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Was sind denn nun die Fakten?
Familie
Lutz konsultierte einen Psychologen um die Ereignissen zu verarbeiten.
Dieser riet ihnen, ihre Erlebnisse auf Band zu sprechen, quasi als
eine Art Therapie. So nahm jedes Familienmitglied getrennt voneinander
Tonbänder über ihre eigenen Erlebnisse im Haus auf. Als
ein befreundeter Journalist davon hörte schlug er vor, diese
einem Freund zu überlassen und sie in Buchform zu veröffentlichen.
Mit einer Beteiligung am Bucherlös könne die Familie ihre
finanziellen Verluste auffangen und einen Neuanfang wagen.
Man darf nicht vergessen, Familie Lutz nahm nur ein paar Kleidungsstücke
aus dem Haus mit. Außer eine Holzkiste wollten sie nichts was
aus dem Haus stammte zurück haben. Sie beauftragten einen Freund
einen Garagenverkauf zu veranlassen, um den zurückgebliebenen
Rest zu verkaufen. Die Bänder wurden dem Autoren Jay Anson überlassen.
Die Familie weigerte sich aber weitere Interviews und Befragungen
über sich ergehen zu lassen. So waren die Bänder alles,
womit Jay Anson arbeiten konnte.
Das erklärt, warum das Buch teilweise unvollständig oder
nicht in chronologischer Reihenfolge aufgeteilt ist. Die Bänder
erhielten zwar die Erinnerungen, aber teilweise nicht ganz ausführlich
und ohne Daten und Zeiten. Sie waren ja schließlich für
den persönlichen Gebrauch bestimmt. Jay Anson beendete seinen
Roman, indem er einiges selbst zusammenreimte und teils Fakten in
einen anderen Zusammenhang brachte oder ein wenig reißerischer
gestaltete. Die Lutzes haben nie ein Manuskript bekommen oder Korrektur
gelesen. Sie erhielten das fertige Resultat ebenso wie alle anderen
nach Erscheinen im Buchhandel.

Zeitungsartikel
Es
folgten der bekannte Film und weitere Fortsetzungen sowie etliche
Rechtsstreitigkeiten mit den Lutzes. Die fühlten sich ordentlich
über den Tisch gezogen und wollten ihre eigene Version der Geschichte
veröffentlichen. Doch, hier ein hoch auf Amerika, laut Vertrag
haben sie die Rechte an ihren 28 Tagen im Haus und den Vorkommnissen
an den Verleger abgegeben, was ihnen heute noch zusteht sind die Rechte
an der Fortsetzung. Was im Klartext bedeutet, eine ahnungslose Familie
wurde über den Tisch gezogen und unerfahren wie sie in diesen
rechtlichen Dingen waren, mit einem windigen Vertrag gebunden, während
andere sich eine goldene Nase verdienten.
Familie Lutz hat nur das Recht, ihre Erlebnisse nach der Flucht zu
veröffentlichen, alles was im Haus geschah unterliegt der MGM
und dem Buchverleger (Was nach dem Remake nun zu einem weiteren Prozess
führt). Familie Lutz hat letztendlich an dem ganzen Fall nicht
mehr verdient als unsereins nach einem 5er im Lotto, evtl. $80.000
nach Abzug aller anfallenden Kosten. Was das Haus angeht, so gibt
es viele Ungereimtheiten, die auch Skeptiker nicht von der Hand weisen
können.
Auf dem Grundstück selber soll früher ein Indianerfriedhof
gewesen sein. Obwohl dieser Fakt von der Amityville Gemeinde vehement
bestritten wird, wurde dennoch Anfang 1900 ein aufrecht auf einem
Pferd sitzendes Skelett gefunden. Auf diese Art wurden seinerzeit
wichtige Stammesmänner beerdigt. Das Skelett wurde ganz in der
Nähe des Hauses gefunden. Auch wenn Skeptiker behaupten Indianer
hätten ihre Verstorbenen nie so nahe am Wasser beerdigt. Dem
kann man gegenüberstellen, dass es durch Erosion vor hunderten
von Jahren evtl. keinen so breiten Fluss dort gegeben hatte.
Auf dem Grundstück stand ursprünglich ein anderes Haus,
dieses wurde in den 40er Jahren an eine andere Stelle versetzt und
das jetzige Haus dort errichtet. Es bestehen Hinweise, dass es auch
in dem alten Haus zu merkwürdigen Todesfällen und Familientragödien
gekommen sei, erst nach der Umsetzung wurde es ruhig und friedlich
im Haus. Eine Bewohnerin, die vor Familie DeFeo in dem Haus lebte,
soll an ihrem letzten Tag im Haus vor ihrem Auszug gesagt haben: "Wenn
das Haus mich heute Nacht nicht bekommt, dann wird es das nie".
Nach ihrem Einzug im Haus soll sich die Idylle der Familie DeFeo mehr
und mehr in reinen Terror verwandelt haben, Missbrauch, Gewalt und
Drohungen waren an der Tagesordnung. Mr. DeFeo geriet in einen religiösen
Wahn und stellte etliche Heiligenfiguren auf seinem Grundstück
auf. Als er von Nachbarn nach dem Grund gefragt wurde, antwortete
er nur: "Mir sitzt der Teufel im Nacken". Sechs Menschen
wurden im Haus erschossen, ohne dass jemand aufwachte, ebenso hat
keiner der Nachbarn etwas gehört.
Ronnie DeFeo sagte später aus, dass er das Gewehr von einer unsichtbaren
Wesenheit im Zimmer bekommen hat und ihm Stimmen befohlen hätten,
seine Familie zu töten.

Die
Warrens
Dies
sagte er auch bei seiner Gerichtsverhandlung aus, jedoch wurde dieser
Äußerung von Ronnie DeFeo keine Beachtung geschenkt. Nach
seinem Einzug in das Haus hatte sein Abstieg begonnen. Er wurde aggressiv,
wandte sich den Drogen zu und vernachlässigte seine Familie. Bei
späteren Untersuchungen im Haus mit Parapsychologen u.a. den "Warrens",
einem Paar aus Brooklyn, die sich mit übersinnlichen Phänomenen
beschäftigten, wurden etliche Fotos geschossen.
Eines
zeigt einen Jungen im Türrahmen, der einen der DeFeo Kinder zeigt,
ein anderes ein Gesicht, welches aus einer Wand ragt und den Fotografen
anstarrt, dieses Foto wurde leider nie veröffentlicht und nur im
Rahmen einer TV Sendung gezeigt.

John,
der Sohn der DeFeos im Treppenhaus?

Ausschnittsvergrößerung
Bei
den Untersuchungen in und um das Hauses herum kam man zu dem Entschluss,
dass es nicht nur das Haus, sondern eben auch das Grundstück
selbst ist, was die Probleme verursacht. Angeblich soll das freigelegte
Skelett, einst von Kindern geschändet und der Schädel
abgebrochen worden sein, um es zum spielen zu benutzen. Bis heute
konnte das jedoch nicht nachgewiesen werden.
Kein anderer Bewohner des Hauses hat sich nach den Lutzes über
Vorkommnisse im Haus beschwert, allerdings wurde Familie Lutz noch
Jahre nach ihrem Auszug von unsichtbaren Mächten terrorisiert.
Ihre Tochter Missy soll noch Jahre Kontakt zu "Jody" gehabt
haben und auch das Leben der Lutzes wurde nie wieder normal - Krankheiten,
unaufhörlicher Rummel um ihre Personen, fortlaufende Anfeindungen
und eine Scheidung zerstörten das Familienglück der Lutzes.
Kathy Lutz verstarb 2004 nach langer schwerer Krankheit.

George
und Kathy Lutz
Sowohl
Stephen Kaplan als auch Jay Anson verstarben beide nach Erscheinen
ihrer Bücher zum Thema Amityville.
Beide hatten während der Arbeiten an ihren Büchern einen
Herzinfarkt erlitten, genau wie Hanz Holzer bei seinen Arbeiten
zum Buch "Murder in Amityville", welches sich mit den
DeFeo Morden beschäftigte und die Theorie vertritt, Ronnie
DeFeo wäre zum Zeitpunkt der Morde an seiner Familie besessen
gewesen. Dieses Buch bildete die Grundlage zum Film Amityville II
- Der Besessene.
Ronnie DeFeo allerdings änderte seine Geschichte bis zum heutigen
Tag praktisch jährlich. Mittlerweile behauptet er, seine Schwester
hätte die Morde begangen und er hätte sie aus Notwehr
getötet (Hierbei ist anzumerken, dass Ronnie die gleiche Äußerung
bei seinem Verhör machte, in dem er sich ständig in anderen
Versionen der Geschehnisse der Mordnacht verstrickte). Die ganze
Wahrheit jedoch wird wohl nie ans Licht kommen.
Der
Amityville Fall bleibt bis heute der berühmtesten und umstrittensten
Spukfälle der Neuzeit.

George Lutz ist leider am 08. Mai 2006 verstorben!
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2005 / Nicky - www.geisternet.com
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