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Silent Pool

(bei Shere, Surrey)

Eine eigenartig ruhige Atmosphäre schwebt über einem kleinen See, der am Fuße der North Downs allein vor sich hin plätschert. Noch im 13. Jahrhundert war dieses Stückchen Land ein düsteres Waldgebiet.


Silent Pool

Laut einer Legende kam hier ein wundervoll gekleideter Fremder zu einem armen, verwitweten Holzfäller, der mit seinem Sohn und seiner bezaubernd hübschen Tochter in einer langsam auseinander fallenden Holzhütte hauste. Der Holzfäller lud trotz seiner Mittellosigkeit den Fremden in sein Haus und bewirtete ihn so weit es ihm möglich war. Als der edle Gast gesättigt war, ging die Tochter zum nahe gelegenen See, um ein Bad zu nehmen. In dem Moment, in dem sie ins Wasser watete, hörte sie, wie sich jemand durch das knackende Dickicht näherte. Sie eilte so schnell wie möglich zu ihren Kleidern am Ufer, doch bevor sie dort ankam, schoss der Fremde aus den Büschen und bäumte sein Pferd über ihren Kleidern aus.

Das Mädchen tauchte zurück in den See, doch der Fremde ritt ihr hinterher. Sie war eine schlechte Schwimmerin und paddelte bald an der tiefsten Stelle des Sees herum. Ihr Bruder, der ihre erstickten Schreie vernommen hatte, eilte ihr zu Hilfe, um sie aus dem See zu retten. Aber dieser Versuch schlug fehl, denn er war ein noch schlechterer Schwimmer als seine Schwester. So kam es, dass beide im tiefen See qualvoll vor den Augen des Fremden ertranken. Diesen ließ jedoch deren Schicksal völlig kalt und er galoppierte aus dem See und verschwand im Wald.

Der Holzfäller kam, auf der Suche nach seinen Kindern, zum See und sah ihre leblosen Körper an der Oberfläche des kalten Sees treiben. Er zog die Leichen aus dem Wasser und erblickte dabei eine an einem Ast hängende Feder aus dem Hut des Fremden und erkannte sofort, was passiert war. Er schwor bittere Rache und machte sich auf die Suche nach dem Fremden.


Prinz Johann

Er fand heraus, dass es sich bei dem Fremden um keinen anderen als Prinz Johann, den Regenten Englands, dessen Bruder, Richard, sich auf Kreuzzug befand, handeln konnte. Mit der Unterstützung eines der vielen Feinde Prinz Johanns gelang es dem Vater der Kinder, eine Audienz beim Regenten in Guildford Castle zu erhalten. Prinz Johann erkannte den Holzfäller jedoch nicht wieder und konnte sich offensichtlich auch nicht an seine schreckliche Tat erinnern. Er befahl daraufhin, dass "jener Fremde" bestraft werden müsse. In dem Moment zog der Holzfäller die Feder aus seiner Tasche und entlarvte so den wahren Täter.

Wie die Audienz endete, geht leider nicht aus der Geschichte hervor - doch die Legende besagt, dass die Barone, auf Grund des Schicksals der Kinder, umso mehr dazu entschlossen waren, Johann zur Unterzeichnung der "Magna Carta" in Runnymende 1215 zu zwingen.

Angeblich ist diese Tragödie aus längst vergangenen Tagen die Ursache für die bedrückende Stille, die oft aus dem See emporzusteigen schient, unter dessen Oberfläche der Geist des armen, toten Mädchens ihr Unwesen treiben soll.


 

 


 
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