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"Mein Weg"

Blackrose berichtet:

"Ich fange mal ganz von vorne an, damit Ihr mal einen kleinen Einblick in mein Leben bekommt.
Alles fing schon an, als ich noch ein kleines Kind war - ich schätze mal so 5-6 Jahre alt. Meine Eltern ließen mir immer das Licht in der Küche an, da wir einen sehr langen Flur hatten, schätzungsweise so 8 Meter dürfte er lang gewesen sein. An einem Ende war mein Kinderzimmer, an dem anderen Ende lag die Küche und das Bad - wenn ich also auf Toilette wollte, musste ich über den ganzen Flur laufen - deswegen wurde für mich das Licht angelassen. Eines Abends - meine Eltern waren gerade nicht da - ging ich auf Toilette und tappelte wieder in mein Zimmer. Plötzlich hörte ich Geräusche, keine Ahnung wo die her kamen. Ich schaute nach - nichts zu sehen. Wieder kamen Geräusche, ich schaute wieder nach, ich dachte, es wäre vielleicht unser dicker schwarzer Kater, aber der lag vor meinem Zimmer. Ich schaute in Richtung Küche - wieder nichts zu sehen. Plötzlich gingen die Lichter aus. Ich ging also - trotz Angst - zur Küche und machte das Licht wieder an. Also wieder zurück ins Zimmer, wieder wurde das Licht ausgemacht. Ich ging ins Schlafzimmer meiner Eltern, aber niemand war da. Also rannte ich wieder in mein Zimmer und verkroch mich in dort und zog mir die Decke über den Kopf - irgendwann schlief ich ein.

Dann nahmen die Dinge seinen Lauf: Meine Uroma starb damals am 23.12. In welchem Jahr, weiß ich leider nicht mehr, aber ich glaube ich war 10 oder 11 Jahre alt. Ich träumte von ihr, dass sie sich verabschiedet - damit war das Thema erledigt. Ein Onkel von mir starb, auch von ihm träumte ich, dass er sich verabschiedet. Ich dachte noch, was für Zufälle, dass die sich alle bei mir verabschieden. Und handelte das Thema als banale Träume ab. Dann jedoch starb der Lebensgefährte meiner Oma, das Verhältnis zu ihm war von meiner Seite aus immer sehr merkwürdig - er wurde Alkoholiker und hat meine Oma mit in sein Ruin reißen wollen. Eine ganz falsche Bazille war er als Mensch. Jedenfalls starb er, ich träumte von ihm, er wolle mir was schenken und er rannte mir nach. Ich rannte und rannte, bis ich immer davon aufwachte, weil ich keine Luft mehr bekam. Ich erzählte es damals meiner Mutter, weil mir der Traum Angst machte - ich träumte es immer und immer wieder. Sie sagte damals zu mir: "Nimm es nicht, egal was passiert", also versuchte ich meinen Traum zu manipulieren. Ich nahm mir vor, wenn er wieder kommt, wehre ich mich dagegen. Und so kam es: Ich träumte wieder von ihm, aber diesmal stellte ich mich ihm gegenüber und sagte, er solle aus meinem Leben verschwinden und nie mehr wieder kommen. Ich will seine Geschenke nicht. Ich träumte nie wieder von ihm. Aber meine Träume gingen weiter: Wir hatten damals ein Wochenend-Haus, dieses war schon sehr alt - so alt, dass es unter Denkmalschutz stand. Es gab in diesem Haus zwei Treppen, man muss sich das folgender maßen vorstellen: Eine Treppe, dann kam ein Podest und dann noch eine Treppe, die zu den Räumen und zum Dachboden führte. Die Treppe zu den Räumen war mir immer unheimlich, keine Ahnung warum. Ich weiß so gut wie nichts von dem Gebäude. Ich träumte also immer wieder von dem Haus, ich träumte, dass ich auf den Dachboden wollte und mich nicht traute, weil ich wusste, dass irgendwas mal passiert sein muss oder sich irgendwas dahinter verbirgt, was ich nicht sehen soll oder was mir Angst macht. Wieder nahm ich mir vor, diesmal die Treppe hoch zu gehen und auf den Dachboden zu schauen. Ich ging rauf, aber es war nichts drauf, was mich beunruhigen sollte. Und so ging ich wieder runter. Ich träumte nie wieder von dem Haus.

Dann passierte viele Jahre gar nichts, ich lebte und wurde Teenager und wuchs heran. Hatte meinen ersten festen Freund. Er schlief öfter bei mir und alles war wunderbar. Eines Nachts wachte ich auf, weil mir kalt war, obwohl wir Hochsommer hatten und das Zimmer brüllend warm. Ich schaute mich erst mal um, als plötzlich eine schwarze Gestalt an unserem Bett stand - sie stand einfach nur ganz ruhig da. Erst verspürte ich Angst, ich wollte meinen damaligen Freund wecken, aber ich konnte mich nicht richtig bewegen - ich konnte ihn zumindest nicht wecken. Also rieb ich mir die Augen und die Gestalt war weg, puh dachte ich, wohl schlecht geträumt. Ne, leider nicht geträumt, denn die Gestalt stand nun am Fenster und schaute wohl raus. Aber die Angst war plötzlich weg. Ich fing an mich wohl zu fühlen. Ich konnte im Schatten erkennen, dass es sich hierbei um eine ältere Frau zu handeln scheint. Haare waren zu einem Knoten gebunden und sie trug ein langes Bauernkleid. Ich schlief dann wieder ein. Ich erzählte ihm was in der Nacht geschah, er schmunzelte nur. Aber er erzählte es seinem Vater der sehr religiös ist. Er erzählte mir, es könnte eine Art Engel gewesen sein, sie ließen sich nur ganz selten blicken und wenn, dann nur bei besonderen Menschen. Selbst ich musste dann mal schmunzeln, denn es klang wirklich ziemlich unglaubwürdig.

Es passierte wieder viele Jahre nichts, bis vor 4 Jahren. Es stelle sich heraus, dass meine Oma eine Art Krebs hat, die normalerweise nur an Männer nachweisbar ist oder bei HIV infizierten. Es hieß, sie müsse von Hamburg nach Berlin verlegt werden. So war es auch: Sie wurde in eine Art Koma gelegt. Wir waren sie einige Monate vorher noch zuhause besuchen. Wir wollten ihr mitteilen, dass ich Schwanger bin und sie Uroma wird. Doch leider verlor ich das Kind. In der Zeit, als sie in Berlin in der Klinik lag, wurde ich erneut Schwanger. Ich konnte das Kind wieder nicht behalten, und so erzählten wir auch niemanden von meiner zweiten Schwangerschaft. Es wussten nur ich und mein Mann. Nun ja, mein Opa rief mich an, die Oma wäre aus dem Koma geholt und könnte nun Besuch empfangen: wir fuhren natürlich los. Mein Opa ließ uns mit ihr allein, um Kaffee zu holen. Plötzlich fragte sie uns, was denn unser Würmchen im Bauch mache und ob es uns gut gehe. Ich erklärte ihr, dass ich doch das Kind verlor. "Nein, nein" sagte sie, "ich meine das zweite Kind" Mir wurde heiß und kalt. Ich sagte und log, "Ich war nur einmal schwanger" dann setze meine Oma einen Blick auf, wie ich ihn bei ihr noch nie zuvor sah - sie glaubte mir nicht. Plötzlich sagte sie: "Willst mich also für verrückt erklären. Na ja, bin ja jetzt ne richtige Oma, ohne Zähne im Mund und im weißen Gewand. Aber euer Leben wird sich ändern im Dezember nächstes Jahr" Ich spürte plötzlich, dass da was nicht stimmte. Ich konnte zu dem Zeitpunkt nur erahnen, dass es das letzte Mal gewesen ist, dass ich sie sah. Ich fühlte, dass ich sie nie wieder sah - das war im August. Am 05.12. verstarb sie und ich konnte nicht einmal Abschied nehmen.
Im darauf folgenden Jahr, im Dezember, kam mein Sohn gesund und munter auf die Welt.

Immer noch bildete ich mir ein, dass es alles Zufälle sind, die mir so passieren. Keine Ahnung gehabt, dass es zwischen Himmel und Erde auch noch was anderes gibt. So kam es, dass wir im letzten Jahr zum Geburtstag vom Opa meines Mannes waren. Aber er war merkwürdig anders - so aufgekratzt. So habe ich ihn noch nie erlebt. Ich spürte wieder was Eigenartiges. Ich kann jedoch nicht in Worte fassen was es war. Ich wusste wieder, wenn ich jetzt zur Tür raus gehe, werde ich ihn so nie wieder sehen. Habe mich aber an den Gedanken nicht festgehalten, sondern vergaß diesen Gedankengang ganz schnell wieder und hielt mich selbst schon für bekloppt. Zwei Wochen später bekamen wir einen Anruf, wir sollen sofort kommen - der Opa hatte einen Herzinfarkt. Also meine Schwiegermutter und ich sofort los, so wie wir waren, schon in Schlafsachen, ins Auto und ab. Als wir eintrafen, wurde uns mitgeteilt, man musste ihn dreimal wieder beleben, sie hätten es aber geschafft ihn zurück zu holen, er würde jetzt ins Krankenhaus gebracht werden. Meine Schwiegermutter wollte natürlich mit ins Krankenhaus, wollte sich aber zuhause noch umziehen. Wir fuhren Heim, ich schaute zum Himmel und betete, dass er es schafft, als ich plötzlich einen Stern sah, der so hell am Himmel leuchtete, dass ich wusste, ich kann aufhören zu beten, es ist zu spät, er hat den Weg ins Krankenhaus nicht geschafft. Ich sagte es meiner Schwiegermutter jedoch nichts, ich fand, es war nicht angebracht. Sie wurde dann von ihrem Bruder abgeholt und sie fuhren in die Klinik. Eine Stunde später bekamen wir einen Anruf, er hatte es tatsächlich nicht mehr in die Klinik geschafft - er war eingeschlafen.
Ich wollte mir immer noch nicht eingestehen, dass ich sensibilisiert bin, hielt das auch noch immer für schwachsinnig.

Im August letzten Jahres ist mir dann das Krasseste überhaupt passiert. Ich wachte auf, weil unsere Wohnzimmertür klapperte. Ich stand auf, weil ich dachte, ich hätte vergessen das Fenster zu zumachen - aber die Fenster waren alle zu. So ging ich, müde wie ich war, wieder ins Bett. Plötzlich wurden wir von einem Sturm und Blitzgewitter überrascht, mein Mann rannte runter in den Garten, weil sich sämtliche Gegenstände im Garten verteilten und er sie wieder einsammeln wollte. Ich ging derzeit auf Toilette und dann in die Küche. Ich rauchte eine, ich war ja Glockenwach. So beobachtete ich das Blitzgewitter. Unser Küchenfenster ist so niedrig, dass man jemanden die Hand reichen kann, wenn jemand davor stünde. Ich sah einen Mann, ich wunderte mich noch, was jemand um die Uhrzeit auf der Straße macht, es war ja immerhin schon 3 Uhr in der Nacht. Ich beobachtete diesen Mann sehr lange. Weiter wunderte mich, dass er so schlendert, denn normalerweise sieht man ja zu, dass man bei so einem Wetter schnellstens nach Hause kommt. Aber dieser Mann hatte einfach die Ruhe weg. Er schien mich zu sehen, denn er schaute mich an. Er hatte kein Gesicht, aber auch das wunderte mich noch nicht. Es war ja schließlich dunkel draußen. Plötzlich kam ein Blitz und der Mann verblasste, als würde er sich einfach auflösen. Mir wurde heiß und kalt. Ich wollte zu meinem Mann, der immer noch im Garten war. Ich hatte Panik, ich wusste, ich habe nichts Menschliches gesehen. Ich rannte wie in Trance zur Haustür, aber ich kam gar nicht dazu diese zu öffnen denn irgendwas schien mich festzuhalten. Ich rannte wieder in die Küche, ich war der Ohnmacht sehr nah und machte Licht. Dann war der ganze Spuk vorbei und mein Mann kam zur Türe rein. Von nun an wusste ich, ich bin anders. Und ich muss anfangen mich damit zu beschäftigen. Jeden Abend, wenn es dunkel wird und ich im Bett liege, habe ich das Gefühl, jemand ist bei uns und schaut mich an. Es wird kalt in meinem Gesicht. Ich lebte seit dem in Angst und Panik.

Ich wusste, dass meine Mutter mal Besuch von ihrem totem Vater hatte. Und so rief ich sie an und sprach sie drauf an. Wir telefonierten drei Stunden miteinander und vergaßen dabei völlig die Zeit. Es kam langsam Licht ins Dunkle, denn es stellte sich raus, dass meine Familie auch diese Fähigkeiten hat, nur wurde mir das nie erzählt. Ich bekam aus dem Forum einen Ratschlag, ich solle mich damit auseinander setzen - das ist wichtig. Und daran habe ich mich gehalten. Ich habe geforscht was das Zeug hält, habe meiner Mutter förmlich Löcher in den Bauch gefragt. Und heute kann ich sagen, dass es mir wieder einigermaßen gut geht. Denn mein Puzzle wird langsam zu einem Bild. Und ich lebe mit den verlassenen Seelen."

 

 

 
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