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Wachturm - San Juan

Hoch über den Klippen in San Juan/Kuba erhebt sich ein alter Wachturm, der früher einmal als ein wichtiger Vorposten des Landes gedient hatte. Doch seit über hundert Jahren traut sich niemand mehr seinen schmalen Eingang zu passieren, denn der Turm war lange Zeit Schauplatz bizarrer Vorkommnisse.

Im Jahre 1859 ließen Ingenieure der Regierung einen nahe gelegenen alten Tempel abreißen, um dessen Steine als Baumaterial für den Wachturm von San Juan zu verwenden. Als die Bauarbeiter jedoch erfuhren, woher die Steine dafür stammten, verweigerten sie die Arbeit. Sie fürchteten, dass die Entweihung des Tempels großes Unglück heraufbeschwören würde. Alle Überredungsversuche der Ingenieure schlugen fehl. Also wurden Soldaten mit dem Bau des Turmes beauftragt.



Nach kurzer Bauzeit bezog an einem Februarabend des Jahres 1860 der erste Wachposten den Turm. Sein Aufenthalt dort war allerdings nicht von langer Dauer. Er wurde nur wenige Stunden nach Antritt der Wache außerhalb des Turms unter einem Busch kauernd, halb wahnsinnig vor Angst, gefunden. Für sein sonderbares Verhalten fand er selbst keine vernünftige Erklärung. Der Mann gab an, gefühlt zu haben, dass ihn während des ganzen Abends eine unsichtbare, negative Wesenheit beobachtete und dass ihn eine Art "Schatten" überallhin verfolgt hatte.

Am Abend darauf beauftragte man einen anderen Soldaten mit der Wache. Ihm wurde sogar Verstärkung angeboten. Stolz lehnte er ab und ließ seine Vorgesetzten wissen, dass er einzig und allein auf sein Gewehr vertraue. Am anderen Morgen stolperte die Ablösung außerhalb des Turmes in der Nähe der Tür über ein Gewehr, das dem Wachposten gehörte. Alles deutete darauf hin, dass es benutzt worden war. Von seinem Besitzer aber fehlte jede Spur. Man vermutete, dass er desertiert war. Dieser Mann wurde nie wieder gesehen!

Innerhalb der nächsten Wochen verschwanden auf ähnlicher Weise sechs weitere Wachposten spurlos, immer, nachdem sie ihr Gewehr abgefeuert hatten. Schon nach kurzer Zeit war das gesamte Regiment davon überzeugt, dass es in dem Turm nicht mit rechten Dingen zuging. Die Offiziere konnten danach keinen Soldaten mehr dazu bewegen, dort Wache zu halten! Schließlich ließ man einen Offizier aus der Garnisonstadt Manzanillo nach San Juan kommen, um die Vorfälle zu untersuchen und der Truppe wieder Disziplin beizubringen. Hauptmann Manolo Herez traf im März des gleichen Jahres in San Juan ein und begab sich umgehend zum Ort des Geschehens.


Der Wachturm hatte nur einen Ausgang

Zunächst konnte er nichts Besonderes feststellen, außer einem schwachen Pulvergeruch. Um die unangenehme Angelegenheit endlich zu bereinigen, stellte Herez einen kleinen Erkundungstrupp zusammen, der ausschließlich aus Unteroffizieren bestand. Dieser hielt in sechs aufeinanderfolgenden Nächten in einem Wäldchen neben dem Turm Wache. Während dieser Zeit ereignete sich merkwürdigerweise nichts. Die Wachposten konnten ihren Dienst ungehindert verrichten.

Dann beschloss Herez am letzten Tag seiner Rückreise, nochmals eine Nacht in der Nähe des Turmes zu verbringen. Warum er sich dazu entschloss, ist leider nicht bekannt. Herez begab sich mit zwei Korporalen und einem Gefreiten dorthin, ließ unter den Bäumen ein Lager errichten und teilte die Wachen in Zweistunden-Rhythmus ein. Gegen drei Uhr nachts, als Herez hellwach vor seinem Zelt saß, bemerkte er, wie der Wachposten den Turm verließ, vermutlich, um sich im Freien die Füße zu vertreten. Alle seine Bewegungen waren im klaren Mondlicht deutlich zu erkennen. Plötzlich sah Herez, wie sich ein "dunkler Fleck" aus der Schattenlandschaft löste, hinter dem Wachposten herglitt und ihm in den Turm folgte.

In seinem Bericht schreibt er:
"Noch bevor ich handeln oder meine Männer alarmieren konnte, beobachtete ich innerhalb des Wachturmes ein verschwommenes Licht. Es nahm rasch an Intensität zu, so dass das Innere des Turmes hell erleuchtet wurde und ich durch eines der Fenster den Posten in zusammengekauerter Stellung hocken sah. Unmittelbar darauf vernahm ich einen dumpfen Knall, woraufhin das Licht verschwand."

Sofort eilten Herez und seine Männer zum Turm, den sie allerdings verlassen vorfanden! Der Posten schien sich in Luft aufgelöst zu haben. Nur ein leichter Pulvergeruch lag in der Luft. Bei einer späteren Anhörung schworen die vier Beobachter, dass der Posten den Turm niemals unbemerkt verlassen konnte, da er ständig in ihrem Blickfeld gelegen habe. Er besaß nur kleine Fenster, durch die aber niemand herausklettern konnte und hatte einen einzigen Ausgang.



Ein mit dem mysteriösen Fall beauftragter Untersuchungsausschuss, der zwei Monate später zusammentrat, argumentierte, dass sich ein Wachposten nicht in Luft auflösen könne. Dennoch waren die Aussagen von Hauptmann Herez und seinen Leuten durch nichts zu erschüttern. Durch die sich widersprechenden Fakten verwirrt, fällte der Ausschluss schließlich ein Urteil: Tod durch Unfall aufgrund unbekannter Ursachen. Doch wo war die Leiche? Die unerklärlichen Vorkommnisse hatten zur Folge, dass die Armee den Beobachtungsturm aufgab. Später wurde etwa 800 Meter vom Turm eine mobile Observierungsstation errichtet. Seitdem kursieren in der dortigen Gegend Gerüchte über seltsame Leuchterscheinungen, geheimnisvolle Bewegungen und dumpfe Explosionen. Niemand wagte es mehr, den Turm zu betreten. Vor einigen Jahren planten die kubanischen Luftkräfte dort eine Radarstation zu errichten. Da sich aber niemand an dem Abriss des alten Bauwerks beteiligen wollte, wurde das Projekt zurückgestellt.


Anmerkung:
Leider existieren keine Fotos vom Turm. Für unseren Beitrag haben wir uns daher Bilder ausgesucht, die der Beschreibung des Wachturmes ähneln. Zudem ist unklar, um welchen "San Juan" in Kuba es sich handelt - um San Juan im Bundesstaat "Villa Clara" oder im "La Havana".

 
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