die Totenstille, die dort herrschte. Die untere Etage war sehr dunkel, da die Fenster mit Brettern vernagelt waren, also sind wir erstmal höher ins Hellere gelaufen, auch nicht weniger aus dem Grund, dass wir ja unsere Cams dort vergessen konnten. Auch dort fanden wir noch Schränke und Badutensilien, die man glatt noch benutzen könnte. Teilweise lagen dort Papiere mit russischer Schrift und alte Gläser mit irgendwelchen Mitteln drin. Obwohl wir mit Gummihandschuhen bewaffnet waren, trauten wir uns manches nicht anzufassen. Einige Teile des Gebäudes waren dort verbrannt, was dann noch mehr ein unheimliches Gefühl aufkommen ließ.

Geister


Beeindruckend waren die kindergerechten Wandbemalungen, die in den Krankenzimmern vorhanden waren. Wenn man so durch das Gebäude gelaufen ist, hörte man dort nichts, als sich selbst - sonst echt nichts. Außer wenn andere Neugierige, die uns begegnet sind, aber weil dort kaum ein Hall war, sah man die anderen nur, wenn sie näher kamen. Ihre Schritte waren kaum zu hören. In dem Bettenhaus des Frauensanatoriums war es gleich, wie in der Kinderklinik, nur war es nicht so verbrannt. Aber dort konnten wir bis aufs Dach kraxeln und uns das Gelände mal von oben betrachten. Ansonsten war es der Kinderklinik sehr ähnlich, in Bezug auf das Feeling und Empfinden der Totenstille und der Eiseskälte. Somit kämpften wir uns wieder auf den Hauptweg, um diesen geradeaus weiter zu laufen.

Nun standen wir vor der Chirurgie, (wie wir später herausbekamen). Auch hier war es wieder eiskalt und es herrschte eine Totenstille. Mutig, mit unseren Taschenlampen bewaffnet, begutachteten wir auch dieses Haus. Wir kämpften uns den ersten Gang durch und bogen nach links ab und standen dann in den OP-Sälen. Die wirkten total grausig. Es waren noch OP-Lampen vorhanden, ein Gyn-Stuhl und so. Es sah irgendwie alles aus wie Folterinstrumente und es wirkte fast so, als würden sie noch benutzt werden. Aber sie waren sehr schmutzig und rostig. Aber es wirkte echt so. Wir kämpften uns durch das ganze Haus und fanden auch Medikamente und so. Auch hier waren wir froh, dass wir Gummihandschuhe an hatten.

In diesem Haus trafen wir öfters auf andere Neugierige, was uns öfters erschrecken ließ, da sie plötzlich da waren, ohne dass wir sie vorher richtig wahrgenommen hatten. Manchmal hörte man es einfach nur irgendwo knacken und knirschen und etwas später tauchten sie dann auf. Oder man sah sie in weiter Ferne laufen und/oder auf uns zukommen, welches uns oft Schreckmomente verpasste. Das Chirurgie-Gebäude war irgendwie, durch seine noch dagebliebenen Instrumente und Gegenstände, am faszinierendsten, obwohl das Flair der Stille und Eisigkeit genauso war, wie in den anderen Gebäuden. Nachdem wir dieses Gebäude ausgiebig begutachtet hatten, begaben wir uns wieder ins Gelände und durchstöberten dieses.

 

Geister

 

Die Parkanlage war sehr schön angelegt, nur inzwischen sehr verwachsen. Nixi und ich wünschten uns manchmal einen Zeitsprung in diese Zeit, um es mal in voller Pracht von damals zu sehen. Wir kämpften uns durch die Verwachsungen und trafen auf Stallungen, Ruheplätze und Gewächshäuser. Wir liefen immer tiefer hinein und die Verwachsungen wurden immer dichter und der Wald dunkler. Auch die Spaziergänger, die uns begegneten, wurden immer weniger, bis wir keinen mehr sahen oder hörten. Wir waren plötzlich ganz allein, in dem immer dunkler werdenden Wald. Es kam ein komisches Gefühl auf und die Vögel wurden auch immer weniger. Es wurde auch immer stiller, je tiefer wir liefen. Plötzlich standen wir vor einem Haus, wo wir bis heute noch nicht genau raus haben, was das für ein Gebäude ist und für was es benutzt wurde und seit wann es schon steht.

Jedenfalls muss es ein neueres Gebäude sein und vermutlich war es ein Verwaltungs- oder Ärztehaus. Dadurch, dass es so abseits und sehr im dichten Wald steht, machte es einen bedrohlichen Eindruck auf uns. Es herrschte nicht nur innen drin eine totale Stille, sondern auch Außen und es war kein anderer Spaziergänger zu sehen, der sich dort aufhalten könnte. Also wir waren mutterseelenallein. Wir fassten all unseren letzten Mut zusammen und bewaffneten uns wieder mit unseren Strahlern und gingen hinein. Auch drin war es so gut wie stock finster. In dem Haus war es so, als befände man sich in so 'ner Art schalldichtem Raum, zwar nicht ganz, aber fast. Es war ganz komisch und unheimlich. Wir liefen ein wenig die Gänge entlang und auch ein Stückchen nach oben, aber weit kamen oder trauten wir uns nicht, da es ein komisches Gefühl übermittelte und auch nicht sehr sicher im Betreten mancher stufen oder Räume vermittelte.

Geister

 

Also hatten wir beschlossen, wieder runter zu gehen und unten zu gucken, was es noch so zu sehen gibt. Wir standen unten im Gang und versuchten nochmals, dieses unheimliche Flair mit unseren Cams einzufangen, was ein sinnloses Unterfangen war. Wir drehten uns nach rechts, wo sich eine große Halle befand. Der Abstand war ca 25 m. Und da stand Einer. Wir erschraken sehr dolle, da wir ja - wie gesagt - niemanden gesehen oder gehört hatten. Aber zu dieser Begegnung später. Nach diesem Erlebnis gingen wir erstmal wieder zu der Gaststätte zurück und ließen alle Eindrücke erstmal sacken.

Jedenfalls, waren wir sehr beeindruckt und voller Forscherdrang, welchen wir auch immer noch besitzen. Wir waren dort auch schon öfters und haben viel geknipst und erforscht und schon einige User dort hin mit eingeladen und laden sie auch weiter dazu ein. Wir haben bisher ja nur einen kleinen Teil gesehen und so wie der Frühling kommt, geht es zu den anderen Gebäuden, die sich auf dem großen 200 ha großem Gelände befinden, aber vorher besorgen wir uns noch 'ne bessere Cam, welche auch in dunklen Ecken Bilder schießt. Also wenn ihr wollt, seid auf weitere Berichte gespannt..."

Eure Nixi und Nursi

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