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Der verschwundene Colonel Fawcett

Wie alles begann

 "Kennen Sie Bolivien?", fragte der Präsident der Royal Geographical Society, den Colonel (Oberst) Percy Harrison Fawcett, früh im Jahre 1906. Der Oberst musste gestehen, dass er Bolivien nicht kannte und der Präsident fuhr fort, um ihn über den enormen ökonomischen Potential Südamerikas aufzuklären und dass es keine zuverlässige Landkarte über das Gebiet gab. "Betrachten Sie diese Karte!", sagte er, " Es gibt hier so viele Gebiete, die uns völlig unbekannt sind. Der Präsident fuhr fort und erklärte, das fehlende Grenzen an gewissen Gebieten zu Spannungen in diesen Regionen führen. In vielen Bereichen gab es Gummibäume, die den Bedarf an Gummi deckten und so für Einnahmen in Bolivien und Brasilien sorgten. Die fehlende Grenze könnte irgendwann zum Krieg führen, doch dessen Kennzeichnung konnte nicht von einem Bolivianer oder Brasilianer erfolgen. Es musste ein Unabhängiger damit beauftragt werden. Die Royal Geographical Society spielte in dieser Sache sozusagen die Rolle des Schiedsrichters oder Federführers.

 

Der Präsident dieser Gesellschaft wollte nun wissen, ob Fawcett daran interessiert war, diesen Part der Unabhängigen Grenzziehers zu übernehmen. Es würde ein gefährlicher Job werden, denn in diesen Gebieten grassierten Krankheiten und einige der Stämme waren als Wilderer verschrien. Doch der Colonel zögerte nicht und nahm diesen Job an.

Im Juni 1906 kam er in La Plaz, Bolivien an, um von hier aus seine Expedition zu starten. Nach einer Meinungsverschiedenheit mit der Regierung wegen den Auslagen, begann Fawcett Mitten im Herzen des Kontinents mit seiner Arbeit. Er fand schnell heraus, dass diese Aufgabe eine große Prüfung für ihn darstellte. Die Wege führten oft durch steile Pässe und Berge. Er und seine Begleiter konnten nur langsam vorangehen. Sie mussten Acht geben, dass sich die Pferde dabei nicht überanstrengten.

 

 Die letzte Expedition

Geeignete Begleiter für seine Expeditionen zu finden, hatte sich immer als besonders schwierig erwiesen. Doch 1925 hatte sein ältester Sohn, John, endlich das Alter erreicht, und konnte seinen Vater endlich bei einen seiner Expeditionen begleiten.

emand hatte ihn auf einen seiner früheren Expeditionen in den Amazonas mit einer kleinen, schwarzen Statue beschenkt. Er war überzeugt, diese stamme aus Atlantis. Er hatte sich als Ziel gesetzt, eine Spur dieses Kontinentes zu finden. Fawcett vermutete Teile des Atlantis im Dschungel des Amazonas. Er suchte vor allem nach der versunkenen Stadt Manoa, die, wie er dachte, in einer engen Weise mit Atlantis zusammen hängen musste. Nach allen Informationen, die er erhielt, glaubte er daran, dass die Manoa-Ruinen einst von einer fortschrittlichen Zivilisation bewohnt wurden, wie sie sonst nirgends in Südamerika anzutreffen sei. Fawcett nannte diese legendäre Stadt Z. Die Reise wurde diesmal von Zeitungsverlagen und der britischen Royal Geographical Society finanziert. Am 20. April brach er zusammen mit seinem Sohn Jack, dessen 18-jährigem Freund Raleigh Rimell und zwei Indianern aus dem Stamm der Mufuquas von der brasilianischen Grenzstadt Cuyabá auf. Wohin der Weg führen sollte, hatte er für sich behalten.

Denn einige Quellen behaupten, Fawcett wäre im Jahre 1920 in der brasilianischen Nationalbibliothek in Rio de Janeiro auf ein vergilbtes Pergament gestoßen, das seine Aufmerksamkeit augenblicklich gefesselt hätte. Die aus dem späten 18. Jahrhundert stammende Handschrift beschrieb angeblich eine elf Jahre währende Odysee durch den dichten Dschungel des Mato Grossso, und zudem eine bemerkenswerte Entdeckung!

Hier stand, dass portugiesische Forscher an einer steilen Felswand inmitten des Urwalds eine alte, in das Gestein hineingehauene, Treppe entdeckt hatten, die zu einem gewaltigen Steinportal führte. Dahinter habe sich ihnen eine Stadt aufgetan mit breiten Straßen, Statuen und Tempeln in altgriechischem Stil. Das Tor sei mit Inschriften in einer unbekannten Sprache verziert gewesen.

Für den Colonel klang diese Geschichte ziemlich glaubwürdig. Denn er hatte zuvor schon in den Urwaldgebieten von Ceylon und Südamerika nach versunkenen Städten geforscht und nur wenige Jahre zuvor drei Jahre lang einen Bereich der brasilianisch-bolivianischen Grenzgebiet vermessen. Die in dem alten Schriftstück heraufbeschworene Stätte hielt er daher für mehr als nur ein Raunen. Fawcett glaubte den Standort dieser legendären Stadt - er nannte sie Z - zu kennen, aus anderen Quellen, die er zum Zeitpunkt nicht verriet.

Schon im gleichen Jahr machte sich Fawcett zu einer ersten Erkundungsreise auf. Doch die Expedition musste vorzeitig abgebrochen werden, da seine Gefährten schon bald aufgaben. Sie waren wohl der Insekten, Giftschlangen und blutsaugenden Fledermäuse überdrüssig geworden.

Fünf Jahre später brach er also erneut los, wie bereits erwähnt, zusammen mit seinem Sohn Jack und dessen 18-jährigem Freund Raleigh Rimell. Fawcett beunruhigte die Leute, indem er sie bat zu versprechen, dass, sollte er aus dieser Entdeckungsreise nicht zurückkehren, sie keine Rettungsexpedition losschicken sollten. Er glaubte, dass dies einfach zu gefährlich wäre.

Im November traf in Rio, vom 29. Mai, eine Nachricht von Fawcett bei seiner Frau ein. Sie wären nun bereit ein unerforschtes Gebiet zu betreten. Als Aufenthaltsort gab er Dead Horse Camp an. Die Überbringer der Mitteilung waren die beiden indianischen Führer, die sich geweigert hatten, tiefer in feindliches Territorium vorzudringen. "Du brauchst keine Angst haben, es wird nicht misslingen.", schrieb er seiner Frau. Danach hörte man nichts mehr von ihnen.

   

Die Suche

Doch ungeachtet auf Fawcetts Wunsch, wurde 1929 ein Suchtrupp losgeschickt. Angeblich fanden die Männer eine kleine Truhe, die vermutlich Fawcett gehörte. Doch von Fawcett und seinem Begleiter gab es keine Spur. Der Suchtrupp hörte von Gerüchten, nach denen feindselige Eingeborene, die drei weißen Männer umgebracht hätten. Noch bevor die Sucher diesen Gerüchten nachgehen konnten, wurde sie von Indianern aus dem Gebiet vertrieben. Ein Jahr später unternahm der amerikanische Reporter Albert de Winton einen Versuch, Fawcett aufzuspüren: Doch auch er verschwand im Dschungel. Ein weiteres Jahr später berichtete ein schweizerischer Trapper namens Stefan Rattin, dass er einem alten Engländer begegnet sei, der wohlversorgt als Gefangener bei einer Gruppe von Indianern lebte. Dieser Mann habe seinen Namen nicht genannt, aber Rattins Beschreibung dieses Mannes weckte Hoffnungen, dass es sich bei dem Gefangenen möglicherweise um Fawcett handeln könnte. Doch auch Rattin und seine beiden Begleiter verschwanden ebenfalls spurlos in der Wildnis.

Jahrzehnte später erzählten Reisende im Mato Grosso, englisch sprechende alte Männer getroffen zu haben. Doch man hat nie eine Spur von dem britischen Forscher oder seinen beiden Gefährten finden können. Es wurden Überlegungen aufgestellt, ob man sich denn nicht vielleicht bei der vermuteten Marschroute Fawcetts geirrt habe, er womöglich einen anderen Weg nach Z eingeschlagen hatte.

Wie es scheint hat der Colonel Recht behalten: Dieser Dschungel ist einfach viel zu gefährlich, um seinen Fußstapfen folgen zu können. Bis heute ist ungewiss, was mit Colonel Fawcett und seinen Begleitern geschah. Manche Quellen behaupteten, sie seien Opfer gewaltsamer Eingeborene geworden. Doch vor zwei Jahren konnte man im Internet lesen, dass bislang verborgene private Aufzeichnungen aber einen anderen Schluss zulassen: Der Colonel wollte gar nicht mehr zurück nach England. Er, der übrigens ein enger Freund von Arthur Conan Doyle war, wollte für immer im Dschungel leben. Neuesten Erkenntnissen zufolge plante Fawcett die Gründung eines Kultes, den er Freunden und Familie gegenüber als den "erhabenen Plan" beschrieb. Dazu gehörte der Aufbau einer geheimen Gemeinschaft, deren Religion auf der Anbetung seines Sohnes Jack basieren sollte, gestützt auf ein umfassendes Studium der Lehren des Theosophismus, der zu Fawcetts Zeit gerade in Mode war.

Im Sommer 2003 wollte anscheinend eine weitere Expedition auf die Suche nach Fawcetts Spuren machen - und das Rätsel rund um den populären und rätselhaften Forscher endgültig lösen…


 
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