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Dokumentationen

Xochimilco – Insel der Puppen

Xochimilco, eine Insel im Süden von Mexico-City. Berühmt für seine schönen Gärten, malerischen Kanäle und seine alten Geschichten. Tausende von Touristen pilgern jährlich durch die landschaftlich reizvollen Kanäle um dort die hängenden Gärten zu bestaunen.

Tief versteckt in diesen Kanälen, fernab der üblichen Tourismusrouten gibt es jedoch einen unheimlichen Sumpf. Dicht bewaldet mit zotteligen Bäumen. Alle behangen mit zerbrochenen alten Puppen, die mit toten Blicken auf Besucher starren. Ein Anblick der jedem einen eiskalten Schauer beschert.



1951 ertrinkt hier ein junges Mädchen. Ein tragischer Unfall dessen Umstände nie ganz geklärt werden konnten. Damals wird die Insel bewohnt von Don Julián Santana Barrera, ein Blumenzüchter der auch die Leiche des Mädchens, bei der Verrichtung seiner Arbeit schließlich fand.

Barrera berichtete kurz nach dem Vorfall das er immer wieder laute Stimmen, jämmerliches Wehklagen und Weinen des Nächtens höre. Schließlich erscheint ihm auch eine geisterhafte Gestalt. Die Gestalt des kleinen Mädchens das er vor einiger Zeit tot treibend vor seiner Chinampa aufgefunden hatte.



Eines Morgens treibt eine alte Puppe ans Ufer seiner Behausung. Barrera fischt das Spielzeug aus dem Wasser und bringt sie ins Haus. Dieses Ereignis wiederholt sich nun seltsamerweise die darauf folgenden drei Tage. Der Blumenzüchter stellt fest, dass mit steigender Zahl der Puppen die Stimmen leiser werden, die ihn seit längeren um den Schlaf bringen. Er beginnt damit auf Streifzügen durch die nahe gelegene Stadt Müll zu durchwühlen und sammelt von nun an sämtliche Puppen die er finden kann. Entgegen seiner Hoffnung verstummen die Stimmen jedoch nicht. Zur Abschreckung des Geistes verstümmelt er nun die Puppen grausam und drapiert damit die umliegenden Bäume, Büsche und Sträucher. Auf diese Art und Weise wächst fortan über Jahrzehnte das Freiluftkabinett des Grauens.

Am 17. April 1991 hat Barrera seinen Neffen Anastasio zu Besuch. Ihre gemeinsame Zeit verbringen sie zum Angeln in den fischreichen Kanälen. Der Blumenzüchter präsentiert mit Stolz einen 5 Kilo-Fisch der ihm zuvor fast entkommen wäre. Nach der ersten Euphorie über den geglückten Fang spricht Barrera zu seinem Neffen, in der Situation ungewöhnlich leise und ruhig: "Die Sirene hat gerufen. Ich werde jetzt singen, damit sie mich nicht mitnimmt, und Du pass auf Dich auf!“



Anastasio begibt sich, sichtlich verwirrt über die Aussage seines Onkels, auf die Kuhweide um das Vieh zu beaufsichtigen. Als er zurückkehrt ist sein Onkel spurlos verschwunden. Man findet ihn schließlich tot an derselben  Stelle an der auch das junge Mädchen ertrank.

Seit dem Tod Barreras häufen sich die Geschichten um diesen unheimlichen Ort. Die Menschen erzählen, dass die Puppen lebendig wurden und ihren Sammler töteten. Tatsächlich berichten nächtliche Besucher, dass sie die Puppen gesehen haben wollen. Lebendig umher wandernd durch die unheimlichen Bäume der Insel.




© 2013 / ~DARK~ - www.geisternet.com


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 Schloß Wildenstein

Erbaut um das 16. Jahrhundert und im Besitz der Freiherren Hofer von Lobenstein, wurde das Schloss im Laufe der weiteren Jahrhunderte noch um einige Bauteile erweitert.

Viele Spukgeschichten ranken sich um dieses Gemäuer. Damals wie heute scheinen dort Dinge vor sich zu gehen, die unser Verstand immer noch nicht erklären kann und uns dennoch faszinieren.

Eine davon stammt aus den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges.

Zu der Zeit bewohnten amerikanischen Soldaten das Schloss. Eines Abends passierte etwas, was wohl dem einen oder anderen Soldaten einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen ließ.
Ein Offizier berichtete davon, wie er plötzlich im Badezimmer gestört worden sei, als er ein Bad nehmen wollte. Die Zimmertür öffnete sich wie von Geisterhand und mehr schwebend als gehend kam eine Frau, völlig in Weiß gekleidet, herein. Der Offizier bat freundlich, dass sie doch bitte das Zimmer verlassen sollte, doch die Frau wich nicht von der Stelle und starrte ihn weiter schweigend an. Dann doch etwas ungehalten und in seiner Privatsphäre gestört, sprang er aus der Badewanne und versuchte sie zu packen, um sie des Zimmers zu verweisen, doch seine Hand griff ins Leere.
Die Frau verschwand kurz danach und zurück blieb ein erschrockener und verwirrter Offizier.

Ein weiteres unheimliches Erlebnis hatten die Schlossherren in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts.
Zum einen vernahm man des Öfteren rätselhafte Musik. Mehrere Besucher konnten die Musik hören, unabhängig voneinander und auch zu völlig unterschiedlichen Zeiten. Man fand nie eine Erklärung dafür. Vermutlich kann man sie noch heute vernehmen.

Immer wieder passierten dort seltsame Dinge und eines Tages wurde Schlossherrin Anneliese Hofer v. Lobenstein Zeuge davon.
An einem Tisch in der Küche sah sie einen kleinen Jungen in Seemannskleidung stehen. Sie wusste nicht, wo er herkam, geschweige denn, wie er in die Küche gelang, ohne dass sie es bemerken konnte. Sie wollte auf ihn zugehen und fragen wo er herkam, doch er verschwand ganz plötzlich.

Später erzählte sie ihrem Mann, Baron Maximilian Hofer von Lobenstein, davon. Er war dem Unerklärlichen wohl nicht abgeneigt, denn er erzählte seiner Frau, dass es Aufzeichnungen von Spukerscheinungen gibt, die weit über 90 Jahre alt seien. Er habe auch schon ein merkwürdiges Erlebnis im Garten des Anwesens gehabt. An einem sommerlichen Tag führte er seine Hunde aus und dabei erblickte er einen kleinen bärtigen Mann, den er selbst als Gnom titulierte. Erst nahm er an, dass es eine Reflektion von etwas aus dem Haus sei, doch als er zurück zum Haus eilte und alle Lichter ausschaltete,
sah er den Mann immer noch im Garten.

In der detailliert beschriebenen Erscheinung seiner Frau meinte der Baron einen kleinen Jungen namens Georg wieder zu erkennen. Dieser bewohnte um 1890 das Anwesen und verstarb tragisch an einer durch Bakterien ausgelösten Infektionskrankheit. Der Junge tauchte bis heute nicht mehr auf.

 

© 2009 / Sabselina - www.geisternet.com



 

Burg Lahneck

In Lahnstein an Rhein und Lahn gegenüber von Schloss Stolzenfels steht die Burg Lahneck. Gelegen an einem steil hervorspringenden Felsen an der Lahnmündung weist sie im Grundriss ein längliches Rechteck auf, welches für die Burgen der späten Stauferzeit üblich ist. Der fünfeckige Grundriss des Bergfried jedoch ist im Burgbau sehr selten.

Um die Burg ranken sich viele geheimnisvolle Sagen und Legenden.
Angeblich sollen sich sogar auf ihr die letzten Tempelritter tapfer gegen die königlichen Truppen verteidigt haben.

Die älteste Geschichte dürfte wohl die der Geisterkrieger sein.
Zu jener Zeit sollte ein junger Mann, der in seiner Jugend durch eine Ohrfeige Gehör und Stimme verloren hatte, auf der Burg ein Eulennest ausheben. Wie ihm aufgetragen, führte der Bursche seine Arbeit aus, was bis spät in die Nacht dauern sollte. Endlich vollbracht und müde, wollte er sich auf den Heimweg machen. Doch sah er, dass in der Burgkapelle noch Licht brannte. Neugierig über die ungewohnte Situation begab er sich in die Ulrichkapelle. Kreidebleich und starr vor Angst erblickte er eine große Schar Krieger in altertümlicher Tracht. Alle standen aufgeregt um einen Tisch an dem sie würfelten und Karten spielten. Es wurde gezecht, geschrien, getrunken und mit riesigen Bechern zugeprostet. Einer der Spieler bemerkte den Burschen und lud ihn zum Mitspielen ein. Doch der junge Mann stand noch immer wie gelähmt in der Tür. Die Krieger gaben ihm zu verstehen, dass er gerade vor einem vergrabenen Schatz stehe.

Mit einem Schlag war der Spuk vorbei und eine unheimliche Dunkelheit und Stille breitete sich in der nun leeren Kapelle aus. Der Taubstumme ergriff die Flucht und betrat Lahneck niemals wieder.

Die Burg soll ebenso eine weiße Frau beherbergen. Diese wird von Zeit zu Zeit gesehen, wie sie vom höchsten Punkt der Burg mit einem weißen Schleier oder Tuch weht. Grund der Erscheinung könnten zwei Vorkommnisse in Zusammenhang mit der Burg sein.

Ersteres berichtet von einem damaligen Ritterfräulein. Sie war verliebt in einen Ritter der ihr auch sehr zugewandt war. Leider wurde sie zuvor von ihrem strengen Vater an einen anderen Mann versprochen. Als der Vater hinter die Liebschaft zu dem jungen Ritter kam, verbot er diese unter Androhung heftigster Strafe für das Fräulein. Doch die Liebenden ließen sich nicht entzweien und trafen sich nun heimlich wann immer der Vater die Burg verließ. Man vereinbarte, dass das Burgfräulein von der höchsten Zinne des Bergfrieds mit einem weißen Schleier wehen sollte, wann immer ein Treffen möglich war. Der junge Ritter, der auf der anderen Seite der Lahn wohnte und den Turm von dort aus gut sehen konnte, sattelte dann geschwind sein Pferd und durchquerte den Fluss.

All dies funktionierte wunderbar bis zu einem Tage im Herbst. An diesem verließ der Vater die Burg, um mit dem Schiff zum damaligen Coblenz zu fahren. Wie vereinbart wehte das Fräulein mit dem Tuch nach ihrem Ritter der sich sogleich auf den Weg machte. Doch diesmal trug die Lahn Hochwasser durch heftige Regenfälle, die sich Tage zuvor über das Land ergossen. Beim Überqueren der Lahn verlor das Pferd den Halt in der starken Strömung. Das Tier und der verliebte Ritter mussten elendig in den reißenden Fluten des Flusses ertrinken. Das verliebte Fräulein bekam von alledem nichts mit und wehte den Schleier bis zum späten Abend. Deprimiert begab sie sich zu Bett um es am nächsten Tag wieder zu probieren. Aber auch an diesem blieb der Ritter fern. Nun war sie sehr beunruhigt. Am dritten Tage erreichte sie die Nachricht was passiert war. Geschockt und todunglücklich über den Verlust ihres Geliebten, stieg sie auf den höchsten Turm Lahnecks und stürzte sich in die Tiefe. Und vielleicht winkt der ruhelose Geist des Fräuleins noch heute nach ihrem Ritter.

Das zweite Vorkommnis dreht sich um die populäre und strittige Geschichte um Idilia Dubb. Diese Legende bewegt seit langem die Gemüter von Befürwortern und Skeptikern. Beinahe könnte sie Stoff eines schauerlichen Romans sein.

Man schreibt das Jahr 1851. Das schottische Kaufmannsehepaar Dubb unternimmt mit ihren drei Kindern eine Schiffsreise auf dem Rhein. Die mit 17 Jahren älteste Tochter der Familie, Idilia, war die meiste Zeit sich selbst überlassen, da ihre Eltern mit einer Ehekrise zu kämpfen hatten. So lernte sie Christian Bach, einen deutschen Kaufmann kennen, in den sie sich verliebte. Im Laufe der frischen Liebe durchleben beide aufregende Situationen. Zuletzt einen romantischen Abend auf dem Turm der Burg Lahneck, bevor Christian Bach anschließend für ein paar Tage geschäftlich vereisen muss. Idilia vermisst ihren Christian sehr nach dessen Abreise und beschließt den Turm nochmals zu besuchen, um ihren Erinnerungen frischen Wind zu verleihen. Schon früh am Morgen verlässt sie heimlich den Gasthof, in dem die Familie untergebracht ist. Als leidenschaftliche Hobbymalerin alle Utensilien im Gepäck, um das atemberaubende Panorama einzufangen, welches die Aussicht des Turmes bietet. Dort angekommen erklimmt sie die morschen Stufen des Turmes. Auf den letzten angekommen, bricht unter ihr das mürbe Holz und reißt die gesamte Treppe in die Tiefe des 20 Meter hohen Turms. Idilia kann sich und ihr Gepäck mit letzter Kraft auf den Turm retten. Verzweifelt versucht sie alles, um auf die Notlage, in die sie geraten war, aufmerksam zu machen. Vier Tage schreit sie um Hilfe, wirft Skizzenblätter vom Turm und winkt vorbeifahrenden Schiffen auf dem Rhein zu. Doch niemand hört sie oder liest die hinab geworfenen Skizzenblätter. Lediglich Gäste der vorbeifahrenden Schiffe bemerken sie, halten sie aber für einen Besucher der Burg, der ihnen aus Spaß zuwinkt und winken zurück. Sogar aus ihrem Kleid versucht sie ein Seil zu drehen, um sich daran vom Turm herabzulassen. Dies scheitert an der viel zu knappen Länge des Kleides.  Die Situation ist aussichtslos. Alles was Idilia bleibt sind ihre Malutensilien und ihr Tagebuch.

Das Verschwinden der jungen Dubb beschäftigt währenddessen bereits die Behörden und die lokale Presse. Durch einen fatalen Irrtum aber sucht niemand auf der Burg Lahneck nach ihr. Man ist sogar der irrtümlichen Meinung, die Treppe zum Turm sei schon Jahre zuvor eingestürzt.

Selbst in den letzten Stunden ihres Lebens führt Idilia ihr Tagebuch weiter. Doch werden die Einträge zusehends unleserlicher. Der letzte Eintrag den sie ins Tagebuch schreibt lautet: „Vater im Himmel, sei meiner Seele gnädig!“
Danach versteckt sie es in einem kleinen Spalt in der Mauer und stirbt entkräftet.

Nachdem die Behörden die Suche nach dem Mädchen aufgeben, reist die Familie Dubb gebrochenen Herzens zurück nach Schottland.

Neun Jahre nach dem Unglück finden die neuen Besitzer der Burg bei Restaurierungsarbeiten menschliche Gebeine und das Tagebuch in denen Idilia sehr detailliert Aufschluss über ihre letzten Tage erteilt. Die Dubbs reisen zu einem Trauergottesdienst wieder nach Deutschland. Dort erscheint auch Christian Bach. Dieser berichtet, dass er sich - nachdem er von seiner damaligen Geschäftsreise zurückgekehrt war - an der suche nach Idilia beteiligt hatte.

Bach war sogar auf Burg Lahneck und entdeckte die eingestürzte Treppe. Er kletterte über die umher liegenden Trümmer und an der inneren Mauer den Turm hinauf. Oben angekommen erblickte er Idilias Leiche und stürzte vor Schreck ab. Verletzt schleppte er sich nach Hause und schwieg über seinen grausigen Fund.

Die Geschichte der jungen Schottin erhitzt aufgrund einiger Unstimmigkeiten heute noch die Gemüter. Auf der Burg Lahneck kann man heute noch zwei Zeitungsberichte aus dem Jahre 1863 zum Unglücksfall und Verschwinden des Mädchens besichtigen. Sie galten lange Zeit als unumstößlicher Beweis für den Wahrheitsgehalt der Geschichte. Kritiker bemängeln diesen Beweis aber. Immerhin sind die Berichte erst drei Jahre nach dem Leichenfund erschienen. Des Weiteren konnten keine weiteren Pressemeldungen ausfindig gemacht werden. Man vermutet daher einen PR-Gag hinter der Angelegenheit, dessen Sinn bis heute ungeklärt ist.

Auch das Tagebuch enthält eine Menge unstimmiger oder falscher Angaben. Zu diesen gehören Landschaftsschilderungen, Angaben über Entfernungen und eine Beschreibung einer Eisenbahnlinie nebst baulicher Beschreibung, die zu Idilias Zeit noch nicht existierte.

Aber gerade das Tagebuch spricht auch für den Wahrheitsgehalt der Geschichte. Dazu gehören Namen eher unbedeutender Nebenpersonen, die dennoch eine Rolle im Fall spielten. Zu ihnen zählen der hiesige Pfarrer, der Bürgermeister und ein Fährmann. Auch die genaue Beschreibung einiger Gasthäuser der Region zählen zu den erstaunlich genauen Fakten. Diese wären für einen Fälscher fast zehn Jahre nach dem Unglück nur schwer rekonstruierbar gewesen.


© 2012 / Dark - www.geisternet.com


 

Kopflose Frau von Münsingen



Auf einer abgelegenen Straße, zwischen Bonndorf und Münsingen, kann man des Öfteren einem Wesen begegnen, das nicht von der diesseitigen Welt zu kommen scheint.

Schon viele nächtliche Spaziergänger hatten das Vergnügen der unheimlichen Begegnung mit der Frau, die ihren Kopf unter dem Arm trägt. Sie habe aber noch nie jemandem etwas getan, sondern lief immer nur friedlich neben den Menschen her, um ihnen Gesellschaft zu leisten. An einer alten Kapelle verschwindet sie, meist so schnell wie sie gekommen ist.Doch eine Legende erzählt, dass wenn man sie versucht loszuwerden oder sie verärgert, soll sie sich auf den Rücken des Wanderers werfen und ihn in die Irre führen.

Eine weitere Legende erzählt, dass es der Geist einer Frau ist, die zu Lebzeiten ein grausames Verbrechen beging.
Weil sie in einen anderen verliebt war und Ehebruch zu damaligen Zeiten eine Totsünde war, wusste sie sich nicht anders zu helfen und brachte ihren Mann um. Zur Strafe wurde sie zum Tode verurteilt und der Kopf abgeschlagen. Sie war dazu verdammt, nach ihrem Tod mit ihrem abgeschlagenen Kopf umherzuwandeln, bis sie ihre Schuld abgebüßt hat.

© 2012 / Sabselina - www.geisternet.com


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Minos Dos Estrellas

Tlalpujahua (Tuh-LAL-poo-HA-wah), Mexico


Das Dorf Tlalpujahua liegt 84 Meilen entfernt von Mexico City. Die Dos Estrellas Mine ist eine verlassene Goldmine in den Bergen von Tlalpujahua, ehemals eine der größten Goldminen in Mexiko. Hier waren einst über 5.000 Arbeiter beschäftigt.


© Bild: www.mtv.com

1903 wurde das Gebiet von den europäischen Siedlern besetzt. Als sie bemerkten, dass die umgebenden Berge ein Vermögen an Gold bewahrten, wurden sie von den Einheimischen davor gewarnt. Denn die Einheimischen glaubten, dass das Gold durch ein Nahaul (ein mexikanisches Wertier) bewacht wurde. Die Dorfbewohner glauben daran, dass der Nahaul die Fähigkeit besitzt seine menschliche Form zu wechseln und sich in ein Tier zu verwandeln - vorzugsweise in einen Wolf, eine Schlange oder einen Puma.

Die Emigranten schenkten dem Aberglauben der Eingeborenen keine Beachtung und begannen mit den Bauarbeiten an der Mine. Sie gruben einen 10 Meilen langen Tunnel in den Berg und plünderten das Gold, das sie lieber hätten nicht anfassen sollen. Denn dies hatte Konsequenzen:

Langsam litten die Minenarbeiter immer mehr an Überarbeitung - insbesondere weil ihre Arbeitskraft regelrecht ausgenutzt wurde. Es traten immer häufiger unerklärliche Vorfälle auf: mysteriöse Unfälle, Todesfälle und Selbstmorde. Vor allem die Unfälle bei der Arbeit waren besonders schlimm: Die Arbeiter brachen in der Grube durch und fielen hunderte Meter tief in den Tod. Sie konnten nicht mehr geborgen werden. Andere stießen auf giftige Gase in der Baugrube und erstickten qualvoll daran. Einige verloren ihre Gliedmaße, weil sie in die Fänge der Maschinen gelangten und hineingezogen wurden. Auch gab es Todesfälle wegen kleiner Verletzungen, denn die Inhaber der Mine kümmerten sich nicht um eine korrekte ärztliche Behandlung. Als sich die Unfälle häuften, wurden die Behörden eingeschaltet, um nach der Ursache zu suchen. Die Arbeiter hatten jedoch ihre eigene Begründung:
Der Nahaul war dafür verantwortlich. 


Bericht in der Tageszeitung - © Bild: www.mtv.com

Hoffnungslos wandten sich die Dorfbewohner an ihren Curandero (einen Medizinmann). Dieser führte ein altes Stammes-Ritual durch, um den Nahaul von der Minengrube weg zu locken. Dann befahl er, den Eingang der Mine mit großen Flusssteinen zu versiegeln und die Grube danach nie wieder zu öffnen!

Vor kurzem berichteten die Dorfbewohner, dass sie Tiere an der verlassenen Goldmine vorbeiwandern gesehen haben. Innerhalb der letzten Monate kamen erneut Berichte über grausame Tierverstümmelungen auf. Zudem sollen seltsame Gesänge, schreckliche Schreie und Echos in diesem Areal zu hören sein. Gerüchte sagen, das Nahaul sei zurückgekommen, um die Dos Estrellas Mine wieder in seine Gewalt zu bekommen, weil sie ihn von seinem „Haus“ ferngehalten haben. Zudem soll dieser Bereich stark frequentiert sein: Nicht nur Nahaul, auch die toten Arbeiter sollen hier ihr Unwesen treiben.

Niemand kann genau sagen, ob der Nahaul wirklich existiert. Es gibt viele Skeptiker aber auch genauso viele Gläubige.

Das Minengelände

- Eingang zum Rohbau -
In der Ecke des Rohbaus befinden sich Bretter, die einen großen Durchgang blockieren.
Zwei Wochen bevor die große Flut im Jahre 1937 Tlalpujahua überraschte, hatte der Nachtwächter diese Tür barrikadiert. Er hatte das Gefühl vom Nahaul verfolgt zu werden.


© Bild: www.mtv.com

- Schornstein im Heizungsraum -
Diese 50 Fuß hohen Schornsteine dienten als Entlüftungsöffnungen für die Brennöfen. Die Öfen schmolzen das Golderz, damit es in Stäbe gegossen werden konnte. Die Durchschnittstemperatur der Öfen betrug über 200 Grad Fahrenheit (93.33~° Celsius). Die Schornsteinwände mussten daher regelmäßig gereinigt werden, damit die Öfen ihre konstante Temperatur halten konnten. Und da sie sehr schmal waren, wurden Kinder angeheuert, die da hineinkriechen mussten, um sie zu säubern.

Nachdem einige Kinder hier ihr Leben verloren hatten, waren die Arbeiter überzeugt davon, dass die Schornsteine nun frequentiert sind. Lange nachdem die Grube geschlossen war, hörte man ihre Hilfeschreie. Die Einheimischen sind überzeugt, dass es auch die Kinder sind, die in der Nacht die Öfen einschalten.

- Das Untergeschoss im Heizungsraum -
Die Dorfbewohner glauben, der Nahaul sei der Handlanger des Teufels. Besessen mit dämonischer Energie, wandelt er seine menschliche Form und wird zum Tier. Selten wurde der Nahaul von Dos Estrellas Mine in seiner menschlichen Form gesehen.

Vor kurzem fand man Tierkadaver im Heizungsraum, in der Kapelle und im Krankenhaus. Die Dorfbewohner vermuten, dass der Nahaul die Reste seiner Beute verstreut hat, um so seine Energie zu verstärken.


© Bild: www.mtv.com

- Das Krankenhaus von Dos Estrellas -
Hier brachte man die verletzten Minenarbeiter her. Das Krankenhaus selbst liegt ziemlich abgeschieden im Wald. Ein wirklich unheimlicher Ort. Die Einheimischen scherzten oft, dass die Wahrscheinlichkeit zu Überleben höher war, wenn man den Verletzten am besten nicht in dieses Krankenhaus einliefert. Denn richtige Medizin und ausgebildete Ärzte waren hier knapp. Tatsächlich wurde das Krankenhaus oft mit ungeschultem Personal geführt.

Den Fußboden im Krankenhaus nannte man „run red“, weil er mit stinkendem Blut vollgespritzt war. An warmen Tagen, sagt man, konnte man bis hinunter ins Tal den verkohlten Gestank des Todes riechen. Dieses Krankenhaus war wahrhaftig ein Platz, den niemand freiwillig aufsuchen wollte. Die Einwohner glaubten, der Nahaul kam nachts hierher, um sich seine Opfer zu holen. Angeblich soll ihn der Geruch von Blut und von verrottetem Fleisch anziehen. Daher fürchteten sich die verletzten Bergmänner davor, die Nacht in diesem Krankenhaus alleine zu verbringen. Denn nachts wurden sie hier wie Freiwild verletzt liegen gelassen.

Eines Tages wurde der Arbeiter Francisco Lopez wegen einer Augenverletzung hier eingeliefert. Franciscos Augen waren verbrannt. Während der Arbeit hatte er heißes flüssiges Gold ins Gesicht gespritzt bekommen. Francisco bettelte nicht ins Krankenhaus gebracht zu werden, aber sein Vorarbeiter beharrte darauf. Dann kam das, wovor er sich gefürchtet hatte: er musste die Nacht ganz alleine im Krankenhaus verbringen. Am folgenden Morgen fand man seinen leblosen Körper. Die Todesursache konnte nie festgestellt werden. Die Einheimischen vermuten heute noch, dass der Nahaul mit seinem geheimnisvollen Tod zu tun hat. Man glaubt, die Kranken befinden sich in einem veränderten Bewusstseinszustand, wenn einer ihrer Sinne beeinträchtigt ist. Dies lässt den Nahaul leichter in den Verstand des Kranken eindringen und seine Gedanken und Handlungen manipulieren. Die Menschen glaubten, der Nahaul hätte so die Gedanken Franciscos manipuliert.


© Bild: www.mtv.com

- Die Kapelle von Dos Estrellas -
Diese Kapelle wurde einst von den europäischen Einwanderern für die Grubenarbeiter erbaut. Als die Siedler sich hier niederließen, brachten sie auch ihre Missionare mit. Die letzte Messe in der Kapelle hielt man am Morgen der großen Flut im Jahre 1937. Denn die große Flut überschwemmte auch die Kapelle. Das Wasser kam so schnell und mit solcher Kraft, dass nur sehr wenige Menschen flüchten konnten. Danach mied man die Kapelle. Die Eingeborenen gehen nicht einmal in ihre Nähe.

Die „neue“ Religion verbreitete sich immer mehr in Tlalpujahua. Somit war die Furcht und Respekt vor dem Nahaul gewichen. Daher glaubt man, dass sich das Wesen mithilfe der Naturkatastrophe dafür gerächt hat.

     


© Bild: www.mtv.com

- Die Entwässerungsgrube -
Diese Grube wurde dazu benutzt, das Abflusswasser der Maschinen zu sammeln, die für die Goldverarbeitung betrieben wurden. Am Ende des Tages wurde dann das Wasser in den nahe gelegenen Fluss abgelassen.

Eines Tages waren zwei Arbeiter, Esteban und Salvatore, mal wieder dabei, das Grubenwasser abzulassen. Endlich war ihre Schicht für den heutigen Tag zu Ende. Es war sehr spät und beide Männer waren total erschöpft. Esteban war leider unvorsichtig, er verlor sein Gleichgewicht und fiel in die Grube. Er schlug mit solch einer Kraft auf den Boden, dass er sich einen schweren Bruch am rechten Bein zuzog. Salvatore lief sofort los, um Hilfe zu holen. Kaum war er nur ein paar Schritte von der Grube entfernt, hörte er hinter sich seinen verletzten Kollegen entsetzlich schreien. Als Salvatore in die Grube blicken wollte, schlug ihm eine sehr starke Windböe ins Gesicht. Er erstarrte vor Schreck, als er den Nahaul aus der Grube herausfliegen sah!

Am folgenden Tag fanden die Arbeiter ihn in der Nähe der Entwässerungsgrube, zusammengekauert in der Fötusposition, immer wieder das Wort „Nahaul“ flüsternd. Seinen Kollegen Esteban fand man tot in der Grube.             

 

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