

Der Fliegende Holländer
(The Flying Dutchman)
Dieser
Kapitän lebte zu Anfang des 17. Jahrhunderts und war ein unternehmender
Seemann, der dazu verdammt war, bis in alle Ewigkeit auf den Weltmeeren
hin und her zu segeln, ohne jemals wieder in einen Hafen einlaufen zu
können. Je nach Überlieferung ist die Gestalt des Fliegenden
Holländers einmal als "Hendrick van der Decken" und einmal
als "Bernhard Focke" bekannt.
Er
fuhr immer mit vollen Segeln, um sein Ziel schnell zu erreichen, ohne
sich um Wind und Wetter zu kümmern. Die Stangen an den Masten sollen
aus Eisen gewesen sein, damit sie auch bei Unwetter hielten. Ihm wird
nachgesagt, dass er mit dem Teufel im Bunde war, was durch sein Aussehen
und Benehmen noch verstärkt wurde. Der Kapitän fiel sofort
durch ungewöhnliche Körperkraft und Größe und durch
sein erschreckendes Äußeres auf. Zudem hatte er die Angewohnheit,
sehr schroff und grob gewesen zu sein und bei jeder Kleinigkeit anfing
fürchterlich zu fluchen.
Viele
Seefahrer wollen dem Fliegenden Holländer schon begegnet sein -
zuletzt wurde er angeblich im April im Jahre 1977 von zwei Fischern
am Kap der guten Hoffnung gesichtet.
Das
Andenken an das Schiff des Fliegenden Holländers wurde lange Zeit
durch eine eiserne Bildsäule bewahrt, die auf der Insel Kuipir
errichtet wurde. Genau an einer Stelle, wo sie allen Schiffen ins Auge
fallen musste, die seinerzeit dort vorbeisegelten. Dieses Monument wurde
leider im Jahre 1811 von den Engländern auf der Kuipinerinsel entfernt,
als sie Java eroberten.
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Dies & Das -
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Das Schiff soll in der Lage sein, alle Stürme zu bestehen und
auch ohne Wind und gesetzte Segel volle Fahrt zu erreichen.
- Ihm wird nachgesagt, dass es sogar rückwärts segeln kann.
- Das Schiff hat einen schwarzen Mast und blutrote Segel.
- Jedem, der es erblickt, wird Unglück wiederfahren.
- In manchen Erzählungen kommt das Schiff auf einer Wolke angeflogen
oder taucht plötzlich aus den dunklen Tiefen des Meeres auf.
- Seeleute, die dem Geisterschiff begegnet sein wollen berichten,
dass das Deck entweder mit Toten und Geistern, völlig leer oder
mit Leichen "besetzt" war.
- Es gibt auch Berichte, dass das Schiff bei Blickkontakt mit anderen
Seglern ein Beiboot absendet, dessen Besatzung Briefe vom passierenden
Schiff abholt, welche an verschiedene Adressen zugestellt werden sollten.
Die Briefe konnten aber nie überbracht werden, da die Adressaten
alle längst verstorben waren.
- In Bezug auf die Briefe gibt es noch eine andere Version: Wenn die
Briefe nicht nach Erhalt vom Beiboot an das passierende Schiff sofort
an den Mast genagelt wurden, sollen die "Empfängerschiffe"
vor Ereichen des nächsten Hafens gesunken sein.

Eine
Zeichung von Henri Julien
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Augenzeugenberichte -
Bericht 1:
Ein Augenzeugenbericht von einer Begegnung mit dem Fliegenden Holländer
stammt von dem Prinzen Georg, dem späteren König Georg
V.
Am 11. Juli 1881 machte er während einer Kreuzfahrt höchstpersönlich
einen Eintrag in das Logbuch der S.M.S. Bacchante:
"11.
Juli 1881. Während der Mitternachtswache kreuzte der sogenannte
Fliegende Holländer unseren Bug. Sie erschien zuerst als merkwürdig
rotes Licht, wie von einem vollständig glühenden Schiff,
in dessen Mitte Masten, Spieren und Segel, scheinbar die einer normalen
Brigg, leuchteten, ungefähr 180 Meter von uns entfernt und trat
deutlich hervor, als sie herankam. Unser Ausguck auf dem Vorderdeck
berichtete, sie sei ganz nahe an unserem Backbordbug, wo sie auch
der Wachoffizier auf der Brücke ganz deutlich sehen konnte und
ebenso unser Achterdeckleutnant zur See, der sofort nach vorn zum
Vorderdeck geschickt wurde, um Bericht erstatten zu können. Aber
als er dort anlangte, fanden sich weder ihre Spuren noch irgendwelche
Anzeichen eines wirklichen Schiffes, weder in der Nähe noch entfernt
am Horizont."
Etwas
später folgte dem Bericht dieser Anhang:
"Während
der Vormittagswache fiel der Seemann, der heute morgen als erster
von dem Phantomschiff berichtet hatte, von der Quersaling der Vormarsstenge
und war sofort tot."
Nachdem
es also schon ein "Opfer" gab, erlag kurze Zeit später
auch noch der Kommandant der Bacchante nach der Ankunft am Hafen
einer plötzlichen Krankheit.
Bericht 2:
Der Kapitän des niederländischen Frachters Straat Magelhaen
berichtet
im Oktober im Jahre 1959:
"Es
gab ein komisch sausendes Geräusch, dann sahen wir einen riesigen
Windjammer genau auf uns zukommen. Seine Segel waren bauchig gefüllt,
und wir konnten ganz deutlich einen Mann am Ruder erkennen. Er war
so plötzlich und schnell erschienen, dass es keine Ausweichmöglichkeit
mehr gab. Aber gerade in dem Moment, in dem er mit unserem Schiff
hätte zusammenstoßen müssen, verschwand er in der
Dunkelheit."

"The
Flying Dutchman" von Albert Pinkham Ryder
-
Die Sagen vom fliegenden Holländer -
Sage
1:
Diese Sage rankt sich um den holländischen Kapitän "van
der Decken".
Auf seinem Schiff soll es sehr unzüchtig zugegangen sein - es wurde
nur gespielt, geflucht und literweise Alkohol getrunken.
Niemand durfte die Kajüte des Kapitäns betreten, denn dort
soll er regelmäßige Seancen mit dem Teufel betrieben haben,
mit dem er sich dann schließlich auf einen Pakt einließ.
Der Kapitän besaß ein Haus irgendwo weit hinter den Dünen,
das von einer Hexe bewacht wurde. Wenn er von seinen Seereisen nach
Hause kam, wartete dort immer schon ein junges Mädchen, welches
der Teufel dorthin gebracht hatte, um van der Decken mit ihren Liebesdiensten
zur Verfügung zu stehen. Wenn die Zeit zum Aufbruch für eine
neue Seereise gekommen war, wurde das jeweilige Mädchen von van
der Decken und der Hexe ermordet, indem man ihr den Hals umdrehte, sie
in einen Sack einnähte und in das Meer warf.
Eines Tages glückte es dem Teufel ein wunderschönes Mädchen
vor einer Kirche einzufangen und zu van der Deckens Haus zu bringen.
Diese junge Frau weigerte sich aber dem Kapitän hinzugeben und
fing an zu beten, solange, bis über ihrem Kopf ein Heiligenschein
erschien. Ohne sich mit ihr vergnügt zu haben, erwürgte der
Kapitän sie und warf sie ins Meer. Doch der Teufel ließ den
Kopf der Frau in den Wellen erscheinen und sie unentwegt rufen: "Folge
mir! Folge mir!" Danach flüsterte der Teufel van der Decken
ins Ohr: "Tu es, und du bekommst sie!" Und seitdem fährt
der Kapitän über alle Meere dem schönen Kopf hinterher,
der ihn immerzu herruft - ohne sie jemals zu erreichen.
Sage 2:
In dieser Sage war van der Decken mit seinem Schiff auf hoher See.
Er wollte so schnell wie möglich die Tafelbay erreichen und fluchte
und schwor, dass er sogar den Allmächtigen besiegen würde.
Auf einmal erschien ein Engel an Deck, doch van der Decken weigerte
sich, vor Ehrfurcht seine Mütze abzunehmen und schoss sogar auf
die Gestalt. Der himmlische Gesandte erklärte daraufhin, dass der
Kapitän und sein Schiff von nun an verflucht waren, auf ewig auf
den Weltmeeren zu segeln.
Sage 3:
Eine weitere Sage handelt von dem Kapitän Bernhard Focke.
Er ließ die Seewege in einem so höllischen Tempo zurück,
dass man sagte, er sei mit dem Teufel im Bunde. Nachdem er durch seine
schnellen Seereisen sehr reich geworden war, forderte der Teufel einen
Anteil. Doch der Kapitän war zu gierig und wollte seinen Reichtum
nicht teilen.
Da wurde der Teufel böse und verbannte Focke dazu, auf ewig auf
dem Meeren hin und her zu kreuzen, ohne jemals wieder Kontakt zu Menschen
aufnehmen zu können.

-
Lyric -
Wenn de Fleegen Hollanner sik zeigt, ward slicht Wäder
(Wenn sich der Fliegende Holländer zeigt, gibt es schlechter Wetter)
*****
De Fleegen Hollanner hett üm dat Kaap der Gooden Hoffnung
sägeln wüllt
un hett ümmer konträren Wind hat.
Dor hett he so vääl fluucht un dahn.
Dorvöör is he von Gott oder'ne anner Macht straft
worden,
dat he door ümmer krüüzen mööt.
(Der Fliegende Holländer wollte um das Kap der guten Hoffnung
segeln; hatte allerdings andauernden Gegenwind.
Da er deshalb so stark fluchte, wurde er von Gott oder einer
anderen höheren Macht bestraft - auf dass er für alle
Ewigkeit dazu verdammt war, dort zu kreuzen*.)
*Anm.: wörtl. Übersetzung: ...dass er dort immer
kreuzen möge.
*****
Es woget die See, es brauset das Meer,
Hoch türmen sich Wogen auf Wogen
dort aus der Ferne so graus und hehr
Kommt ein schwarzes Schiff gezogen.
Es regt sich auf Deck nicht Mann oder Maus
Es schwimmt auf dem Meere, und nirgends legt's an.
Die Sterne des Himmels leuchten so hell
durch Tauwerk, Segel und Masten.
Es segelt bald langsam, es segelt bald schnell,
Als dürft es nicht ruhen, nicht rasten.
Ein Totenkopf in den Segel steht!
Es eilen die Schiffe aus seinem Bereich;
denn sein Anblick bringt Tod und Verderben.
Der mutigste Seemann wird starr und bleich
Und betet, um selig zu sterben.
So schwimmt das Schiff kreuz und quer
Viel hundert Jahre auf dem Meer.
Der fliegende Holländer wird es genannt,
Es ist mit dem Fluche belastet.
Als herrliches Schiff ging es einst aus dem Lande
und ist seitdem nicht mehr gelandet.
(Lied von Th. Fathschild, Matrose auf der preußischen
Fregatte Thetis (1860/62))
Weitere
Informationen unter: http://de.wikipedia.org

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