Der
Ukleisee ist gerade mal 0,32 Quadratkilometer groß. Doch das besondere
an diesem See ist, dass es rundum bewaldet ist. Die Buchenwälder
reichen streckenweise bis unmittelbar an das Ufer heran, was dem 17
Meter tiefen See eine etwas düstere Note gibt. Doch der Waldweg
um den See herum soll sehr romantisch sein. Vom Jagdschlösschen
aus kann man diesen sagenumwobenen See überblicken.

Spukt
es tatsächlich am Ukleisee?
Es
heißt, dort wo sich jetzt der Jagdpavillon befindet, stand einst
eine Burg. Diese war bewohnt von einem heißblütigen Ritter.
Eines Tages auf einer Jagd, begegnete ihm im Wald eine wunderschöne
Bauerntochter. Er entbrannte sofort in heftigster Begierde und wollte
sie treffen. Doch die wies ihn zunächst zurück und beharrte
auf die Standesunterschiede. Der Ritter ließ aber nicht locker
und führte sie eines Tages in eine Kapelle. Dort wo sich jetzt
der See befindet, stand mal inmitten eines blumenreichen Tals eine Kapelle.
Dort versprach der Ritter der schönen Bauerstochter die Ehe und
unterstrich sein Gelöbnis mit den Worten, dass ihn genau an dieser
Stelle der Himmel vernichten möge, wenn er sein Wort je brechen
sollte.

Das
Mädchen glaubte ihm und wurde seine Geliebte. Von diesem Tag an
trafen sie sich täglich, doch immer wenn ihn das Mädchen an
sein Versprechen erinnerte, wich er ihr aus. Irgendwann verlor er das
Interesse ganz an ihr und das Mädchen wartete vergeblich auf ihn.
Schließlich erkannte sie, dass er sie nicht mehr liebte, denn
der treulose Ritter hatte sich mit einer reichen Gräfin verlobt.
Sie starb an gebrochenem Herzen. Die Hochzeit sollte ausgerechnet in
der kleinen Kapelle stattfinden, in dem er ihr die ewige Treue geschworen
hatte. Während der Trauung, gerade als der Pastor den Ritter eben
mit der Gräfin verheiraten wollte, erschien der Geist des betrogenen
Mädchens und zeigte auf den Bräutigam, der vor Schreck ohnmächtig
wurde. Augenblicklich krachte ein derart starkes Unwetter auf sie herab,
dass die Kapelle mitsamt der Hochzeitsgesellschaft in dem sintflutartigen
Regen unterging. Seitdem soll sich hier der Ukleisee befinden.
Es heißt,
an stillen Abenden hört man aus den tiefen des Sees,
hin und wieder die Glocke der Kapelle klingen.