Mittwoch, 14 November 1974, Amityville, Long Island. Alles ist ruhig
im Haus Nr. 112 in der Ocean Avenue. Die gesamte Familie DeFeo, abgesehen
vom ältesten Sohn Ronnie, liegt in ihren Betten und schläft.

Die
Kinder der DeFeos
Ronnie
sitzt in seinem Zimmer und sieht sich einen Film im Fernsehen an. Als
er plötzlich aufsteht, sich ein Gewehr nimmt und sein Zimmer verlässt.
Er bleibt vor dem Schlafzimmer seiner Eltern stehen und öffnet
leise die Tür, wartet einen Moment und beobachtet seine schlafenden
Eltern, Louise (42) und Ronnie DeFeo Senior (43). Er nimmt sein Gewehr
und feuert zwei mal auf seinen schlafenden Vater, hält einen Moment
inne und schießt zwei weitere male auf seine Mutter. Er verlässt
das Schlafzimmer, niemand im Haus ist durch die vier abgefeuerten Schüsse
aufgewacht.

Er
betritt das Kinderzimmer seiner Brüder John (9) und Marc (12),
hält zwischen den beiden Betten und feuert je einen Schuss auf
seine schlafenden Brüder ab. Marc erliegt seinen Verletzungen sofort,
während John mit dem Tode kämpft und letztendlich den Kampf
verliert.

Ronnie
verlässt das Zimmer seiner Brüder und geht weiter zu seinen
beiden Schwestern. Dawn (18) und Allison (13) schlafen weiterhin, trotz
6 abgefeuerter Schüsse. Er gibt zwei weitere Schüsse in die
Köpfe der Mädchen ab, beide erliegen ihren Verletzungen sofort.

Er
verlässt das Schlafzimmer der Mädchen, geht ins Bad, wäscht
sich in aller Ruhe, nimmt seine blutigen Kleidungstücke und bringt
sie in sein Auto. Anschließend fährt er nach Brooklyn und
entsorgt sie dort in einem Abwasserkanal. Gegen 6 Uhr morgens erscheint
er wie gewohnt auf der Arbeit, er lässt sich nichts anmerken, versucht
hin und wieder seine Familie telefonisch zu erreichen und lässt
seine Arbeitskollegen wissen, dass er sich langsam Sorgen mache, weil
niemand zuhause ans Telefon geht.
Gegen Nachmittag trifft er sich mit Freunden und erzählt auch ihnen,
dass er sich Sorgen mache. Schließlich um 18 Uhr stürmt er
aufgeregt in eine nahegelegene Bar, in der er sich mit einem Freund
verabredet hatte. Er berichtete, er hätte die Leichen seiner Eltern
gefunden, jemand hätte seine Familie erschossen. Gemeinsam mit
anderen Gästen der Bar eilen sie zum Haus in der Ocean Avenue 112.
Joey Yeswit, ein Barmann, ruft von dort letztlich die Polizei.
Hier
das Protokoll des Originaltelefonats:
Operator: "Suffolk County Police. Wie kann ich Ihnen
helfen?"
JY: "Es gab eine Schiesserei hier. Ähhm, DeFeo"
Operator: " Wie ist Ihr Name?"
JY: "Joey Yeswit."
Operator: "Können Sie das Buchstabieren?"
JY: "Ja. Y-E-S W I T."
Operator: "Y-E-S . .
JY: "Y-E-S-W-I-T."
Operator: ". . . W-I-T. Und Ihre Telefonnummer?"
JY: "Ich weiß nicht, ob sie hier irgendwo steht. Da
ist..., ähh, Ich finde hier keine Nummer."
Operator: "Okay, von wo rufen Sie an?"
JY: " Amityville. Benachrichtigen Sie die Amityville Police,
es ist direkt in, ähh . . .Ocean Avenue in Amityville."
Operator: "Austin?"
JY: "Ocean Avenue. Verdammt nochmal was ... ?"
Operator: "Ocean ... Avenue? Wo liegt das?"
JY: "Direkt an der Merrick Road. Ocean Avenue."
Operator: "Merrick Road. Was, ... was genau ist das Problem,
Sir?"
JY: "Eine Schiesserei!"
Operator: "Eine Schiesserei. Irgendjemand verletzt?"
JY: "Häh?"
Operator: "Ist irgendjemand verletzt?"
JY: "Ja es ist, ähm, äh - alle sind tot."
Operator: "Was meinen Sie damit, alle sind tot?"
JY: "Ich weiss nicht was passiert ist. Der Junge kam in
die Bar gestürmt. Er sagte seine gesamte Familie wurde ermordet
und dann sind wir hierher gefahren."
Operator: "Warten Sie bitte eine Sekunde, Sir."
(Police Officer übernimmt das Gespräch)
Police
Officer: "Hallo."
JY: "Hallo."
Police Officer: "Wie ist Ihr Name?"
JY: "Mein Name ist Joe Yeswit."
Police Officer: "George Edwards?"
JY: "Joe Yeswit."
Police Officer: "Wie wird das buchstabiert?"
JY: "Was? Ich wollte ... Wie oft soll ich Ihnen das noch
sagen? Y-E-S-W-I-T."
Police Officer: "Wo sind Sie?"
JY: "Ich bin in der Ocean Avenue."
Police Officer: "Und die Nummer?"
JY: "Ich habe keine Nummer hier. Es steht keine Nummer auf
dem Telefon."
Police Officer: "Welche Nummer hat das Haus?"
JY: "Ich weiß noch nicht mal die..."
Police Officer: "Wo sind Sie gerade? Ocean Avenue und weiter?"
JY: "In Amityville. Benachrichtigen Sie bitte die Polizei
in Amityville und veranlassen Sie, dass jemand hierher kommt. Ich kenne
die Familie."
Police Officer: "Amityville."
JY: "Ja, Amityville."
Police Officer: "Okay. Nun sagen Sie mir was los ist."
JY: "Ich weiß es nicht. So ein Kerl kommt in die Bar
,
Kerl kommt in die Bar gerannt und sagt - seine Mutter und sein Vater
wären erschossen. Wir rannten zum Haus und alle im Haus sind erschossen.
Ich weiß nicht wie lange, verstehen sie? So, äh . . ."
Police Officer: "Ah, was ist die Ad ... wie ist die Adresse
des Hauses?"
JY: "Uh, warten Sie. Ich sehe nach der Nummer. OK. Warten
Sie. Eins-zwölf Ocean Avenue, Amityville."
Police Officer: "Ist das in Amityville oder Nord Amityville?"
JY: "Amityville. Direkt neben ... südlich der Merrick
Road."
Police Officer: "Ist das direkt im Ort?"
JY: "Es ist direkt im Ort, ja."
Police Officer: "Eh, OK, wie ist ihre Telefonnummer?"
JY: "Ich habe hier keine. Es steht keine Nummer auf dem
Telefon."
Police Officer: "OK, von wo aus rufen Sie an? Telefonzelle?"
JY: "Nein, ich rufe direkt aus dem Haus an, ich habe hier
aber keine Nummer auf dem Telefon."
Police Officer: "Sie sind im Haus selbst?"
JY: "Ja"
Police Officer: "Wie viele Leichen?"
JY: "Ich glaube, äh, Ich weiß nicht - äh,
ich glaube es sind vier."
Police Officer: "Vier?"
JY: "Ja."
Police Officer: "OK, Sie bleiben direkt vor Ort und ich
benachrichtige das Amityville Village P.D., die werden sofort zu Ihnen
kommen."
Nach zehn Minuten trifft der erste Police Officer namens Kenneth Geguski
am Tatort ein. Er findet Ronnie DeFeo weinend am Küchentisch vor.
Nachdem er die Schlafzimmer untersucht und die Leichen der gesamten
Familie vorgefunden hat, ruft er Verstärkung.

Das
Haus zum Zeitpunkt der Ermittlungen
Es
bedarf einer forensischen Analyse, um die genauen Einschüsse der
Opfer, besonders die der Mädchen, ausfindig zu machen. Zu grausam
sind die Leichen zugerichtet. Was allerdings allen Beteiligten sofort
auffällt ist die Tatsache, dass alle Opfer in ihren Betten, im
Schlaf erschossen wurden und niemand aufwachte und das, obwohl der Mörder
über zwei Stockwerke verteilt Schüsse abfeuerte. Auch hatte
keiner der direkten Nachbarn irgendetwas gehört, noch nicht einmal
der Hund der Familie hatte gebellt.

Es
folgen weitere Befragungen und anschließend Untersuchungen. Ronnie
DeFeo verstrickt sich immer weiter in Ungereimtheiten, erst hält
er die Mafia für den Täter, anschließend Drogendealer
und sogar seine eigene Schwester bezichtige er. Schließlich aber
legt er ein Geständnis ab. Er erzählt, er hätte in der
Nacht seine Familie flüstern gehört und vermutete, sie plane
ihn umzubringen. So hätte er aus Notwehr gehandelt.

Ronnie
in Haft
Er
wird letztendlich vor Gericht gestellt und zu 6 lebenslänglichen
Haftstrafen von je 25 Jahren verurteilt. Sein Anwalt, William Weber,
hatte bis zuletzt versucht seine Unzurechnungsfähigkeit zu beweisen.

Ronnie "Butch" DeFeo
Damit schien die Geschichte fürs erste abgeschlossen, doch wie
sich herausstellte, war dies nur der Anfang!