Paranormal Investigation II
1. Einsatz von Video und Nightshot

 


1. Ein kleiner Ausflug in die Geschichte des Videofilmens

Eines der jüngeren Tools in der Paranormal Untersuchung ( PU ) stellt die Videotechnik dar. Seit dem ersten Patent eines Videorekorders im Jahre 1953 hat Video bis heute eine wechselhafte, aber bahnbrechende schnelle Entwicklung durchlebt. Dank der CCD-Technologie und fallender Produktionspreise ist es heute für jedermann möglich Aufnahmen in Top-Qualität mit kompakten Elektronik-Kameras zu machen. Davon träumten die Privatfilmer der end 60er und 70er Jahre, die für ein Aufnahmegerät nicht selten 7000 DM hinlegen mussten und wenn sie sich sogar eine portable Kamera-Anlage leisten konnten, bot sich einem außenstehenden Beobachter das Bild eines verirrten Astronauten, der nicht auf dem Mond, sondern auf Hallig Hooge Möwen im Landeanflug filmte. Zu diesem Zeitpunkt fand man im privaten noch eher die gute alte 8mm bzw. Super8 Filmkamera, da die Magnetbandaufzeichnung zu klobig und teuer war. In Institutionen begann aber in den 70ern der experimentelle Einsatz der Video -Technik im Paranormalbereich.



 

1969/ 1970 wurde das Magnetband nun in eine Kassette gebannt. Jeder Hersteller brachte sein eigenes Format auf dem Markt. Betamax, U-Matic, VHS und Video 2000 gaben sich einen Kampf, den letztendlich VHS gewann. Das war auch der Zeitpunkt, von dem an die Hersteller der Kameras eine feste Ausrichtung hatten. Ab 1984/ 1985 gab es die ersten Camcorder in VHS, Video8 oder VHS-C Format. Bis Ende der 80er Jahre blieben die Magnetkassetten unverändert, wurden qualitativ aber verbessert. Aus VHS wurde S-VHS und aus Video8 wurde Hi8. Nun, in den 90er Jahren erfolgte auch der Schritt in die digitale Aufnahmewelt. Die Röhren-Kameras wurden durch kompaktere Camcorder mit Chip-Technologie ersetzt und das neue Speichermedium war die CD / DVD, Festplatte oder Speicherchip, wie wir sie heute alle kennen. Auch die Akkus wurden verbessert und der Spießrutenlauf von Steckdose zu Steckdose gehört der Vergangenheit an und Aufnahmezeiten von 10 Stunden sind möglich.



2. Ich habe eine Videokamera... und wo finde ich nun die Geister ?

Grundlegend sollte man wissen, dass es wohl nicht gelingen wird, einen Feinstofflichen in ganzer Pracht und Form auf Video zu bannen. Übrigens der Begriff "Video" bleibt auch bei digitaler Aufzeichnung der Definitionsbegriff. Die meisten Aufnahmen von Spukerscheinungen, die im Internet oder im Fernsehen auf zweitklassigen Sendern zu sehen sind, kann man als Laie beim genaueren Anschauen als gewollter oder ungewollter Fake enttarnen. Eigentlich passiert es nur selten, dass man auf einen Clip die Antwort "Hmm" geben kann. Daher sollte man sich gleich von Anfang an darauf konzentrieren, das Medium Video für Symptome um den "Spuk" herum einzusetzen. Es wird eher passieren, dass "von Geisterhand" bewegte Gegenstände, schwingende Türen oder Deckenleuchter, Nebel, Ektoplasma, Lichterscheinungen u.s.w. von unserem Objektiv eingefangen werden.

Diese Lichterscheinungen, im Paranormalbereich spricht man auch von "Orbs" oder "Streaks", sind beliebte Streitpunkte, aber solange die Wissenschaft keine plausible Erklärung hat bzw. sogar einer der führenden Kamerahersteller jegliche Gerätefehler abstreitet, sollten wir diese Phänomene für uns archivieren und nach der energetischen Theorie den Feinstofflichen zuordnen. Ich denke, dass es früher oder später hierfür eine Antwort geben wird, worum es sich nun definitiv handelt. Und falls unsere Theorie sich Bestätigt, gibt es dann genug Material, welche für die wissenschaftliche Auswertung zur Verfügung steht. Wir sollten auch dem "Beifang" beim Video ein Augenmerk schenken. Der Ton ist ein wichtiger Baustein auf einer PU und kann aufschlussreich sein und bei der späteren Auswertung helfen. Auch wenn optisch nichts zu sehen ist, kann der Ton EVP-Informationen enthalten. Über Einsatzorte und Verhaltensregeln bitte ich den Bericht "Die Paranormal-Untersuchung" hier im Gnet zu lesen. Die wichtigste Regel sagt, dass wir keine gewollten Fakes produzieren und Bedienfehler ausschließen, denn wir wollen ernsthafte und, so weit es geht, wissenschaftliche Arbeit leisten.




3. Kameras, Aufnahmegeräte und Zubehör

Vorab ein Wort zu den von uns, der PRG-HH, eingesetzten Kameras. Ich möchte hier keine Werbung für die Marke Sony machen. Wir nutzen diese Marke nur aus Kompatibilitäts-Gründen in unserer Gruppe und da wir hier in Hamburg eine Werksniederlassung für Reparaturen haben. Wenn ich hier z.B. über "Nightshot" schreibe, schreibe ich genauso über "NightVision-Funktion" anderer Marken. Die vorgestellten Geräte sollen nur optisch als Beispiel dienen, weil sie vorhanden sind und wir, in der Anwendung mit ihnen, Erfahrungen gesammelt haben.

Ein Wort zur Anschaffung. Auch wenn diese Abbildung des Koffers etwas protzig und für manchen unerschwinglich daherschaut, möchte ich betonen, dass sich der Koffer erst nach und nach innerhalb drei Jahre gefüllt hat. Alle eingesetzten Geräte sind Ebay-Käufe und Schnäppchen. Bislang hatte ich noch kein Pech mit den Geräten und falls mir die DSC-V1 einmal in den Schlamm fällt, werde ich die 140 € verkraften, besser als dafür 600 € Neupreis bezahlt zu haben. Man muss auch daran denken, dass wir unsere Aufnahmen nicht immer nur im Ballsaal machen, eher in irgendwelchen Kellern, leerstehenden Häusern oder in freier Natur... Meistens in völliger Dunkelheit und eine unachtsame Bewegung kann dann schnell ein Stativ samt Kamera zu Fall bringen.

Bei der Anschaffung ist darauf zu achten, dass die Kamera mindestens HI8-Format hat und mit Nightshot (NightVision), besser noch mit Super-Nightshot ausgestattet ist. Ein vernünftiges Objektiv sollte die Kamera schon haben. Es bringt nicht viel, wenn man eine superhammermega Pixelzahl hat, der CCD-Chip(s) aber vom Objektiv nicht genügend Futter bekommt. Die Geräte, die hier gleich zur Vorstellung kommen, besitzen alle ZEISS-VARIO Objektive und sind ein guter Standart in der Consumer-Klasse. Für die Ausstattung der Gruppe mit mehreren Geräten, wenn möglich, bei einem Typ bleiben wegen der Akku-Kompatibilität und Bedienung.

 


a) Analoge Camcorder : CCD-TR918E und CCD-TR913E

 

Diese beiden Kameras sind die Hauptarbeitstiere in unserer Gruppe. Die Bildspeicherung erfolgt auf HI8 Videobändern, also analog aber über CCD-Chip, der die Bildbearbeitung übernimmt, genau wie bei den neuen Digitalvideo (DV) Kameras.

Sie bieten alles was nötig ist, um auf PU eingesetzt zu werden. Die 9er Reihe hat neben dem Nightshot noch eine Umschaltmöglichkeit auf Super-Nightshot, die 913 sogar in 3 Stufen! Für den "ruppigen" Einsatz bei uns, sind sie robust genug und das Handling im Dunkeln ist kein Problem, da die Bedienelemente relativ groß und gut angeordnet sind.

Die Kameras verfügen über kein Klapp-Display und man muss über das Sucherokular schauen, was man so filmt. Ein kleiner externer Monitor ist sinnvoll und praktisch.

 

 

Bei der Anschaffung darauf achten, dass der Monitor ein Video-Eingang besitzt und mit Akku betrieben werden kann. Mit einem 10 oder 20 Meter Cinch-Verlängerungskabel kann man so auch in Entfernung zum Aufzeichnungsbereich, z.B. bei einem Move-Test, die Aufnahme kontrollieren.

Der Nachteil von Kassettenkameras allgemein ist ein gewisser Grad an Qualitätsverlust und ein sehr hoher Bedarf an Festplattenplatz beim Überspielen auf PC. Das Überspielen erfolgt über Cinch bzw. S-Video-Anschluss auf den PC, der über einen Video/Audio-Eingang verfügen muss. Der Vorteil liegt im günstigen Anschaffungspreis und noch wichtiger... es gibt ein Original-Aufnahmeband, das als Datenträger eine gute Beweiskraft hat, da sie schlecht manipuliert werden kann.

 


b) Digitale Camcorder DCR-HC35E

 

Klein aber fein. Die Digitalkamera HC35E ist leicht und kompakt. Nach etwas Übung im Umgang mit den Schaltelementen eine schöne Handkamera mit LCD-Display. Sie ist mit NightshotPlus ausgestattet und macht im Bereich bis 3 Meter gute Aufnahmen in diesem Modus. Wer mehr Ausleuchtung möchte, sollte sich gleich einen IR-Strahler dazu kaufen, um auch in größeren Räumen oder in der freien Natur klarzukommen. Die fertigen Aufnahmen gelangen via USB Kabel direkt und Digital als MPEG in den Computer.

 


c) Unser digitaler "Zwitter" die DSC-V1 Foto/ Videokamera

 

Eigentlich eine 5 Megapixel-Fotokamera, aber wenn ich mir die Gebrauchsanweisung genauer durchlesen würde, denke ich, dass ich noch eine Mikrowellen-Funktion finden werde. Die Kamera ist ein High-End Kombigerät. Alles lässt sich von Hand einstellen oder die schnelle Automatik macht es für den Anwender, doch eine Fotokamera beim Thema Video? Es gibt 4 Fotokameras dieser Marke, die ich auch als Videokamera akzeptiere, die V1 ist eine davon. 40 Minuten MPEG-Video mit Ton in Superqualität
(Bei Memory Stick von 1 Gigabyte).

Sie besitzt auch die Nightshot Funktion (!!), in der man filmen oder auch fotografieren kann. Die Nightframing-Funktion ist für die Fotografie im Dunkeln eine fantastische Möglichkeit und wird wohl bald öfters bei PU-Gruppen zum Einsatz kommen. Man sieht das Bild im Nightshot, nach kurzer Laserabtastung wird das Foto mit Blitzlicht in brillanter Qualität geschossen. Genau wie bei der HC35E bedarf es einen IR-Zusatzstrahler, um größere Bereiche im Nightshot auszuleuchten, 4 bis 5 Meter schafft die Kleine aus eigener Kraft.

 

 

Die kleine Infrarot-Leuchte schafft es den Radius der Nightshot-Aufnahmen auf bis zu 30 Meter zu erhöhen. Eine Lampenhalterung sollte mit angeschafft werden, da nicht alle Kameras mit einem Blitzschuh ausgestattet sind. Bastler können bei einem Selbstbau der Leuchte einige Euro sparen.

Zur Langzeitaufzeichnung ist es gut, einen Videorekorder zu nutzen. Die bessere und qualitativ schönere Methode ist ein Festplattenrecorder. Mit diesen Geräten kann man heute weit über 72 Stunden aufzeichnen. In unserer Gruppe nutzen wir ein kleineres Gerät mit 80 Gigabyte Festplatte, das aber noch 16 Stunden Aufzeichnung in DVD-Qualität bringt. Voraussetzung beim Einsatz ist aber ein 220 Volt Stromanschluss.


 

Alternativ kann natürlich auch ein PC oder Laptop für die Aufzeichnung eingesetzt werden. Es gibt Steckkarten für den PC um CMOS-Überwachungskameras anzuschließen, die mittlerweile auch mit Restlichtverstärkung arbeiten und im Dunklen einsetzbar sind. Auch hier wird Strom aus der Steckdose benötigt.