
(Newcastletown,
Borders/Schottland)
Das einsame,
verlassene Hermitage Castle kauert in einer der gespenstischsten Landschaften,
die man sich vorstellen kann. An einem warmen Sommermorgen dringt nur
selten ein warmer Sonnenstrahl in die mächtigen Mauern. Im trübseligen
Inneren winden sich unheimliche Flure und kalte, kahle Treppen zwischen
den moosbewachsenen Mauern hindurch, aus denen eine unheilvolle
Stimmung zu dringen scheint.
1300
wurde diese Burg auf dem schwer umkämpften Grenzgebiet zwischen
Schottland und England gebaut und wurde in den 400 darauf folgenden
Jahren einmal von dem einen, einmal von dem anderen Land regiert. Durch
die vielen Kriege, die sie überstehen musste, wurde das Gebäude
"Wachhaus des blutigsten Tales Großbritanniens" genannt.
Im Jahre 1342 wurde Sir Alexander Ramsey -"in einem furchtbaren
Loch ohne frische Luft und Kanalisation" - gefangen gehalten und
verhungern lassen. Seitdem wandelt sein Geist auf der Suche nach Rache
im Schloss und auf dem Gelände umher.
Einer der berüchtigtsten Herrscher war Lord de Soulis, genannt
"der Böse", der sich der schwarzen Magie verschrieben
hatte.
Lord
de Soulis
Es wird erzählt, dass er die Kinder der Nachbarschaft, die er entführen
ließ, im Verlies gefangen hielt, um sie bei seinen bösen
Ritualen zu missbrauchen. Die Bewohner wandten sich schließlich
an König Robert I und flehten ihn an, sich von "dem Bösen"
zu befreien. "Kocht ihn meinetwegen, aber lasst mich damit zufrieden,"
so die Antwort des Königs. Die Leute nahmen ihm beim Wort und stürmten
daraufhin die Burg, nahmen den Lord gefangen und warfen ihn in einen
Kessel mit kochendem Wasser. Sein Geist wandelt noch heute durch die
Flure und über das Gelände der Burg. Meist wird er von grausamen
Schreien der Kinder begleitet, die irgendwo unter der Burg hervordringen.
Die Atmosphäre auf Hermitage Castle hat etwas Unheimliches an sich,
als seien die dunklen Mächte, die immer noch über die Burg
wachen, über die Gegenwart der Besucher verärgert. Die häufigen
Berichte über gespenstische Schatten und Gestalten, die auf den
oberen Etagen umherwandern, jagen jedem Besucher einen Schauer über
den Rücken und man ertappt sich häufig dabei, wie man sich
nach allen Seiten umdreht, um sich vor dem zu hüten, was hinter
der nächsten Ecke oder ein paar Zimmer weiter auf einen lauert.
