
Vor ungefähr
800 Jahren wurde im heuten Schottland das Chillingham Castle erbaut.
Damals war es eine Bastion der Engländer gegen die Schotten und
hatte somit eine wichtige Rolle in den blutigen Grenzstreitigkeiten
in Northumberland, welches sich im Nordosten Englands befindet. Im 14.
Jahrhundert wurde die Festung schließlich zu einem Schloss umgebaut,
in dem seit 1200 die Familie von Earl Grey lebte.

Chillingham
Castle, Foto © Risto Hurmalainen
Geschichtliches
Chillingham Castle wurde während des Zweiten Weltkrieges als Kaserne
benutzt, was man nach dem Krieg auch dementsprechend feststellen konnte:
Viele Holzverzierungen wurden entfernt und als Brennmaterial benutzt,
durch die Witterung wurde die Fassade angegriffen und auch Vogelkot
machte es dem Schloss zu schaffen - sogar das Dach, welches damals aus
Metall gebaut worden war, wurde entfernt, da es eine Knappheit an Metall
gab und man jedes kleine Metallstück im Krieg verarbeiten und einsetzen
musste.
In
den 80er Jahren wurde das Schloss schließlich von Sir Humphry
Wakefield und seiner Frau - die von der Grey-Familie abstammte - gekauft.
Nach dem Kauf wurde das Schloss restauriert und wieder instandgesetzt.

Sir Humphry Wakefield
Spukerscheinungen
- Der blaue Junge -
Eine der bekanntesten Erscheinung von Chillingham Castle ist wohl die
des "blauen Jungen". Man soll im Südflügel des Schlosses,
welches damals ein Schlafgemach war, immer wieder seine qualvollen Schreie
gehört haben.
Zur
Zeit der spanischen Armada soll der "blaue Junge" ein Dokument
gefunden haben, welches damals den spanischen Besatzern vom Schlossbesitzer
übergeben worden war. In dem Dokument sollen sehr wichtige Informationen
gewesen sein, welche den Spaniern helfen sollten, die Engländer
zu besiegen. Weil der "blaue Junge" das Dokument gefunden
hatte, hatte man ihn mit samt des Dokuments lebendig eingemauert.
David
Tilley, der seit Jahren im Schloss aushilft, wenn Sir Humphrey und Lady
Wakefield
nicht im Schloss sind berichtet:
"Häufig berichteten die Menschen, die hier übernachteten
von einem blauen Licht an der Wand und der Erscheinung eines in blaues
Tuch gekleideten Jungen, der auf sie zu kam. Viele Jahre später
öffnete man diesen Kamin und zum Schock aller fanden sie das Skelett
eines kleinen Jungen und einen Fetzen blaues Tuch.*
Die Schlossbesitzer ließen die sterblichen Überreste beerdigen
und seit dem ist der Junge nicht mehr erschienen.**"
* Anm.: Man fand den Körper im Jahre 1920. Man sagt, dass seine
Fingerknochen sehr abgenutzt waren - womöglich wollte er sich
aus seiner Gefangenschaft frei kratzen.
**
Anm.: Anderen Quellen zufolge soll sich das Skelett des Jungen mit
samt dem Dokument im Schaukasten im Zimmer des König Edwards
befinden und für alle zugänglich sein.
-
Die weiße Dame -
Eine
weitere Erscheinung, die von sehr vielen Menschen gesehen wurde, ist
die der Lady Mary Berkley - auch bekannt als "die weiße Dame".
Ihr Ehemann soll sie damals mit ihrer Schwester betrogen haben, mit
ihr durchgebrannt sein und Lady Berkley mit samt der gemeinsamen Tochter
im Stich gelassen haben. Schon zu Lebzeiten und auch nach ihrem Tod
soll Lady Mary Berkley durch das Schloss wandern und Ausschau nach ihrem
Mann halten, in der Hoffnung, dass er irgendwann einmal wieder zu ihr
zurückkehrt.
Besucher
des Schlosses sollen des öfteren das Rascheln ihres Kleides an
der Wendeltreppe gehört haben - sie soll die Treppe auf- und abgehen.
-
Ehemalige Wachen -
Auch
sollen die Wachen, die zu Lebzeiten auf dem Schloss Dienst hatten, zu
hören sein. Besonders in der Nacht soll das Klappern ihrer Rüstungen
zu vernehmen sein. Auch soll man hören, wie die Wachen im Vorhof
marschieren. Vermutlich haben sie ihrem Schlossherren ewige Treue und
Dienst versprochen, sodass sie sogar nach ihrem Tod ihren Pflichten
nachgehen.
Gruselige
Orte des Chillingham Castles
- Der Kerker -
Der
ältester Teil von Cillingham Castle ist der Kerker, in welchen
man über eine Wendeltreppe durch den Turm gelangt. Es ist sehr
klein, dunkel und feucht hier drinnen und hat viele auffällige
Markierungen an den Wänden, welche womöglich aus dem Mittelalter
oder einer noch früheren Zeit stammen. Damals war es nicht sehr
ungewöhnlich, Gefangene im Kerker einzusperren, welche dann die
Wände, mit jedem verstrichenen Tag, markierten.
Der
Kerker stand niemals leer - er wurde ständig mit Gefangenen vollgestopft,
die nur selten überlebten, nicht zuletzt, weil er kein Fenster
hatte und im Kerker wenig Luft zum Atmen blieb.
Man
sagt, dass den Gefangenen Arme und Beine gebrochen wurden, ehe sie in
das Verlies geworfen wurden, welches 20 Fuß tief sein soll. Diejenigen,
die an ihren Verletzungen gestorben sind, hatten Glück, denn sonst
hätten sie - wie viele andere Gefangene - gehungert und aus Verzweiflung
das Fleisch der Mitgefangenen oder ihr eigenes Fleisch essen müssen!
Angeblich
soll man die Überreste eines jungen Mädchens sehen, die zu
einem hochschauen soll, wenn man durch das Gitter der Abdeckung im Kerker
hindurch sieht. Sie soll dort als letzte getötet worden sein. Menschen,
die den Kerker besuchten, meinten, Orbs gesehen und sehr seltsame Gefühle
gehabt zu haben.
David Tilley berichtet:
"Vor
ein paar Wochen war ein Mann hier drinnen, er hatte von dem Skelett
unter dem Gitter gehört und brachte deshalb Blumen mit. Legte sie
auf das Gitter hier und dann hörte er ein unerklärliches Geräusch,
er sah sich um und bemerkte, dass sich die Blumen bewegten. Er verließ
diesen Raum ziemlich schnell, er hatte sich wohl doch ein wenig erschreckt."
-
Die Folterkammer -
Über
dem Kerker befindet sich die Folterkammer, in der man heute noch verschiedene
Folterwerkzeuge besichtigen kann. Der Fußboden der Kammer ist
mit einer ganz besonderen Technik gebaut worden, da es eine gewisse
Steigung hat, welche dafür gesorgt hat, dass das Blut, das von
den
Opfern floss, in eine bestimmte Richtung zu einer bestimmten Stelle
fließen und sich dort ansammeln konnte.

Der Mann,
der für diese Folter verantwortlich war, war John Sage. Er soll
seinerseits einer der besten Männer König Eduards gewesen
sein. Als jedoch eines Tages bei einer Schlacht sein Bein sehr schwer
verletzt wurde, konnte er nicht mehr kämpfen, woraufhin ihm der
Posten des Vollstreckers im Chillingham Castle zugeteilt wurde.
John
Sage soll gegenüber den Schotten so eine Wut gehabt haben, dass
es ihm sogar Spaß gemacht haben soll, diese hinzurichten und sich
immer grausamere Foltermethoden auszudenken. Innerhalb der drei Jahre,
in denen er als Vollstrecker tätig war, soll er mindestens 50 Menschen
pro Woche gequält haben.*
*Anm.:
Merkwürdiger Weise kommt in geschichtlichen Aufzeichnungen kein
John Sage vor - weder in den Truppen König Eduards, noch als Vollstrecker
im Chillingham Castle!
-
Die große Halle -
Die große Halle ist ein langer Raum, an dessen Wänden sehr
viele Kunstobjekte hängen. Der Raum ist auch mit einigen Statuen
geschmückt, wie mit der eines Reiters auf seinem Pferd. Auch ausgestopfte
Tierköpfe, wie den eines Elefanten kann man hier besichtigen.
Das, was eigentlich besonders unheimlich ist an der Halle, ist die Stelle
einer Tapisserie*. Darunter soll sich ein
Totenkopf befinden und man sagt, dass sich da sehr merkwürdige
Geschehnisse ereignen. Angeblich soll der Totenkopf ständig seinen
Platz wechseln und man soll dort merkwürdige Geräusche hören
bzw. Kältepunkte spüren.
*Anm.:
Technik der Teppich- und Gobelinherstellung
Ein
Besucher des Schlosses, welcher zahlreiche Fotos schoss, entdeckte nach
dem Entwickeln schemenhafte Erscheinungen auf ihnen. Eines der Fotos
ist das vom Stuhl, welches sich hinten in der Halle befindet:
Der
Geist von Great Hall?
Darauf soll eine Gestalt zu sehen sein, welcher auf dem Stuhl sitzt.
Von
dieser Halle aus gelangt man in die Galerie des Minnesängers und
in die Kapelle.
-
Die Galerie des Minnesängers -
Viele
Besucher, die die Galerie des Minnesängers besichtigt haben, berichten
von plötzlich auftretenden Kopfschmerzen und Übelkeit. Die
meisten Besucher sollen auch das Gefühl gehabt haben, von einer
Kraft die Treppe hinunter gedrückt zu werden.
Berichten
zufolge soll eine Kreatur aus der Wand der Tee-Loge, welche früher
der Balkon der Galerie gewesen ist, ausgebrochen sein. Sie soll zunächst
die Gestalt einer riesigen Kröte gehabt und sich dann in einen
Menschen verhandelt haben und soll nun seit dem Tage seines Ausbruchs
aus der Wand im Schloss herumspuken.

-
Die Kapelle -
Bevor
sich die englischen Soldaten in die Schlacht gegen die Schotten stürzten,
beteten sie zunächst in der Kapelle. Die Kapelle ist geschmückt
mit Flaggen, einem großen Schwert, einer Glocke, ein Kruzifix
und mit einigen Gemälden, die die heilige Maria abbilden. Angeblich
soll man hier menschliche Knochen gefunden haben, als man einige Ausgrabungen
unternahm. Deswegen sind Kältepunkte oder kaputt gehende Kameras
und Videoapparate nicht selten.
-
The
Killing Room -
Am
Meisten soll es im "Killing Room" spuken, welches bei Zeiten
das Schlafgemach des Königs Eduard war. Besucher berichten, dass
zum Beispiel der Kronleuchter ohne ersichtlichen Grund anfängt
zu schwingen. Auch soll der Raum, welcher mit Waffen, Schwertern und
Rüstungen ausgeschmückt ist, sehr übel riechen.
Als
der Krieg zwischen den Engländern und den Schotten zu Ende war,
wollte John Sage, dass alle Gefangenen beseitigt werden, woraufhin alle
Frauen und Männer in den Hof gebracht und bei lebendigem Leibe
verbrannt wurden. Die Kinder wurden während dessen im Killing Room
festgehalten und mussten mit ansehen, wie ihre Eltern einen qualvollen
Tod durchlebten. Damit sich die Kinder bei den Mördern ihrer Eltern
nicht rächen konnten, zerhackte Sage diese einfach in Stücke!
Die
Axt soll man immer noch im Treppenhaus besichtigen können.

-
Die Bibliothek -
In
der Bibliothek soll man öfters die Stimmen zweier Männer vernehmen
können, welche sich sehr angeregt unterhalten. Worüber die
Stimmen reden, kann man nicht sagen, da sie sofort verstummen, sobald
man sich darauf konzentriert. Wer diese zwei Männer sein könnten,
hat man bis heute nicht herausgefunden.

- Das Gemälde -
Angeblich
soll es in einem Gemälde spuken. Der Geist im Gemälde soll
sogar von Familie Grey gesehen worden sein. Auch die Kinder und das
Kindermädchen sollen sehr geschockt gewesen sein, als plötzlich
ein Geist aus dem Gemälde heraustrat und die Familie durch das
ganze Schloss jagte.
-
Der See -
Auch
der See soll ein sehr frequentierter Ort des Chillingham Castles sein.
Hier sollen Tausende von Schotten liegen, da man damals ihre Leichen
irgendwie entsorgen wollte und sie deswegen einfach in den See warf.
Angeblich soll es sehr gefährlich sein, in die Nähe des Sees
zu gehen, geschweige denn eine Hand oder den Fuß gegen das Wasser
zu strecken, da man sonst von den Seelen der verstorbenen Schotten in
den See gezogen und getötet werden würde.

Weitere
Informationen unter: http://www.chillingham-castle.com/

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2006 / Rosalia - www.geisternet.com