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 Düsseldorfer Schloss

"Weiße Frau von Düsseldorf"

Jacobe von Baden, am 16. Januar 1558 in Baden-Baden geboren, heiratete im Juni 1585 mit großem Prunk den Thronfolger Johann Wilhelm I von Jülich-Kleve-Berg und wurde 1597 im Düsseldorfer Schloss ermordet.

Wer diese Tat beging wurde nie aufgedeckt, jedoch schon kurz nach der Hochzeit erfuhr Jacobe von der Geisteskrankheit ihres Mannes, welcher oft tobend in voller Rüstung durch das Schloss lief und eine Gefahr für Jeden in seiner Nähe war.
Er wurde zum Schutz der Bediensteten und den Bewohnern des Schlosses vom Personal in sein Zimmer gesperrt.
Jacobe versuchte ihrem Gemahl auf ihre Art zu helfen und versprach sich Linderung, in dem sie ihm Reliquien in seine Kleidung nähte, jedoch wurde ihr dies zum Verhängnis, und sie in einem Prozess der Zauberei angeklagt.
Als der Schwiegervater, der alte Herzog, starb, fing Jacobe von Baden 1592 an, für ihren regierungsunfähigen Gatten die Regentschaft zu führen und die Regierungsgeschäfte zu übernehmen. Dies war eine schwierige Aufgabe, denn es war zu dieser Zeit eine große Glaubensfrage zwischen den Katholiken und den Protestanten entbrannt. Sie zerstritt sich mit den Räten beider Glauben und ihre intrigante Schwägerin Sybille machte ihr an der Spitze der Katholiken den Prozess. Sie schaffte es, dass auch Jacobe, wie zuvor ihr Gatte, in ihrem Zimmer eingesperrt wurde.  Man fand sie am frühen Morgen des dritten September 1597 tot in ihrem Bett. Sie war zum Zeitpunkt kerngesund und soll erdrosselt worden sein. Später kamen Gerüchte auf, dass man sie enthauptet vorgefunden hat. Jedoch wurde eine Zeichnung kurz nach ihrem Tod angefertigt, welche Würge- oder Strangulationsmerkmale am Hals der Herzogin zeigte.
Es kam das Gerücht auf, dass sie ermordet wurde, jedoch ein Mörder wurde, wie schon erwähnt, nie gefunden.
Jacobe von Baden wurde ohne Feierlichkeiten in der Kreuzherrenkirche beigesetzt und erst am 23.03.1920 wurden ihre Gebeine in die Fürstengruft der Lambertuskirche feierlich umgebettet.
Eine Locke von ihrem Haar befindet sich im Düsseldorfer Stadtmuseum.



Nach Düsseldorfer Legenden soll die unglückliche Herzogin weiterhin als
 „Weiße Frau„ durch den Schlossturm, der bis heute erhalten ist, umhergeistern.


Jahrhunderte lang berichteten Menschen von Begegnungen mit einer weißen Frau im Düsseldorfer Schloss. Sie berichteten, wie sie eine weiße Frau mit roten Bändchen um den Hals, welches wohl auf die Tat hinweisen sollte, durch das Schloss schweben sahen.
Sie erzählten, dass sie sogar das Knistern ihrer seidenen Kleidung hörten, bevor sie, wie von Geisterhand, zurück in die Mauern des Schlosses verschwand. Angeblich soll sie öfters im Schwanenzimmer, in dem sie starb, gesichtet worden sein. Am Dreikönigsabend wurden die Zimmer im Schloss geweiht, jedoch an diesem Zimmer zogen die Priester stets hastig vorbei, da sie sich wohl vor dem Geist der Herzogin fürchteten.
 
Heinrich Heine schrieb aus seinen Kindheitserinnerungen:

O Gott! Einst war die Welt so hübsch, und die Vögel sangen dein ewiges Lob, und die kleine Veronika sah mich an mit stillen Augen, und wir saßen vor der marmornen Statue auf dem Schloßplatz – auf der einen Seite liegt das alte, verwüstete Schloß, worin es spukt und nachts eine schwarzseidene Dame ohne Kopf mit langer, rauschender Schleppe herumwandelt … (Das Buch LeGrand, 1826)

Zu Lebzeiten verweilte Jacobe von Baden bei ihren Jagdausflügen gerne im Schloss zu Angermund. Nach ihrem tragischen Tod wurde sie dort als „die Weiße Frau zu Angermund“ gesichtet.
Zur nächtlichen Stunde soll eine große Frauengestalt stöhnend umher gewandelt sein, in weiße glänzende Gewändern gehüllt und in ihrem Mund einen Funken sprühenden Schlüsselbund.
Es hieß, die unglückliche Herogin erschien immer dann, wenn in ihrem Land etwas Großes geschieht. Sei es, wenn ein Kind geboren wurde, welches neuen Einfluss aufs Land nehmen könnte, oder auch wenn einer der mächtigen
Herren vor seinem Ableben stand.

In der Kreuzherrenkirche, wo Jacobe von Baden 1597 beerdigt wurde, beteten die Mönche an ihrem Todestag
für die Ruhe ihrer Seele. Als im Oktober 1794 die Franzosen Düsseldorf beschossen, ging das Schloss in Flammen auf und vermehrten sich die Gerüchte über Erscheinungen der Herzogin.
Leute berichteten, sie hätten Jacobe in den Gängen des verfallenen Schlosses gesehen und ihre lauten Klagerufe gehört.
Der Vorsteher des Klosters stand am Allerseelentag am Altar, der sich neben den Überresten der Herogin befand und hielt ein feierliches Totenamt für alle ab, welche in der Kirche beerdigt lagen. Insbesondere jedoch für die unglückliche Fürstin.
Wie er seine Gebete sprach, sah er auf einmal den Geist der Jacobe von Baden vor sich stehen und hörte sie sagen:
„ Ich werde nicht eher erlöst sein, bis im Kloster die Bäume grün werden.“
Er wusste nicht, was die Herogin damit meinte.

1803 wurde das Kloster aufgehoben und die Räumlichkeiten des Klosters wurden von den Franzosen als
Tabaklager und von den Russen als Pferdeställe genutzt.
Da gingen die Worte in Erfüllung, denn das Klostergebäude geriet immer mehr in Verfall und im Kreuzgang
wuchsen Bäume und Sträucher.
1819 wurde das Kloster Hauptbekleidungsamt für die rheinisch – westfälischen – Truppen und 1888 wurde das ehemalige Klostergebäude durch den heute noch vorhandenen Neubau ersetzt.

Der Name „ die weiße Frau“ ist eigentlich für Jacobe von Baden sehr abwegig da sie zu Lebzeiten nur die übliche schwarze Hoftracht trug und daher sind die Erinnerungen von Heinrich Heine an seine Geistersichtung,
was die Kleidung angeht, recht stimmig.

   

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