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Mord im Moor
Freitag, den 05. Juni 2009 um 11:23 Uhr

Eine Sonderausstellung in Bad Buchau im Kreis Biberach widmet sich dieser Tage mit einem Tötungsdelikt, welches auf eine 3000 Jahre alte Geschichte zurückblickt.

In den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entdeckten Archäologen in der Siedlung „Wasserburg“ im Federseemoor Überresten von sechs Menschen – einer 50-jährigen Frau und mehreren Kindern. Das Seltsame: die Kinderschädel waren ohne Unterkiefer und in regelmäßigen Abständen verscharrt worden.

Kinderschädel80 Jahre nach dem spektakulären Fund beschäftigen sich nun Kriminologen, Gerichtsmediziner und Anthropologen mit den Kinderschädeln, die aller Wahrscheinlichkeit nach auf brutale Weise ermordet wurden. Noch skurriler: die Entdeckung der Schädel ist deshalb außergewöhnlich, da in der Spätbronzezeit die Leichen normalerweise verbrannt wurden – warum war es nun bei diesen Menschen anders gewesen?

Die Ausstellung „Mord im Moor“ beschäftigt sich genauestens mit dem Fall. Der Besucher der Museumsausstellung erfährt vieles über den Tod den Kinder, die damalige Lebensweise und kann sich anhand von Gesichtsrekonstruktionen ein Bild über die Lebensverhältnisse und das Aussehen der Kinder machen.

Natürlich sind sich die Experten und Wissenschaftler immer noch nicht im Klaren, warum die Kinder ermordet wurden. Dennoch erbrachte eine Autopsie eines Mädchenschädels die Erkenntnis, dass sämtliche Funde womöglich als Menschenopfer dienlich waren, da sich Kupferrückstände, die von einer Tatwaffe herrühren, am Schädel eines Mädchens befinden. Da Kinder zur damaligen Zeiten als besonders „wertvoll“ galten, ist es sehr wahrscheinlich, dass Kinder als Opfergabe hinhalten mussten, um böse Geister zu vertreiben.

Wer sich selbst ein Bild von den Schädeln machen möchte und einen tieferen Einblick in die Geschichte der Kinderschädel erhalten will, kann noch bis zum 1. November 2009 täglich von 10-18 Uhr die Ausstellung besuchen.

 

Quelle: gea.de
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