- 4. Nach dem Ritual -

4.1 Anklage gegen Eltern und Priester
Ein Jahr nach Annelieses Tod waren die Ermittlungen abgeschlossen.
Eine Exhumierung der Leiche hatte ergeben, dass Anneliese verhungert sei. Auch die körperlichen Anstrengungen, die sie in den letzten Wochen vor ihrem Tod gehabt hatte, hätten nicht zur Besserung der Beschwerden beigetragen. Die inneren Organe waren gesund, das Gehirn wies bei einer mikroskopischen Untersuchung keine Anzeichen eines Schadens auf, der für eine Epilepsie hätte verantwortlich gemacht werden können.

Die Eltern, Anna und Josef Michel, und die beiden Priester, die den Exorzismus vorgenommen hatten, Pater Renz und Pfarrer Alt, wurden am 21. April 1978, nach mehreren Verhandlungen wegen "Fahrlässige Tötung durch Unterlassung" zu Freiheitsstrafen von je sechs Monaten verklagt, die drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt wurden. Die Kosten des Verfahrens trugen ebenfalls die Angeklagten.

Dieses Urteil stieß sogar bei den Journalisten, die den Fall bis ins kleinste Detail "auseinander genommen" und aus jedem noch so kleinen Detail eine Sensation gemacht hatten, auf Unverständnis und Kritik.
Zwar kündigten die Verteidiger an, Berufung einzulegen, doch geschah dies nie. Die Angeklagten lehnten eine Revision ab.

Pfarrer Ernst Alt sagte, dies sei "Gottes Angelegenheit; weltlichte Gerichte wären da gar nicht zuständig." (1) Anfang Juli 1977 war das Verfahren gegen Bischof Stangl und Pater Rodewyk S.J. eingestellt worden. Noch heute ist Annelieses Grab ein oft besuchter Wallfahrtsort. Gläubige schöpfen dort neue Hoffnung, beten für Anneliese und verbreiten ihr Schicksal in der ganzen Welt.


Exorzismus - Anneliese Michel
Eine Szene aus dem Film "The Exorcism of Emily Rose" © sonypictures.com

 

4.2 Dämonische Besessenheit oder Epilepsie?
In diesem letzten Kapitel möchte die Autorin ihre persönliche Meinung zu dem Fall ausdrücken:

"Über die Existenz des Teufels oder einer anderen dämonischen, bösen Macht lässt sich meiner Meinung nach nicht streiten. Man betrachte nur einmal die heutige Weltlage, da wird klar, dass das Böse mehr denn je sein Unwesen treibt. Und haben Epileptiker Erscheinungen und Eingebungen wie sie Anneliese hatte? Neigen Epileptiker dazu, sich ungebührend zu benehmen, wie es Anneliese tat, als sie mit ihrem Vater den Wallfahrtsort in San Damiano besuchte?

Anneliese Michel war von mehreren Dämonen besessen, die sie mehrere Jahre ihres Lebens quälten, ihr die Schullaufbahn erschwerten und sie schließlich indirekt töteten. Kritiker und sogar Theologen behaupteten, sie sei nicht besessen gewesen. Aber was spricht für diese These? Was spricht dafür, dass Anneliese tatsächlich Epileptikerin war? Die Aufnahmen des EEG bewiesen alles und nichts.
Ihr Verhalten und ihr großes Leid bewies mehr als irgendein Arzt oder Gerät es jemals könnte.

Anneliese starb freiwillig als Sühneopfer. Vielleicht starb sie für Deutschland, für die Jugend, für die Priester?
Gott jedenfalls hat ihr Opfer angenommen.
Das Gute hat am Ende gesiegt."


- Miss_Spookiness -

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(1)
"Anneliese Michel und ihre Dämonen", S. 242

 


- 5. Literatur- und Quellenverzeichnis -


Textquellen

  • "Amorth, Gabriele: "Exorzisten und Psychiater".
    Christiana-Verlag Stein am Rhein; 2002
  • "Goodman, Felicitas D.: "Anneliese Michel und ihre Dämonen".
    Christiana-Verlag Stein am Rhein; 4. Auflage; 2004
  • "Gute Nachricht Bibel", 1997

Bildquellen


Die Original Audioaufnahme der Teufelsaustreibung!


Ein Online-Angebot des Bayrischen Rundfunks
© Bayrischer Rundfunk!

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Wir bedanken uns ganz herzlich bei Miss_Spookiness
für die Verwendung ihres großartigen Beitrag
es!

Team GeisterNet.com

 


Exorzismus - Anneliese Michel