In Bayern an der Donau steht noch heute die alte Ruine der Burg Wolfsegg.
Etwa 17 km nordwestlich von Regensburg, unweit des Naabtales. Errichtet
wurde die, inmitten des Dorfes, auf einem steilen Felsrücken thronende
Burg, Ende des 13. Jahrhunderts und kam im Laufe der Zeit unter anderem
in den Besitz der bayrischen Edelleute Laber von Wolfsegg.
Burg
Wolfsegg
Die heute noch eindrucksvolle Anlage mit dreigeschossigem Wohnbau und
Treppenturm ist nie zerstört worden, da die umliegende Sumpflandschaft
eine Belagerung unmöglich machte. Seit 1880 gehört sie zu
der Gemeinde Wolfsegg. Unter den Burggebäuden befindet sich ein
System von mittlerweile gut erforschten Tropfsteinhöhlen, die jedoch
für die Allgemeinheit nicht zugänglich sind.
Im
14. Jahrhundert heiratete einer der Barone Laber eine wunderschöne
Frau. Doch die habgierigen und eifersüchtigen Verwandten des Barons
heckten alsbald einen Plan aus, um in den Besitz der Burg zu kommen.
Man versuchte die junge Braut in eine kompromittierende Situation mit
einem anderen Mann zu bringen. Zeitgleich trug man dem Baron zu, dass
seine Braut ein Rendevou plane. Sogleich eilte der Baron zur Burg und
fand die beiden dort. In rasender Eifersucht brachte er die Braut und
den vermeintlichen Liebhaber um.

Die
Weiße Frau von Wolfsegg
Als
Akt der Gerechtigkeit töteten die Verwandten den Baron, der sich
des Mordes schuldig gemacht hatte und kamen so in den Besitz der Burg.
Seit diesem Tage soll die Baronin von Wolfsegg immer wieder durch die
Flure und Treppengänge der Burg geistern. Immer wieder berichteten
Bewohner und Besucher der Burg von Lichterscheinungen, geisterhaften
Schritten und
unerklärlichen kalten Luftzügen.

Der
Rittersaal
Eine
etwas andere Erklärung zur Geschichte der wandelnden Frau will
ein Parapsychologe 1969 während einer Séance herausgefunden
haben. Ulrich IV. von Laber, der letzte Besitzer aus diesem Geschlecht,
soll seine Frau 1467 ermordet haben, weil sie ihn an ihren Liebhaber,
seinen wittelsbachischen Kontrahenten, verraten hatte. Angeblich rächte
dieser ihren Tod grausam und tötete Ulrich und seine Söhne,
womit der Wolfsegger Zweig der Herren von Laber erlosch.
Heute
befindet sich in der Burg ein äußerst sehenswertes Museum.