Bericht
in der Tageszeitung - © Bild: www.mtv.com
Hoffnungslos
wandten sich die Dorfbewohner an ihren Curandero (einen Medizinmann).
Dieser führte ein altes Stammes-Ritual durch, um den Nahaul von
der Minengrube weg zu locken. Dann befahl er, den Eingang der
Mine mit großen Flusssteinen zu versiegeln und die Grube danach
nie wieder zu öffnen!
Vor
kurzem berichteten die Dorfbewohner, dass sie Tiere an der verlassenen
Goldmine vorbeiwandern gesehen haben. Innerhalb der letzten Monate
kamen erneut Berichte über grausame Tierverstümmelungen auf.
Zudem sollen seltsame Gesänge, schreckliche Schreie und Echos
in diesem Areal zu hören sein. Gerüchte sagen, das Nahaul
sei zurückgekommen, um die Dos Estrellas Mine wieder in seine
Gewalt zu bekommen, weil sie ihn von seinem Haus ferngehalten
haben. Zudem soll dieser Bereich stark frequentiert sein: Nicht nur
Nahaul, auch die toten Arbeiter sollen hier ihr Unwesen treiben.
Niemand
kann genau sagen, ob der Nahaul wirklich existiert. Es gibt viele
Skeptiker aber auch genauso viele Gläubige.
Das
Minengelände
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Eingang zum Rohbau -
In der Ecke des Rohbaus befinden sich Bretter, die einen großen
Durchgang blockieren.
Zwei Wochen bevor die große Flut im Jahre 1937 Tlalpujahua überraschte,
hatte der Nachtwächter diese Tür barrikadiert. Er hatte
das Gefühl vom Nahaul verfolgt zu werden.

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Schornstein im Heizungsraum -
Diese 50 Fuß hohen Schornsteine dienten als Entlüftungsöffnungen
für die Brennöfen. Die Öfen schmolzen das Golderz, damit
es in Stäbe gegossen werden konnte. Die Durchschnittstemperatur
der Öfen betrug über 200 Grad Fahrenheit (93.33~° Celsius).
Die Schornsteinwände mussten daher regelmäßig gereinigt
werden, damit die Öfen ihre konstante Temperatur halten konnten.
Und da sie sehr schmal waren, wurden Kinder angeheuert, die da
hineinkriechen mussten, um sie zu säubern.
Nachdem
einige Kinder hier ihr Leben verloren hatten, waren die Arbeiter überzeugt
davon, dass die Schornsteine nun frequentiert sind. Lange nachdem
die Grube geschlossen war, hörte man ihre Hilfeschreie. Die Einheimischen
sind überzeugt, dass es auch die Kinder sind, die in der Nacht
die Öfen einschalten.
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Das Untergeschoss im Heizungsraum -
Die Dorfbewohner glauben, der Nahaul sei der Handlanger des Teufels.
Besessen mit dämonischer Energie, wandelt er seine menschliche
Form und wird zum Tier. Selten wurde der Nahaul von Dos Estrellas
Mine in seiner menschlichen Form gesehen.
Vor
kurzem fand man Tierkadaver im Heizungsraum, in der Kapelle und im
Krankenhaus. Die Dorfbewohner vermuten, dass der Nahaul die Reste
seiner Beute verstreut hat, um so seine Energie zu verstärken.

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Das Krankenhaus von Dos Estrellas -
Hier brachte man die verletzten Minenarbeiter her. Das Krankenhaus
selbst liegt ziemlich abgeschieden im Wald. Ein wirklich unheimlicher
Ort. Die Einheimischen scherzten oft, dass die Wahrscheinlichkeit
zu Überleben höher war, wenn man den Verletzten am besten
nicht in dieses Krankenhaus einliefert. Denn richtige Medizin und
ausgebildete Ärzte waren hier knapp. Tatsächlich wurde das
Krankenhaus oft mit ungeschultem Personal geführt.
Den
Fußboden im Krankenhaus nannte man run red, weil
er mit stinkendem Blut vollgespritzt war. An warmen Tagen, sagt man,
konnte man bis hinunter ins Tal den verkohlten Gestank des Todes riechen.
Dieses Krankenhaus war wahrhaftig ein Platz, den niemand freiwillig
aufsuchen wollte. Die Einwohner glaubten, der Nahaul kam nachts hierher,
um sich seine Opfer zu holen. Angeblich soll ihn der Geruch von Blut
und von verrottetem Fleisch anziehen. Daher fürchteten sich die
verletzten Bergmänner davor, die Nacht in diesem Krankenhaus
alleine zu verbringen. Denn nachts wurden sie hier wie Freiwild verletzt
liegen gelassen.
Eines
Tages wurde der Arbeiter Francisco Lopez wegen einer Augenverletzung
hier eingeliefert. Franciscos Augen waren verbrannt. Während
der Arbeit hatte er heißes flüssiges Gold ins Gesicht gespritzt
bekommen. Francisco bettelte nicht ins Krankenhaus gebracht zu werden,
aber sein Vorarbeiter beharrte darauf. Dann kam das, wovor er sich
gefürchtet hatte: er musste die Nacht ganz alleine im Krankenhaus
verbringen. Am folgenden Morgen fand man seinen leblosen Körper.
Die Todesursache konnte nie festgestellt werden. Die Einheimischen
vermuten heute noch, dass der Nahaul mit seinem geheimnisvollen Tod
zu tun hat. Man glaubt, die Kranken befinden sich in einem veränderten
Bewusstseinszustand, wenn einer ihrer Sinne beeinträchtigt ist.
Dies lässt den Nahaul leichter in den Verstand des Kranken eindringen
und seine Gedanken und Handlungen manipulieren. Die Menschen glaubten,
der Nahaul hätte so die Gedanken Franciscos manipuliert.
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Die Kapelle von Dos Estrellas -
Diese Kapelle wurde einst von den europäischen Einwanderern für
die Grubenarbeiter erbaut. Als die Siedler sich hier niederließen,
brachten sie auch ihre Missionare mit. Die letzte Messe in der Kapelle
hielt man am Morgen der großen Flut im Jahre 1937. Denn die
große Flut überschwemmte auch die Kapelle. Das Wasser kam
so schnell und mit solcher Kraft, dass nur sehr wenige Menschen flüchten
konnten. Danach mied man die Kapelle. Die Eingeborenen gehen nicht
einmal in ihre Nähe.
Die
neue Religion verbreitete sich immer mehr in Tlalpujahua. Somit
war die Furcht und Respekt vor dem Nahaul gewichen. Daher glaubt man,
dass sich das Wesen mithilfe der Naturkatastrophe dafür gerächt
hat.

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Die Entwässerungsgrube -
Diese Grube wurde dazu benutzt, das Abflusswasser der Maschinen zu
sammeln, die für die Goldverarbeitung betrieben wurden. Am Ende
des Tages wurde dann das Wasser in den nahe gelegenen Fluss abgelassen.
Eines
Tages waren zwei Arbeiter, Esteban und Salvatore, mal wieder dabei,
das Grubenwasser abzulassen. Endlich war ihre Schicht für den
heutigen Tag zu Ende. Es war sehr spät und beide Männer
waren total erschöpft. Esteban war leider unvorsichtig, er verlor
sein Gleichgewicht und fiel in die Grube. Er schlug mit solch einer
Kraft auf den Boden, dass er sich einen schweren Bruch am rechten
Bein zuzog. Salvatore lief sofort los, um Hilfe zu holen. Kaum war
er nur ein paar Schritte von der Grube entfernt, hörte er hinter sich
seinen verletzten Kollegen entsetzlich schreien. Als Salvatore
in die Grube blicken wollte, schlug ihm eine sehr starke Windböe
ins Gesicht. Er erstarrte vor Schreck, als er den Nahaul aus der Grube
herausfliegen sah!
Am folgenden
Tag fanden die Arbeiter ihn in der Nähe der Entwässerungsgrube,
zusammengekauert in der Fötusposition, immer wieder das Wort
Nahaul flüsternd. Seinen Kollegen Esteban fand man
tot in der Grube.