Das
Anwesen liegt düster und abwesend, nur wenige hundert Meter neben
der verkehrsreichen Hauptstraße, die von Wrexham nach Mold führt.
Das Herrenhaus ist eingebettet in eine Landschaft, die viele Geheimnisse
birgt. Ihre vorgeschichtlichen Grabhügeln und Erzählungen
über Hexerei haben sie berühmt gemacht. Das riesige, furchteinflößende
Gebäude lag viele Jahre lang verlassen da. Es wirkt wie ein gewaltiges
und finsteres Mausoleum, kunstvoll ausgestattet und von Geistern bewohnt.
Vor kurzem wurde es von Frau Cornelia Bayley erworben und renoviert.

Das
Haus wurde ursprünglich im Jahre 1610 von Sir John Trevor erbaut.
Wenn man in die Zufahrt einbiegt, fühlt man sich eingeschüchtert
von der übermächtigen Aura dieses Herrenhauses. Die Trevors
waren eine mächtige walisische Familie. Sir John war Inspekteur
der königlichen Flotte und besaß damit eine einträgliche
Stellung. Viele der langen Balken, die die hohen Decken des Herrenhauses
tragen, stammen angeblich von den mächtigen Schiffen, die den Stolz
der britischen Seemacht in der damaligen Zeit begründeten hatten.
Die riesigen kalten Räume sind ausgestattet mit schönen, ungewöhnlichen
Möbeln, Wandbehängen und geheimnisvollen Gemälden, die
eine Atmosphäre schaffen, die nur schwer in Worte zu fassen ist.

Die
lange Gallerie
Tragische Geschichten überschatten das Anwesen. Im Laufe der Jahre
geschahen hier im Haus und auf dem Gelände ungewöhnlich viele
Selbstmorde. Der letzte Vertreter der männlichen Linie, ein anderer
John Trevor, soll heute noch im "Regency Bedroom" spuken.
Hier starb er 1743 nach einem langen und qualvollen Todeskampf, als
er - nach dem tragischen und geheimnisvollen Tod seiner jungen Frau
- mit der Pferdekutsche absichtlich einen Zusammenstoß provozierte
und dabei schwere Verletzungen erlitt. Das wegen seiner Geister verrufene
Gebäude stand leer und wurde von den Einheimischen gemieden. Unzählige
Male aber sah man nachts in diesem Raum seltsame rechteckige Lichter.
Man hört hier oft Schritte und schlagende Türen.

Ein anderes Gespenst des Herrenhauses ist die schöne Tochter der
Trevors, die vor ungefähr zweihundert Jahren lebte und deren Liebhaber
im Duell von einem Rivalen getötet wurde. Um den Annäherungsversuchen
des eifersüchtigen Siegers zu entgehen - so heißt es - stürzte
sie sich voller Trauer in einen tiefen Brunnen im Garten. Seitdem durchstreift
ihr Geist Haus und Gelände. Amerikanische Soldaten, die während
des letzten Krieges in Plas Teg untergebracht waren, wollen sie sogar
des öfteren gesehen haben.
Es
gibt einen Raum der "Indian Bedroom" genannt wird, der früher
als örtliches Schiedsgericht benutzt wurde. Schwerverbrecher wurden
dort verurteilt und gehängt, indem man sie am Strick durch eine
Falltür im Fußboden verschwinden ließ. Kein Wunder,
dass es in diesem Raum fürchterlich spuken soll!

Die
stummen Zeugen düsterer Geheimnisse
Auch
wird die Geschichte eines Gärtners erzählt, der im vorigen
Jahrhundert gelebt haben soll. Eines Tages soll er sich auf dem Brunnenrand
ausgeruht haben, als er plötzlich fühlte, wie scharfe, knochige
Finger seine Schultern umklammerten und ihn nach hinten zogen. Der Gärtner
sprang, zu Tode erschrocken, auf und spähte in das schmutzig-trübe
Wasser, aber er konnte darin nichts erkennen. Damals befand sich am
Pförtnerhaus ein Tor aus weißem Stein. Hier soll sich ein
Pförtner erhängt haben, nachdem ihm ein Geist erschienen war.
Was hatte er so schlimmes gesehen, dass er sich anschließend das
Leben nehmen musste? Diese Frage wurde nie geklärt. Das Gebäude
jedenfalls wurde danach nie mehr bewohnt und schließlich abgerissen.
Autofahrer berichteten von gespenstischen Reitern, die spät in
der Nacht durch das Wäldchen in der Nähe des Herrenhauses
gezogen sein sollen.

Die
Gartenlaube von Plas Teg
Da
gibt es noch so eine Geschichte über ein paar Spaziergänger
die eine Party besucht hatten und auf dem Weg zurück, an Plas Teg
vorbei mussten. Plötzlich riss sich einer aus der Gruppe und rannte
völlig erschrocken davon. Er hatte etwas gesehen, was ihn zutiefst
erschreckt hatte, aber er konnte einfach keine zusammenhängende
Erklärung darüber abgeben, was er genau gesehen hatte. Auch
Tage danach konnte er nicht darüber sprechen. Wo und was genau
passiert war, hatte er nicht mehr richtig in Erinnerung, aber er befand
sich zu dem Zeitpunkt wohl direkt gegenüber der Auffahrt, wo einst
das Pförtnerhaus gestanden hatte.

Das
Herrenhaus wurde einmal exorziert. Jedoch ohne großen Erfolg,
denn der Spuk ist immer noch präsent. Er ist nur nicht mehr ganz
so aggressiv.