Ans
Tageslicht kam die Story erstmals 1985 durch einen Bericht in der
Londoner Zeitung "The Sun". Der Artikel handelte von einem
Feuerwehrmann aus Yorkshire namens Peter Hall. Dieser berichtete von
einer regelrechten Brandepidemie, die mehrere Häuser bis auf
die Grundmauern vernichtet hatte. Es wurden ca. 40 bis 50 Fälle
registriert. Das Merkwürdige an der Geschichte war die Tatsache,
dass immer ein bestimmter Gegenstand dabei unversehrt blieb: Ein Bild
des weinenden Jungen von Giovanni Bragolin. Es handelte sich dabei
aber nicht immer um ein und dasselbe Bild, das immer weitergegeben
wurde, sondern um verschiedene Gemälde des Künstlers, die
einen Knaben mit großen Augen im Alter zwischen zwei und sechs
Jahren zeigten. Selbst wenn diese Häuser nur noch rauchende Ruinen
waren, hing ein Exemplar des Portraits kaum beschädigt an einer
geschwärzten Wand oder lehnte daran.
Ein
Feuerwehrmann meinte dazu: "Ich hatte zuvor von der Sache gehört,
aber es ist doch etwas anderes, wenn man tatsächlich so ein Bild
in einem ausgebrannten Zimmer findet und es ist nicht einmal angesengt!"
Mittlerweile sind diese Bilder überall in Europa bekannt, aber
es gibt keinen Feuerwehrmann in Yorkshire, der ein Exemplar davon
bei sich Zuhause hängen hat. Aus triftigem Grund, so scheint
es

Selbst wenn
diese Häuser nur noch rauchende Ruinen waren, lehnte ein
Exemplar des Portraits kaum beschädigt an einer verkohlten
Wand.
Fünf
Tage später zerstörte Brian Boughton sein unbeschädigtes
Exemplar des "weinenden Jungen", nachdem ein Feuer seine
Frau und seine beiden Kinder ins Krankenhaus befördert hatte.
Am 09. Oktober wurde Anmut Murray ins Krankenhaus eingewiesen, weil
er sich schwere Verbrennungen zugezogen hatte. Auch sein Exemplar
des "weinenden Jungen" war so gut wie nicht beschädigt.
Am 21. Oktober brannte es im "Palast Pavillo" in Great Yarmouth.
Es wurde alles zerstört, bis auf ein Exemplar des "weinenden
Jungen". Drei Tage später brannte das Haus von Kevin Godber
von Herringthorpe und auch hier überlebte solch ein Bild das
Inferno, während alle anderen Malereien aus Godbers Besitz völlig
zerstört worden waren.
Nach
diesem ereignisreichen Monat veröffentlichte die Zeitung "Sun"
eine Sondermeldung und forderte darin alle ihre Leser dazu auf, ihre
persönlichen Exemplare des "weinenden Jungen" zuzusenden.
Diese Bilder sollten alle in einem Massenfeuer zerstört werden.
Tausende kamen dieser Aufforderung nach. Die Feuerwehrleute, die das
Massenspektakel überwachten, achteten ganz bewusst auf irgendwelche
sonderbaren Vorkommnisse, wie Schreie von kleinen Kindern oder Ähnliches,
doch alles was sie hörten war das Prasseln des Feuers.
Aber
das war noch lange nicht das Ende der Geschichte
So ähnlich könnte die Ausgabe von "The
Sun" 1985 ausgesehen haben.
Dies ist nur eine einfache Fotomontage! ©
Satene - GeisterNet.com
Bald
nach dem großen Freudenfeuer der "Sun" fand sich die
Zeitung in einem Streik verwickelt, ausgelöst durch ein Massentumult
in der Produktion. William Armitage von "Weston-Super-Mare"
starb durch ein Feuer in seinem Haus, indem - jawohl - ein intaktes
Exemplar des "weinenden Jungen" von Bragolin gefunden wurde.
Es lag auf dem Fußboden neben seinem leblosen Körper.
Ein
Feuerwehrmann aus der Umgebung meinte: "Wir hörten alle
über diese verhexten Bilder. Aber es ist wirklich so, dass man
sie unversehrt vorfindet, wenn man in einem völlig verkohlten
Raum steht". Die Journalisten fragten ihn, ob er sich denn vorstellen
könnte, dass diese Bilder böse oder verflucht sein könnten
und auf irgendeine Weise die Brände verursacht haben könnten,
doch der Feuerwehrmann gab dazu keine Stellungnahme.
Zweifellos,
wieder eine interessante Geschichte. Wie es scheint, haftet der Fluch
nur an Portraits von Menschen, denn bislang hat man noch nie etwas
über verhexte Landschaftsbilder gehört.
Der
Künstler
Über den Künstler gibt es so gut wie keine genauen Informationen,
was seine Person und seine Herkunft anbelangt. Selbst über seine
zahlreichen angeblichen Pseudonymen streiten sich die Quellen. Einige
behaupten, es könne sich hierbei nur um den italienischen Landschaftsmaler
"Bruno Armadio" handeln, der sich den Namen "Bragolin"
nur als Pseudonym zugelegt hat, weil er nicht mit den Bildern des
kleinen Jungen in Zusammenhang gebracht werden wollte. Doch dann erfährt
man, der Maler dieser Bilder sei der um 1900 in Venedig geborene Postkartenkünstler
"Giovanni Bragolin".
Es
tauchen noch weitere Namen auf, die mit ihm in Verbindung gebracht
werden: J. Bragolin, J. Bzuglin und ein spanischer Maler namens Franchot
Seville.
Insgesamt
gesehen wirkt alles, was mit den Bildern zusammenhängt, verschleiert
und mysteriös.
Die
Portraits des weinenden Jungen und andere Exemplare
Bis heute
konnte nicht genau bestätigt werden, ob "Bragolin"
tatsächlich nur ein Portrait des "weinenden Jungen"
gemalt hat, oder ob es noch mehrere Werke dieser Art von dem Künstler
gibt. Bei unseren Recherchen sind wir immer wieder auf paradoxen gestoßen.
Es wird viel spekuliert, vor allem was die Signatur des Künstlers
betrifft, ist man sich nicht ganz so einig. Einige Quellen berichten,
die Bilder wären nicht unterzeichnet, doch dann hört man,
dass man die Originalbilder daran erkennt, dass sie in der oberen
rechten Ecke mit "G. Bragolin" unterschrieben sind.
Bei
unseren Nachforschungen haben wir zwei Portraits gefunden, die angeblich
Original sein sollen. Wir mussten mit Staunen feststellen, dass sie
sehr wohl auch unten rechts mit "G. Bragolin" signiert sind,
und wie es scheint, hat er wohl auch weinende Mädchen gemalt,
falls diese keine Kopien unbekannter Künstler sind.
Bei
diesem Exemplar befindet sich die Signatur des Künstlers in der
linken unteren Ecke
Bei
diesem Exemplar befindet sich die Signatur in der oberen rechten Ecke